Öffnungszeiten: Oft steht Kunde vor verschlossener Tür

Von: Daniel Gerhards und Patrick Nowicki
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Leere im City-Center: Die nördliche Innenstadt bleibt die Problemzone in Eschweiler. Die leere Hertie-Immobilie wirft ihre Schatten auf die einst florierende Einkaufsmeile. Foto: Daniel Gerhards

Eschweiler. Beim Gang durch die Innenstadt fallen die Läden sofort auf. Die Schaufensterscheiben sind von außen plakatiert, innen herrscht Leere – das sind deutliche Signale: Dort hat ein Geschäft die Segel gestrichen! Dabei beginnt nun die wichtigste Zeit des Einzelhändlers, das Weihnachtsgeschäft.

Der Leiter des Wirtschaftsförderungsamtes, Dietmar Röhrig, sieht die Entwicklung gelassen: „Die Zahl der Leerstände ist leicht rückläufig, leere Geschäfte sind schnell wieder besetzt“, sagt er. Allerdings schränkt er ein, dass dies vornehmlich für die südliche Innenstadt gelte. Nördlich der Inde bleiben das City-Center und die Hertie-Immobilie eine Problemzone.

Das City-Center hat Marita Bey längst verlassen. Ihr Geschäft, Lingerie Bey, hat sie nun an der Neustraße. „Für uns war das die Entscheidung, zu sterben oder noch mal weiterzugehen“, sagt sie. Sie hat den Schritt über die Inde gewagt. Wie einige andere Händler. „Die Innenstadt hat vom Untergang des City-Centers profitiert. Ich könnte auf Anhieb sechs weitere Geschäfte nennen, die rübergekommen sind“, sagt Bey. Leerstehende Ladenlokale gibt es auch Dank dieser „Übersiedler“ südlich der Inde nur wenige. Das ist wichtig, denn eine Einkaufsstraße mit leeren Schaufenstern schreckt Kunden ab. In Sachen Optik und Atmosphäre gibt es aber trotzdem noch etwas zu tun, meint Markus Buchem, Inhaber des Bekleidungsgeschäfts Ostländer. „Auf der Rosenallee und auf der verlängerten Grabenstraße gibt es keinen einzigen Mülleimer“, sagt er. „Da darf man sich nicht wundern, wenn Straßenteile verdrecken.“

Trotzdem stehe die Indestadt im Vergleich zu den umliegenden Städten gut da, meinen Buchem und Bey. „Eschweiler profitiert auch von der schlechten Situation in Alsdorf oder Stolberg. Ich habe viele Kunden, die aus diesen Städten kommen“, sagt Bey. Allerdings weiß man auch nicht immer, welches Geschäft in Eschweiler gerade geöffnet ist. Eine einheitliche Öffnungszeit für den Samstag fände Sonja Gehlen, stellvertretende Leiterin der Buchhandlung Librodrom, sehr sinnvoll. „Man sollte Kernzeiten einrichten, an denen alle Geschäfte geöffnet sind. Da sollte man den Kunden entgegenkommen“, sagt sie.

Dass Eschweiler nach wie vor für Händler und Ketten interessant ist, weiß Dietmar Röhrig aus seiner Arbeit: „Es fragen immer wieder Unternehmen an.“ Manchmal könne man vermitteln. Deswegen sei es sinnvoll, dass Immobilienbesitzer der Stadt möglichst früh melden, wenn ein Ladenlokal bald verlassen wird. Auf Wunsch kann man auf der Homepage der Stadt unter „Wirtschaft/Verkehr“ auf den Leerstand hinweisen. Dort sind 16 Gewerbeobjekte gelistet. Davon acht in der Innenstadt. Allerdings weiß Röhrig auch: „Eine 100-prozentige Vermietung ist in der Innenstadt fast unmöglich.“

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