Notfallkarte an der Tür kann Leben retten

Von: ran
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Die Notfallkarte kann Leben retten, sind der Seniorenbeauftragte Winfried Effenberg, der SkM-Vorsitzende Dieter Cremer, der SkM-Geschäftsführer Gerd Becker und Bürgermeister Rudi Bertram (v. l.) überzeugt. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Ein Albtraum für jeden Notfallretter: Er kommt in die Wohnung des Patienten und dieser kann sich nicht mehr darüber äußern, was ihm fehlt, ob er Medikamente nimmt oder ob er unter Allergien leidet.

Angehörige sind nicht vorhanden oder stehen so unter Schock, dass auch sie nicht in der Lage sind, wichtige und möglicherweise lebensrettende Auskünfte zu geben.

Diese Gefahr könnte nun ab dem 1. Mai in der Indestadt minimiert werden. Denn am Freitag führt die Stadt Eschweiler in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Männer (SkM) sowie der Freiwilligen Feuerwehr und den Rettungsdiensten die „Notfallkarte” ein.

Vorbild Oelde

Die Notfallkarte besteht aus einem vom Patienten auszufüllenden Vordruck, in dem persönliche Daten sowie Angaben zu Hausarzt, Krankenkasse, Patientenverfügung sowie Vorerkrankungen, Krankenhausaufenthalten und Medikationen eingetragen werden. Die Karte soll, in einem verschlossenen Umschlag deponiert, an der Innenseite der Wohnungstür angebracht werden, so dass im Notfall die Retter schnellen Zugang zu den Angaben haben, die sie für eine Akutbehandlung benötigen.

Die Idee, die Notfallkarte in Eschweiler einzuführen, kam von Gerd Becker, Geschäftsführer des SkM. „Während eines Verwandtschaftsbesuchs in Oelde las ich in der dortigen Tageszeitung, dass die Verwaltung eine solche Karte einführt. Ich trat zunächst mit der Stadt Oelde in Verbindung, dann mit dem SkM in Eschweiler”, erinnert sich der sachkundige Einwohner des Senioren- und Sozialausschusses.

Es folgten Gespräche mit Winfried Effenberg, Seniorenbeauftragter der Stadt Eschweiler. Kurze Zeit später beriet der Senioren- und Sozialausschuss über die Notfallkarte. „Die Idee wurde einstimmig angenommen”, zeigt sich Gerd Becker hocherfreut.

„Die Notfallkarte ist ein Instrument, das auf Freiwilligkeit setzt. Der Patient füllt das Formular selbstständig aus. Deshalb gibt es keine datenschutztechnischen Bedenken”, macht Winfried Effenberg deutlich. Wichtig sei ebenfalls, dass die Notfallkarte keinesfalls nur für ältere Menschen gedacht sei.

„Wir wollen vor allem Alleinstehende aller Altersklassen ansprechen”, betont der Seniorenbeauftragte. Dies unterstreicht auch Bürgermeister Rudi Bertram: „Diese Idee geht eigentlich alle Menschen an”, erklärt der Verwaltungschef.

Ein besonderer Dank gelte dem SkM, der sich bereit erklärte, die Finanzierung der Briefumschläge zu übernehmen.

Notfallkarten sind ab sofort an der Information im Rathaus, im Städtischen Seniorenzentrum an der Marienstraße 7, sowie beim Seniorenbeauftragten Winfried Effenberg im Rathaus, Zimmer 239, zu erhalten.
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