Oktav zur Schmerzhaften Mutter in Nothberg

Von: zsa
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Der evangelische Pfarrer Achim Drack aus Aachen hielt die Predigt in der Eröffnungsmesse zur Oktav zur schmerzhaften Mutter Gottes in Nothberg. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler. „Magnificat anima mea Dominum“ – „Meine Seele preist den Herrn“, mit diesen Worten beginnt der Lobgesang Marias, mit dem sie nach der Ankündigung der Geburt Jesu durch den Engel Gabriel zu Besuch bei ihrer Cousine Elisabeth auf deren Willkommensgruß antwortet.

Das Magnifikat ist auch das Thema der diesjährigen Oktav zur Schmerzhaften Mutter, welche am Sonntag begann und noch bis zum 14. September in St. Cäcilia Nothberg stattfindet.

Zahlreiche Eschweiler Christen werden im Laufe der Woche auch dieses Jahr wieder nach Nothberg kommen, um der Mutter Gottes die Ehre zu erweisen und zugleich auch die Gottesdienste mit den unterschiedlichen Schwerpunkten und Predigern zum Motto „Magnifikat“ zu besuchen. Feierlich eröffnet wurde die Oktav am Sonntagmorgen mit einer Messe zum Vers „Meine Seele preist die Größe des Herrn, [...], denn der Mächtige hat Großes an mir getan“. Als Zelebrant leitete Pfarrer Hannokarl Weishaupt den Gottesdienst. Die Predigt hielt jedoch der evangelische Pfarrer Achim Drack der Gemeinde St. Anna in Aachen, der gerne der Einladung nach Nothberg gefolgt war.

Es sei eine besondere Ehre für ihn als evangelischen Theologen, im Rahmen der Oktav christliche Worte an die Gläubigen in St. Cäcilia richten zu dürfen, sagte Pfarrer Drack zu Beginn seiner bewegenden Predigt. Schließlich seien „Protestanten nicht dafür bekannt, Marien-Fans zu sein“. Allerdings stellte er schnell klar, dass Martin Luther an sich schon ein Freund der Mutter Gottes gewesen sei. Dann widmete sich der Geistliche direkt dem Thema „Magnifikat“ der diesjährigen Oktav zur Schmerzhaften Mutter Gottes. Die Heimsuchung Marias sei eine der wichtigsten Geschichten der Bibel. Maria fordere in ihrem Lobgesang auch die Umverteilung der Macht und die gerechte Verteilung der Güter, eine solche Forderung – zum Beispiel auf dem Roten Platz in Moskau oder auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking – vorgetragen würde Maria heutzutage sicherlich Haft oder einen Aufenthalt in der Psychiatrie einbringen, so Pfarrer Drack. „Maria hatte einen Vogel, einen Vogel namens Glauben“, scherzte Achim Drack. Aber letztendlich gehe es in dem Magnifikat auch darum, dass ich Maria an Gottes Versprechen erinnert, sich des Volkes anzunehmen: „Maria ist voller Hoffnung und singt ein revolutionäres Lied“.

In der heutigen Zeit sei es auch in Ordnung gegen die Angst zu singen, im sprichwörtlich dunklen Wald zu pfeifen, so lange es ein kämpferisches Lied wie das der Mutter Gottes sei, und nicht „Schlager wie auf WDR4“, übertrug Pfarrer Drack Marias Lobesgesang in die moderne Gesellschaft mit ihren aktuellen Bedrohungen wie der Krieg in der Ukraine oder die Gefahr durch die Terrororganisation Islamischer Staat. Dracks Fazit lautet: „Wir haben nur einen Weg, den Weg der Liebe, der Hoffnung und des Glaubens“.

In dieser Woche werden weitere Seelsorger die jeweiligen Gottesdienste zelebrieren und vor allem weiter auf das Magnifikat eingehen, bevor dann nächsten Sonntag die Oktav mit einer Schlussandacht, die von den Pilgern aus den anderen Eschweiler Pfarrgemeinden mitgefeiert wird, endet.

Neu ist dieses Jahr, dass im Anschluss an die Abendgottesdienste am Donnerstag und Freitag, die jeweils um 19 Uhr stattfinden, ab 20.30 Uhr eine Komplet – ein Nachtgebet mit Lichterprozession – angeboten wird. Zwischen der Abendmesse und der Komplet hat man Gelegenheit, sich zu stärken.

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