NRW-Umweltminister schaut sich im Propsteier Wald um

Von: Patrick Nowicki
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Interessierter Blick: Der Technische Beigeordnete Hermann Gödde (rechts) erläutert NRW-Umweltminister Johannes Remmel (3.v.l.) die Pläne zum Propsteier Wald. Foto: Patrick Nowicki
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Nach der anstrengenden Wanderung gab es Glühwein und Wildwurst. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler/Stolberg. Am Zaun war auch für den Minister Schluss: Montagnachmittag schaute sich der NRW-Umweltminister Johannes Remmel im Propsteier Wald um. Der Grünen-Politiker ließ sich von Vertretern des Bundesforstes, des Fördervereins und vom Technischen Beigeordneten Hermann Gödde erläutern, wie aus dem derzeit noch eingezäunten ehemaligen Militärgelände ein Naherholungsgebiet und ein Camp CO2 Zero werden kann.

Remmel hörte aufmerksam zu, zu irgendwelchen Zusagen ließ er sich jedoch nicht hinreißen.

Das war aber auch nicht Ziel des Treffens, dem eine Exkursion unter Führung der Bundesförster Jürgen Rost und Achim Urmes vorausging. Das Projekt soll in Düsseldorf bekannt werden, um zu einem späteren Zeitpunkt an Fördertöpfe des Landes zu gelangen. Der Minister zog dann auch ein aus Eschweiler Sicht erfreuliches Fazit. „Wichtig ist, dass die Projekte auch umsetzbar sind - und dies ist hier der Fall“, sagte Remmel. Begleitet wurde er von der Landtagsabgeordneten Jutta Velte, die in Remscheid daran beteiligt war, eine Waldgenossenschaft zu gründen. Aktuell hat jedoch nicht die Gründung eine Genossenschaft Priorität, sondern die Öffnung des Propsteier Waldes.

In zwei Wochen wird der Förderverein diesem Ziel einen großen Schritt näher kommen. Dann wird die Vereinbarung zwischen Bundesforst und Stadt Eschweiler unterschrieben, die in der nächsten Woche noch vom Rat der Stadt abgesegnet werden muss. Inzwischen unterstreicht auch der Bundesforst, dass der Propsteier Wald als Naherholungsziel, aber auch aus der Sicht des Naturschutzes ein großes Potenzial besitzt.

„Die Holzwirtschaft stand hier nie im Mittelpunkt, so dass sich der Wald ursprünglich entwickeln konnte“, berichtet Jürgen Rost, Betriebsleiter des Bundesforstbetriebs Rhein-Weser. Der Bestand an Laubhölzern ist dort sehr groß. An den Anlagen des Munitionslagers haben sich seltene Pflanzen niedergelassen.

Dass die Vorhängeschlösser an den Toren zum Propsteier Wald schnell verschwinden, glaubt Jürgen Rost nicht: „Wir befinden uns am Anfang eines langen Weges“, sagt er. Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages wird analysiert, wo sich Kampfmittel befinden können. Bevor die belgischen Streitkräfte den Propsteier Wald als Munitionsdepot nutzten, befand sich dort ein Wehrmachtsdepot. „Liegt die Analyse vor, wissen wir, ob der Kampfmittelräumdienst Areale genauer untersuchen muss“, teilt Rost mit. Anschließend könne man damit beginnen, den Propsteier Wald abschnittsweise zu öffnen. Rost denkt daran, Lehrpfade und Themenwege einzurichten.

Das aus wirtschaftlicher Sicht wichtige Projekt Camp CO2 Zero soll parallel dazu Fahrt aufnehmen. Vor allem Freilandforschung soll dort in Zusammenarbeit mit der RWTH und FH Aachen, aber auch mit anderen Institutionen betrieben werden. Potenzielle Bereiche für Windräder sind vorhanden. Die Bundesförster sprechen von drei oder vier Anlagen. Für sie sollen etwa 80 Jahre alte Fichtenbestände weichen. Die Bäume werden dann durch Laubhölzer ersetzt. „Wenn man dort nicht Windkraftanlagen in einem Wald bauen kann, wo denn sonst?“ fragt Achim Urmes vom Bundesforst.

Naturschutzzonen auf der einen, Freilandforschung auf der anderen Seite: Johannes Remmel konnte sich in kurzer Zeit über die weitreichenden Möglichkeiten im Propsteier Wald informieren. Es gab aber auch handfeste Kostproben - aus dem Lehmbackofen, der im Rahmen der ersten Ferienspiele im Sommer von Kindern gebaut wurde. Bei Brötchen, Glühwein und Wildbratwürsten ließ die Gruppe mit dem Minister die Stipvisite im Propsteier Wald ausklingen. Und eine Premiere gab es obendrein: Bürgermeister Rudi Bertram bat Johannes Remmel, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Mitten im Propsteier Wald.

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