Nur noch Ökostrom: Grüne fordern die Stadt zum Atomausstieg auf

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Eschweiler. Die Stadt sollte nach Auffassung der Grünen ihre Lehren aus der Atomkatastrophe in Japan ziehen und bei der Versorgung ihrer Gebäude und Liegenschaften sowie der Straßenbeleuchtung schnellst möglich komplett auf Öko-Strom umsteigen.

So hat die grüne Ratsfraktion jetzt einen Antrag eingereicht, wonach der jetzige Stromliefervertrag mit der EWV zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt und eine Neuausschreibung auf den Weg gebracht werden soll. Der Stadtrat wird darüber in seiner Mai-Sitzung abzustimmen haben.

Derzeit bezieht die Stadt von der EWV noch den herkömmlichen Mix, der nur einen vergleichsweise geringen Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen beinhaltet. Der Vertrag kann jedoch zum 31. Juli 2012 gekündigt werden. Diese Möglichkeit, so die Grünen, sollte die Verwaltung jetzt nutzen und rechtzeitig eine europaweite Neuausschreibung der Stromlieferung starten - mit dem Ziel, fortan nur noch zertifizierten Öko-Strom aus regenerativen Quellen zu beziehen. Zahlreiche Städte im Lande hätten den Schritt, der inzwischen ohne „gravierende Mehrkosten” möglich sei, bereits getan.

Klimaschädliche Kohle

„Auf diese Weise könnte bald auch die Stadt Eschweiler sozusagen ihren eigenen Atomausstieg vollziehen”, erklärt Franktionssprecher Franz-Dieter Pieta, „damit einher gehen würde der Abschied vom Kohle-Strom. Egal ob Privathaushalt oder Kommune: Wer es ernst meint mit der allseits geforderten Energiewende, sollte auf Strom aus lebensgefährlichen Atomkraftwerken und klimaschädlichen Kohlekraftwerken verzichten.

Zu bevorzugen sind statt dessen Anbieter, die ausschließlich sauberen und sicheren Strom beispielsweise aus modernen Wasserkraftwerken liefern und die mit ihren Erlösen zudem den Ausbau der Erneuerbaren nachhaltig fördern.”

Restlieferung nur auf Naturstrom

Auch sollte die Stadt nach Auffassung der Grünen mit der EWV unverzüglich dahingehend nachverhandeln, dass die Lieferung für die Restlaufzeit des gültigen Vertrages komplett auf Naturstrom umgestellt wird.

Die Eschweiler Grünen fahren diesen Kurs übrigens nicht erst seit Fukushima. Schon vor drei Jahren hatten sie einen ähnlichen Antrag gestellt, mit dem sie aber letztlich am Widerstand der damaligen Koalitionspartnerin SPD scheiterten. Angesichts der jüngsten Ereignisse haben die Grünen nun aber die Hoffnung, dass inzwischen auch bei den Eschweiler Sozialdemokraten ein Umdenken erfolgt ist.
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