Nur Zoe stiehlt dem Prinz kurz die Show

Von: Tobias Röber
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Die Prinzenbläser (oben) begleiten Prinz Christian III. und Zerm Frank bei allen Auftritten. Die Stimmung in der Gruppe ist sehr gut. Foto: Tobias Röber
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Mani der Esel ist überall mit dabei. Und den gesamten Tag über natürlich auch die Prinzenpagen, wie der kleine Jakob Hendriks. Foto: Tobias Röber

Eischwiele. „Ond wenn d‘r Prinz kütt en d‘r Saal, dann es die Stimmung optimal.“ Dieser Liedzeile ist wohl nichts hinzuzufügen. Für die indestädtischen Narrenherrscher gilt das Jahr für Jahr, und auch wenn Prinz Christian III., Zerm Frank und ihr Gefolge die Säle betreten, ist das närrische Volk außer Rand und Band.

Wir waren einen Tag mit dem Prinzentross auf Tour und nehmen Sie, liebe Leser, gerne noch einmal mit auf eine karnevalistische Reise.

9 Uhr: Frühstück ist fertig. Prinz Christian III. und seine Frau Conny sorgen an diesem Tag höchstpersönlich dafür, dass der Prinzentross gut gestärkt starten kann. Der Mettigel lässt grüßen, es stehen schließlich viele Termine an.

10.27 Uhr: Auf in die Prinzenhofburg. Klar, das ist Haus Lersch in diesem Jahr. Die Wagen rollen langsam an. Auch heute gibt es wieder Freiwillige, die den ganzen Tag über fahren.

11.06 Uhr: Es wird Zeit. Rein in die Busse, die Geschäftsleute der Neustraße haben zum großen Empfang geladen.

11.11 Uhr: Alle sind aus den Bussen geklettert. Der Spielmannszug Grün-Weiß Lohn marschiert voran, die Inde-Singers, die während der gesamten Session an der Seite ihres Bandmitglieds Christian Leuchter sind und für grandiose Stimmung sorgen, stehen auch bereit. Viele Jecke haben sich mitten auf der Neustraße versammelt und jubeln dem Prinzen zu. Die ersten von gefühlten 2000 Alaaf-Rufen ertönen.

12.10 Uhr: Mittlerweile haben auch die Trammebülle ein feines Programm durchgezogen. Der Prinz greift zum Mikro, um sein Lied „Schtols op Eischwiele“ anzukündigen, da flüstert ihm ein Mädchen zu, dass sie gleich weg müsse, da ihr Papa bald zur Arbeit fahre. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ein Kind für Heiterkeit sorgt. Sekunden später erklingt das Lied des Prinzen und die Narren singen begeistert mit.

12.30 Uhr: Der Empfang auf der Neustraße ist vorüber. Also ab in die Busse und zurück zur Prinzenhofburg. Frank Lersch ist dort, wo er normalerweise steht, wenn er nicht als Zerm unterwegs ist: hinter der Theke. Sein erster Dank geht an die Prinzenbläser, die Prinz und Zerm auf jede Bühne begleiten. Einige von ihnen haben sich in diesen Tagen Urlaub genommen. 198 Termine in der Session, jecke 111 alleine in den letzten beiden Wochen bis Rosenmontag – da kann man als Prinz auch „schtols op de Begleitung“ sein. Alle zu erähnen, würde wohl eine ganze Seite hier füllen. Es folgt eine kurze geheime Besprechung der Prinzenbläser. Auch Thorsten Ingermann und Manfred Sittart, die neben Prinzenführer Dieter Wolf Adjutanten nicht von der Seite des Narrenherrschers weichen, dürfen dabei sein. Prinz und Zerm nicht. Dafür sind lockere Gespräche an der Theke drin. Es wird vor allem viel gelacht.

13.20 Uhr: Der Mettigel ist verdaut, die nächste Stärkung muss her, denn bald geht es Schlag auf Schlag. Die große Wurstplatte und Fritten stehen auf der Theke. Aber nicht lange.

14.47 Uhr: Aufbruch, rein in die Busse und los geht‘s. Nächste Station: Haus Flatten. Dort feiert die Löwengarde ihre Kindersitzung. Tja, und welches Lied wollen die Kinder wohl hören? Was für eine Frage, Mani der Esel natürlich! Ein Mädchen möchte danach aber dann doch lieber „Alle meine Entchen“ singen. Prinz und Zerm erfüllen ihr den Wunsch umgehend. Bei den Kindersitzungen singen die beiden auch nicht einfach von der Bühne aus, sondern mischen sich kurzerhand unter das kleine närrische Volk. Gut, dass der Hut des Prinzen Federn hat. Manchmal verschwindet er regelrecht unter einer Kindertraube.

15.49 Uhr: Weiter nach Hastenrath. Auch die Eefelkank hat zur Kindersitzung eingeladen. Prinz und Zerm haben zunächst einen schweren Stand bei Kinderpräsident Benedict Doege. Der ist nämlich Fan des 1. FC Köln und lässt erstmal ein paar spitze Bemerkungen in Richtung Christian Leuchter (Borussia Mönchengladbach) und vor allem Frank Lersch (Bayern München) fallen. Natürlich im Spaß. Begrüßt werden die Scharwächter vom Lied der Hastenrather Zwerge, das Leuchter einst für die Eefelkank geschrieben hat. Nach Mani der Esel folgt ein Höhepunkt des Tages. Die kleine Zoe möchte nämlich auch singen und zwar „Hänsel & Gretel“. Textsicher wie der Prinz ist, kein Problem. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass die kleine Dame in den nächsten Minuten den Saal unterhalten wird. Absolut köstlich!

16.27 Uhr: Der Prinz betont oft, dass er vor allem auch in den kleinen Sälen sehr gerne feiert. Da ist er beim nächsten Empfang genau richtig. Die Weisweiler Schützen haben in ihr kleines Domizil in der Nähe der Festhalle eingeladen. Alle Jungen und Mädchen erhalten einen Kinderorden, die Stimmung ist prächtig, und den Schützen sieht man an, dass sie mächtig stolz über den blaublütigen Besuch sind. Eine Frau schaut zu Prinz Christians Sohn und sagt: „Dem kütt isch knuutsche.“ Dat is Eischwiele – einfach herzlich.

17.27 Uhr: Ein Privatempfang steht an. Der ganze Tross fällt bei Heinz Kempen ein, einem Scharwächter, der auch als Prinzenbläser in dieser Session dabei ist. Prinzenbläser und Stimmungskanone Andy Sevenich hat ein Lied gedichtet und trägt es vor. Der Refrain „Oh, wie ist das schön“ beschreibt die Stimmung mehr als treffend. Überhaupt wird in den zweieinhalb Stunden viel gesungen. Da sag nochmal einer, das Singen aus der Mode gekommen ist.

19.49 Uhr: Ausmarsch aus dem Hause Kempen, rein in die Busse und ab nach Röhe. In den Bussen läuft nicht nur noch Karnevalsmusik, es wird lauthals mitgesungen. Karneval kann ganz schön ansteckend sein.

20.10 Uhr: Die Sporthalle tobt, die Onjekauchde feiern gewohnt zünftig. Prinz Christian III. haut nochmal alles raus. Mutter Karen ist wieder im Publikum. Sie ist unglaublich stolz, wie sie sagt. So wie die ganze Familie, die Prinz Christian III. auf Schritt und Tritt begleitet.

20.45 Uhr: zurück Richtung Innenstadt und Stopp im Burghof. Die KG Löstige Afrikaner haben geladen. Einmarsch, Musik, großer Jubel – was nach langweiliger Routine klingt, ist für alle Beteiligten offensichtlich ein großer Spaß.

21.57 Uhr: In der Weisweiler Festhalle gibt es kurzerhand eine Polonaise. Scharwächter und Gäste des Balls in Blau und Weiß ziehen durch den Saal und singen mit. Mani der Esel macht‘s möglich.

22.30 Uhr: Bei der Prinzengilde Bergrath ist die Stimmung auf dem Siedepunkt. Prinz Christian III. wird auf einer Sänfte zur Bühne getragen, meterweise Luftschlangen hängen an ihm. Es ist der letzte Auftritt an diesem Abend.

23.39 Uhr bis ?: Der Manöverball ist der Abschluss dieses Tages. Der fällt für den einen etwas früher, für den anderen etwas später aus. Es war ein großartiger Tag. Einer von vielen. Und einige kommen noch... Prinz und Zerm saugen alle Eindrücke auf. Auf Rosenmontag freuen sie sich riesig.

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