Eschweiler-Dürwiß - Ortsfamilienbuch: Ein Klick und der Vorfahr ist gefunden

Ortsfamilienbuch: Ein Klick und der Vorfahr ist gefunden

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Der Eschweiler Geschichtsverein gratuliert zur gelungenen Arbeit. Von links Ehrenvorsitzender Simon Küpper, Arbeitskreis-Leiterin Claudia Niederhäuser, Vorsitzender Kurt Manthey und das Autoren-Ehepaar Marie-Luise und Peter Engels. Auf dem Tisch die Buch-CD und einer der ausgewerteten Urkundenbände aus Dürwiß. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Tausende solcher kaum noch zu entziffernden Urkunden haben die Engels ausgewertet. Foto: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf

Eschweiler-Dürwiß. Wer immer auch in den vergangenen 200 Jahren im ehemaligen Amt Dürwiß geboren wurde, geheiratet hat oder starb – in diesem Buch steht er drin. Einzige Einschränkung: die Grenzen des Datenschutzes. Vier Jahre lang haben Marie-Luise und Peter Engels an ihrem „Ortsfamilienbuch für das Amt Dürwiß“ gearbeitet. Jetzt ist es fertig, am Freitag wurde es im Archiv des Eschweiler Geschichtsvereins der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Ortsfamilienbuch mit Daten aus den drei Gemeinden Dürwiß, Lohn und Laurenzberg führt 35.600 Personen aus 11.700 Familien auf – eine Fundgrube für Lokalhistoriker und alle, die ihre Dürwisser Vorfahren suchen. Gedruckt hat das Buch über 3000 Seiten und enthält 144.000 Daten. Aber es gibt nur genau ein gedrucktes Exemplar, in drei Bänden. Für den normalen Gebrauch viel praktischer ist die digitale Ausgabe auf einer CD, denn mit ihrer Suchfunktion lassen sich familiäre Verbindungen mit wenigen Mausklicks finden.

„Wir arbeiten auch schon fleißig damit“, versicherte Claudia Niederhäuser, Leiterin des Arbeitskreises Familienforschung im Eschweiler Geschichtsverein. Dieser Arbeitskreis ist auch Herausgeber des digitalen Buchs. Der Arbeitskreis hat sich die große Aufgabe gestellt, nicht nur die Daten aus Dürwiß, sondern alle Eschweiler Familiendaten zu digitalisieren.

Wenn man die Arbeit rechnet, die in dieser kleinen Silberscheibe steckt, dann wäre das Ortsfamilienbuch unbezahlbar. Kurt Man-they, der Vorsitzende des Eschweiler Geschichtsvereins, rechnete es am Freitag vor: Vier Jahre lang täglich sechs bis sieben Stunden, dazu vorweg noch das Abfotografieren der uralten Urkunden – schon bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro landet man bei mindestens 130.000 Euro. Ein halbes Einfamilienhaus.

Tausende alter Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden, viele von ihnen fast verrottet und kaum noch lesbar, sind die Grundlage des Familienbuchs. Gerd Dickmeiß und Hans-Günter Becker vom Arbeitskreis Familienforschung haben sie abfotografiert. Beim Entziffern der oft kaum noch lesbaren Eintragungen war oft Intuition und detektivischer Spürsinn nötig. Beim Übersetzen der Urkunden aus der Zeit, als das Rheinland französisch war, hat Manfred Rünz unentbehrliche Hilfe geleistet.

Datenschutz besteht für alle Geburtsurkunden, die jünger als 110 Jahre sind, alle Heiratsurkunden, die jünger als 80 Jahre sind, bei den Sterbeurkunden sind es 30 Jahre. Auf der CD zu finden sind daher die Daten aller Geburten von 1798 bis 1904, die Heiraten von 1798 bis 1934 und die Sterbefälle von 1798 bis 1984. Das Amt Dürwiß bestand zwar nur bis 1972, aber Marie-Luise und Peter Engels sind den Spuren der Dürwisser Bürger dann einfach in den Eschweiler Urkundenbänden weiter gefolgt.

Mit der Suchfunktion auf der CD lassen sich nicht nur Namen und Verwandtschaftsbeziehungen finden, auch Adressen, Berufe, Titel und weitere Daten wie Firmung oder Priesterweihe. Ganze Familienschicksale lassen sich rekonstruieren.

Das Familienbuch enthält aber nicht nur Daten. Die 80 Seiten lange Einleitung bietet einen Überblick der Geschichte des Amtes Dürwiß. Die Texte stammen aus dem Buch „Dürwiß 71 Vergangenheit und Gegenwart“ von Simon Küpper. Viele historische Fotos illustrieren diesen geschichtlichen Teil. Simon Küpper, damals stellvertretender Amtsbürgermeister von Dürwiß und heute Ehrenvorsitzender des Eschweiler Geschichtsvereins, bedankte sich am Freitag bei den Autoren mit einem Blumenstrauß für die unermüdliche Arbeit. Küpper: Das Familienbuch ist nicht nur eine große Hilfe für die Familienforschung, es schont auch die Originalurkunden.“

Für das Ehepaar Engels geht die Arbeit jetzt noch weiter. Marie-Luise und Peter Engels wollen weitere Datenquellen, vor allem Kirchenbücher, auswerten und digitalisieren, um noch hinter das Jahr 1798 zurück zu gehen und die Geschichte der Familien aus Dürwiß, Lohn und Laurenzberg mit den dazu gehörenden Dörfern noch tiefer in die Vergangenheit zu verfolgen.

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