Nothberger Burg weiter im Dornröschenschlaf

Von: Patrick Nowicki
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Im Südost-Turm soll einmal eine Treppe eingezogen werden. Foto: Patrick Nowicki
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Es gibt noch viel zu tun auf der Nothberger Burg: In den nächsten Monaten sollen endlich die Arbeiten am historisch wertvollen Erker beginnen. Foto: Patrick Nowicki
Eschweiler
Zahlreiche Relikte besserer Tage liegen im Keller der Burg. Die Ruine kann ohne Helm nicht begangen werden. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die Geschichte des Fördervereins der Nothberger Burg ist genauso wechselhaft wie das Gemäuer selbst, doch selten war der Optimismus so groß wie in diesen Tagen. In der vergangenen Woche wählten die Mitglieder erneut Hans Illner zum Vorsitzenden. In den nächsten Monaten sollen die Arbeiten an der Burg beginnen.

Ihm zur Seite steht als Stellvertreter Justus Peters, der viele Jahre als leitender Kreisrechtsdirektor in Düren tätig war und inzwischen als Rechtsanwalt arbeitet. Seine Hilfe und Ratschläge können helfen, den entscheidenden Schritt in eine gute Zukunft zu setzen. Der Vertrag zwischen dem Burgeigentümer und dem Verein liegt vor, letzte Details sollen in nächster Zeit geklärt werden.

Von den Unterschriften hängt ab, ob Fördermittel nach Nothberg fließen, um die Burg in ihrem jetzigen Zustand zu sichern und vor allem auch begehbar zu machen. Die Rede ist von einer sechsstelligen Summe, die in mehreren Schritten abgerufen werden kann. Potenzielle Geldgeber sind die Stiftung Denkmalschutz, aber auch das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund.

Das Geld wird dringend benötigt, denn es müssen Schäden an den Mauerkronen, Risse und mangelhafte Verfugung beseitigt werden, aber auch Mängel an Kreuzstock- und Querstockfenstern und die erhaltenen Teile des Renaissance-Erkers bereiten den Fördervereinsmitgliedern Sorge.

Die Gedanken, Publikum aufs Gelände zu lassen, bestehen schon seit Jahren. Allerdings müssen zahlreiche juristische Hürden genommen werden: „Es geht um viele Kleinigkeiten, die zu regeln sind“, berichtet Justus Peters. Er wolle seine Erfahrung einbringen und war bei den Gesprächen dabei. Peters war beteiligt, die Grundlagen für die Sanierung der Burg Engelsdorf bei Aldenhoven zu legen.

Derzeit liegt der Vertragsentwurf für die Nothberger Burg bei der Stiftung Denkmalschutz: Mit dem Schriftstück dürfen schließlich die Fördervoraussetzungen nicht verwirkt werden. Auch Haftungsfragen müssen bewertet werden. Erst wenn alles wasserdicht und geklärt ist, kann man zur Tat schreiten.

„Ich kann die Bedenken und Probleme sowohl des Eigentümers als auch des Vereins verstehen“, sagt Peters. Am Ende müsse ein Kompromiss her, mit dem alle Beteiligten leben können.

Die Zukunftspläne können schnell aus der Schublade gezogen werden. Die Low-Tec gemeinnützige Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Düren mbH will man stärker mit ins Boot holen, um die Arbeiten zu erledigen. Sie war in der Vergangenheit immer wieder eingebunden. Die Bauleitung soll in den Händen von Architekt Dr. Ekkehard Kandler liegen, der auch schon die Sanierung der Burg Engelsdorf mitverantwortet hat.

Es könnte also losgehen, aber im Nothberger Verein ist man vorsichtig geworden: Oft scheiterten große Ideen an Details. Jetzt wählt man den Weg der kleinen Schritte. Eine Voraussetzung war die Kontinuität im Verein – die ist nun gegeben. Hans Illner und der neue Vorstand sind für vier Jahre gewählt.

In dieser Zeit, so hoffen Illner und seine Mitstreiter, will man die Weichen für eine gute Zukunft der Ruine stellen. Idealerweise kann man irgendwann Veranstaltungen anbieten, ein Turm kann über eine Wendeltreppe bestiegen werden, von wo aus Besucher den Blick über das Indeufer schweifen lassen können – aber dies ist die finale Wunschvorstellung. Gefragt sind zunächst Beharrlichkeit und Durchhaltevermögen.

Das historische Gemäuer war auch Grundlage eines wissenschaftlichen Buches unter dem Titel „Burg Nothberg in Eschweiler und die Pasqualinis“. Es wurde in der Zitadelle Jülich bereits präsentiert und soll nach den Sommerferien auch in Eschweiler vorgestellt werden.

Autor ist Jürgen Eberhardt, ehemaliger Professor für Denkmalpflege an der Fachhochschule Köln. Er kennt jeden Stein der Nothberger Burg. Vor 36 Jahren begann er mit Sicherungs- und Forschungsarbeiten an der Burg Nothberg. Im Rahmen des „Modells Nothberg“ in Zusammenarbeit mit den Handwerkskammern Köln und Aachen wurde dort eine Zeit lang die Ausbildung zum Bruchsteinmaurer angeboten.

Zudem tummelten sich Hunderte Studenten, die an der FH Köln Baudenkmalpflege studierten, in Praxiskursen in dem alten Gemäuer. Viele davon gehören heute noch dem Förderverein an. Der genaue Termin der Buchvorstellung in Eschweiler steht noch nicht fest.

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