Obstplantage: Frostschutz mit der Beregnungsanlage

Von: tob
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Ein etwas bizarres Bild bot sich am Donnerstagmorgen in Hastenrath: Die Obstbäume dort wurden beregnet – die Kirschbäume von unten. Foto: Tobias Röber
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Ein etwas bizarres Bild bot sich am Donnerstagmorgen in Hastenrath: Die Obstbäume dort wurden beregnet – die Apfelbäume von oben. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Hastenrath. Es dauerte Donnerstagmorgen gar nicht lange, bis einige Spaziergänger, die – meist mit Hund – der Kälte trotzten an der Obstplantage Hillemacher in Hastenrath stehen blieben und Hubert Hillemacher fragten, was er denn da genau mache. Beregnungsanlagen waren nämlich eingeschaltet – und das bei Minustemperaturen.

Der Obstbauer erklärte gerne, dass es sich bei dieser für Außenstehende doch eher ungewöhnlichen Maßnahme um eine sogenannte Frostschutzberegnung handele. Das Ziel: Es sollen Ernteausfälle auf Grund der frostigen Temperaturen vermieden werden.

Um vor allem in den Monaten April und Mai die empfindlichen Blüten vor Frost zu schützen, sind die Plantagen seit vielen Jahren mit einer solchen Beregnungsanlage ausgerüstet. Und zwar aus folgendem Grund: Beim Gefrieren des verteilten Wassers wird auf den Pflanzen Kristallisationswärme freigesetzt, so dass in der Regel Blätter und Blüten vor Frostschäden bewahrt werden.

Die Erstarrungswärme

Beim Gefrieren des Wassernebels wird die Erstarrungswärme des Wassers freigesetzt, wodurch die Temperatur innerhalb der Eishülle nicht unter den Gefrierpunkt absinkt. Insbesondere bei späten Nachtfrösten kann damit während der kritischen Stunden das Erfrieren der empfindlichen Blüten vermieden werden. Nach Sonnenaufgang taut der Eispanzer durch die Sonnenwärme wieder ab.

Hubert Hillemacher hatte die Beregnungsanlage in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um Mitternacht eingeschaltet und am Donnerstagmorgen wieder abgeschaltet, als die Temperaturen über den Gefrierpunkt geklettert waren.

Bei den verschiedenen Pflanzen müssen Obstbauern auch auf verschiedene Arten der Beregnung achten. So werden die Apfelblüten von oben beregnet, die Kirschbäume, die wenige Meter weiterstehen, jedoch von unten, da sie eine Beregnung von oben nicht vertragen, wie Sandra Hillemacher-Boese erklärt.

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