Olympia-Sieger zeigt Tricks mit dem Schläger

Von: Sonja Essers
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Üben mit einem Olympiasieger: Benjamin Wess zeigte einigen Teilnehmern des Sportabzeichens die Tricks der Feldhockey-Größen. Foto: Sonja Essers
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Auch sie präsentieren stolz ihre Medaillen: Schüler der Weiterführenden Schulen bestanden die sportlichen Prüfungen. Foto: Sonja Essers
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Geschafft: Kinder aus sechs verschiedenen Grundschulen absolvierten das Sportabzeichen und nahmen Orden und Urkunde am Samstag in Empfang. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Über 500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten in den vergangenen Wochen hart gearbeitet, um das deutsche Sportabzeichen abzulegen. Fast 300 von ihnen trafen sich am Samstag in der Aula der Realschule Eschweiler, um den Lohn für ihre Mühen zu erhalten.

In insgesamt drei Veranstaltungen, eingeteilt in Grundschüler, Schüler von weiterführenden Schulen sowie Vereine, verliehen Bürgermeister Rudi Bertram und Johannes Gastreich, Vorsitzender des Vorstandes der Raiffeisenbank Eschweiler, den begehrten „Fitnessorden“.

Gastreich machte die Anwesenden bereits vor der Verleihung darauf aufmerksam, dass es sich bei dieser Auszeichnung um etwas ganz Besonderes handelt: „Mit dem deutschen Sportabzeichen erhaltet ihr einen offiziellen Orden der Bundesrepublik Deutschland, deshalb lasst uns diesen Erfolg heute zusammen feiern.“ Auch Bürgermeister Rudi Bertram beglückwünschte die Sportler zu ihrem tollen Erfolg.

Trotzdem gab der Erste Bürger der Indestadt zu bedenken, dass man weiterhin daran arbeiten müsse, den Sport wieder mehr in den Vordergrund zu stellen. Hatten im vergangenen Jahr schließlich noch knapp 1000 Indestädter das deutsche Sportabzeichen abgelegt, so sank die Teilnehmerzahl in diesem Jahr auf die Hälfte.

Bereits zum 13. Mal hatten die Verantwortlichen um Johannes Gastreich, allen voran Charly Biernat, für das Rahmenprogramm an diesem Tag einen besonderen Gast nach Eschweiler holen können. Der zweifache Olympiasieger im Feldhockey, Benjamin Wess, zeigte sich als Sportler zum Anfassen und stand nicht nur Charly Biernat im Interview Rede und Antwort, sondern erfüllte auch die Autogramm- und Fotowünsche seiner kleinen und großen Fans.

Wess, der bereits seit der Grundschule Hockey spielt, erzählte Wissenswertes aus seinem Leben als Sportler und gab zu, dass sich Studium und Sport nicht immer ganz so einfach miteinander vereinbaren lassen. Trotzdem wolle der Student der Volkswirtschaft nicht auf das Hockeyspielen verzichten, schließlich habe er durch die vielen Lehrgänge bereits tolle Länder bereisen und außergewöhnliche Menschen kennenlernen können, so der zweifache Olympiasieger.

In Deutschland erfreue sich die Sportart bislang noch nicht vieler Anhänger, erklärte Wess, bei den Olympischen Spielen hingegen sehe dies anders aus: „Feldhockey ist eine sehr populäre Sportart bei den Olympischen Spielen, die immer wieder sehr hohe Einschaltquoten hat. Die Euphoriem die die Menschen in anderen Ländern entwickelt haben, ist in Deutschland bisher leider noch nicht angekommen“, so der 27-Jährige.

So sei Feldhockey in Indien eine Art Nationalsport, bei der die Sportler verehrt werden wie Götter, erklärte Wess, der ganz besondere Erlebnisse mit diesem Land verbindet: „Bei einem meiner Aufenthalte dort haben sich die Menschen vor mir auf den Boden geworfen. Sie wollten nicht, dass ich über die Straße gehe wie jeder andere auch, sondern ich sollte über sie steigen. Das war wirklich sehr merkwürdig“, gab der Sportler zu.

Obwohl er gemeinsam mit seinen Teamkollegen der deutschen Nationalmannschaft besonders in den vergangenen Jahren tolle sportliche Erfolge erzielte, kann Wess nicht von seinem Einkommen als Hockeyspieler leben. Dies betonte auch Charly Biernat: „Die Jungs betreiben zwar einen professionalen Aufwand, werden allerdings nur amateurhaft bezahlt.“

Nachdem man sich gemeinsam mit dem Publikum, die sportlichen Erfolge von Benjamin Wess in Bild und Ton angesehen hatte, stand ein weiterer Programmpunkt an: das gemeinsame Training mit dem zweifachen Olympiasieger.

Moderator Christoph Herzog wählte in jeder Veranstaltung vier bis sechs Freiwillige aus, die zusammen mit dem sympathischen Sportler den Hockeyschläger schwingen durften. Wess zeigte den kleinen Nachwuchstalenten nicht nur, wie der richtige Umgang mit dem Schläger aussieht, sondern demonstrierte ihnen verschiedenen Übungen, die sie wiederholen mussten.

Nicht nur die kleinen Sportler waren begeistert von dem Hockeyspieler, sondern auch Wess zeigte sich äußerst angetan von dem ein oder anderen Nachwuchstalent: „In manchen von euch erkenne ich jetzt schon ein Talent, das unbedingt gefördert werden sollte.“

Nachdem alle Teilnehmer für ihre Verdienste mit dem „Leistungsorden für Jedermann“, wie er von Charly Biernat genannt wurde, ausgezeichnet wurden, versprach Johannes Gastreich den Anwesenden: „Ich bin mir sicher, dass wir auch im kommenden Jahr wieder eine tolle Veranstaltung erleben werden.“

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