Null Bock auf Schule? Das soll sich gründlich ändern

Von: sh
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Viele Partner an einem Tisch: Das Netzwerk „Schulverweigerer” möchte Probleme junger Menschen aufgreifen. In der Waldschule trafen sich Experten zur Vorstellung des Konzepts.

Eschweiler. Endlich Ferien! Harte Wochen liegen hinter den Schülern: Vor guten Noten auf dem Zeugnis steht der Lernfleiß. Daher freuen sich alle, einmal zwei Wochen ausspannen zu dürfen. Fast alle. Denn einige haben den Lernstress nicht mitgemacht. Sie haben aus unterschiedlichen Gründen keinen Bock auf Schule. Sie sind Schulverweigerer.

Ein Phänomen, dass wie eine mathematische Sinus-Kurve immer wieder zu- und abnimmt, wie Schulsozialarbeiter Lothar Horndt weiß. Als Projektträger von „Schüler stärken” lud er im Namen der Eschweiler Gesamtschule Experten ein, die mit Jugendlichen zu tun haben. Im Rahmen des „Stärken vor Ort”-Programms des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lautete das Ziel, ein Netzwerk aus Fachleuten zum Thema „Schulverweigerung” ins Leben zu rufen.

Etappenziel erreicht

„Das ist uns gelungen”, zeigten sich Horndt und Annette Groneberg vom Kooperationspartner Low-tec gGmbH zufrieden mit dem erreichten Etappenziel. Und noch etwas hat das Netzwerk erreicht: Die circa 20 Frauen und Männer haben ein Konzept erstellt, wie man auf Schulverweigerer zugehen kann. Wo ist Hilfe notwendig, wo Sanktionen? Welcher Kreis von Jugendlichen ist die Zielgruppe? Wie kann die Wahrnehmung der Lehrer für dieses Problem geschärft werden?

Denn Schulverweigerer fallen im Klassenzimmer-Alltag zunächst häufig erst einmal durchs Raster. Es sind entweder die ganz Stillen, die eh nie auffielen, oder aber die Störenfriede, ohne die ein Lehrer „endlich einmal seine Ruhe” hat.

Dabei unterscheiden die Experten zwischen der inneren und der äußeren Schulverweigerung. Bei ersteren ist der Jugendliche zwar körperlich anwesend, hat mit der Institution Schule aber längst abgeschlossen. Er sitzt die Zeit ab. Bei der äußeren Verweigerung glänzen Schüler dann deutlich sichtbar durch Abwesenheit, und zwar nicht nur als Schwänzer in der letzten Stunde, sondern tagelang.

„Mit dem jetzt gegründeten Netzwerk haben wir ein Instrument, das hinschaut und auch fragt: wie verändert sich die Problematik mit der Zeit?”, erklärt Lothar Horndt den Ansatz. So gibt es zum Beispiel unterschiedliche Orte, an denen sich Schulverweigerer treffen. Früher war dies häufig das Kaufhaus Karstadt (später Hertie), doch wo sind die Jugendlichen nun? Im Sommer gibt es viele Möglichkeiten, aber im Winter kann das Fernbleiben von der Schule bei eisigen Temperaturen sogar zu gesundheitlichen Schäden führen. Die Thematik ist also vielschichtig.

Daher haben die Experten nun ein Konzept entwickelt, das im zweiten Schritt umgesetzt werden soll. „Wir wollen nachhaltig arbeiten”, lautet der Anspruch der Experten. Die Idee: der Aufbau eines niedrigschwelligen Angebots, eine mobile Anlaufstelle, die in Zusammenarbeit mit der Mobilen Jugendarbeit entwickelt werden könnte.
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