Eschweiler - Nördliche Innenstadt: Alles so lassen, wie es ist?

Nördliche Innenstadt: Alles so lassen, wie es ist?

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
Hier ist jede Menge Platz: obe
Hier ist jede Menge Platz: oberhalb der Kirchenmauer. Ein Abriss der Mauer und der Bau einer breiten Treppenanlage könnte diese Flächen besser erschließen.

Eschweiler. Integriertes Entwicklungskonzept Innenstadt Nord heißt das Wortungetüm, das Eschweilers Marktplatz und Umgebung zukunftsfit machen soll.

Eine Gegend mit einer Menge Potenzial - von belebten Plätzen und idyllischen Grünflächen über erhaltenswerten Baumbestand bis hin zu gepflegten Wohnhäusern mit attraktiven Fassen - aber auch etlichen Schwächen. Zu Letzteren zählt die „tote” Schnellengasse ebenso wie die unattraktive Einmündung Kochgasse/Indestraße, aber auch die Indestraße selbst, die als Barriere zwischen dem neu hergerichteten Südteil der City und dem bislang vernachlässigten Norden fungiert. Dabei, so sieht es Stadtplaner Professor Hartmut Welters, birgt gerade die Inde viele Möglichkeiten, der Innenstadt ein attraktiveres Gesicht zu geben: mit Sitzstufen zum Flussbett hin oder auch mit überkragenden Aussichtsplattformen.

Welters ist Teilhaber des Dortmunder Architektur- und Planungsbüros Post + Welters, das in Zusammenarbeit dem Essener Büro Brosk für Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung eine detaillierte stadtgestalterische Analyse und darauf basierend erste Konzepte für eine Neugestaltung des Marktplatzes entwickelt hat. Entwürfe, die die Planer jetzt interessierten Bürgern im Ratssaal vorstellten. Gut 50 Vertreter von Anwohnerschaft, Einzelhandel und Politik hatten sich im Ratssaal eingefunden, um zu erfahren, wie sich die Planer die Neubelebung der nördlichen Innenstadt „als historisches Herz von Eschweiler” mit den Schwerpunkten innerstädtisches Wohnen, Gastronomie sowie Büro-/Dienstleistungen vorstellen. Und vor allem, um ihre eigenen Wünsche, Vorstellungen und Anregungen einzubringen.

Und um Missverständnisse auszuräumen: Dem Vorwurf seitens des Citymanagements, die Stadt wolle in der nördlichen Cityhälfte Handel unterbinden, setzte Hermann Gödde, als Eschweilers Technischer Beigeordneter Moderator der „Planungswerkstatt” im Ratssaal, ein klares „Nein” entgegen.

Rüdiger Brosk stellte zwei Entwurfsvarianten zur Diskussion: In Variante 1 bleibt der Marktplatz als klar definiertes Geviert zwischen den existierenden Baumreihen, Kirchenmauer und Pollerreihe erhalten, wird aber im Süden und Westen durch Treppenstufen von den Vorbereichen bzw. Fahrbahnen getrennt. Der Platz hat dann lediglich zwei Zu- und Ausfahrten: nahe den Lokalen „Sylvinos” und „Mexi & Co.” Völlig unpraktikabel, befanden die meisten: weil das schon bei den Wochenmärkten zweimal wöchentlich zu Chaos, Staus und Ärger unter Marktbeschickern führe. Mehr Sympathie zeigten die meisten für Variante zwei: eine ebene Freifläche, die nach südländischem Vorbild von Haus zu Haus reiche und das gesamte Areal, Fahrbahnen eingeschlossen, umfasse - unter Wegfall einiger Parkplatz an der Südseite des Marktplatzes.

Beiden Varianten gemeinsam ist der Vorschlag, die heutige Mauer zwischen Kirche und Marktplatz durch eine breite Treppenanlage zu ersetzen. Das schaffe eine nicht nur optische Verbindung zwischen beiden Ebenen und eröffne zudem die Möglichkeit, an der Kirchenwand eine Veranstaltungsbühne zu installieren und dem Marktplatz somit eine größere Besucherkapazität zu geben. Dazu allerdings müsste das Einverständnis der Pfarrgemeinde eingeholt werden.

Fand die Idee der Treppenanlage breite Zustimmung, so sahen viele das Gesamtprojekt mit Skepsis: Man solle den Marktplatz weitestgehend so belassen, wie er ist, hieß es. Im Klartext: Auf teures neues Pflaster verzichten, stattdessen punktuell Verbesserungen einbringen - wie neues Spielgerät für Kinder oder Sitzmöglichkeiten auf modernen Hochbeet-Einfriedungen von Bäumen. Die könnten die jetzigen Stolperfallen rund ums Grün ersetzen. „Weniger ist mehr”, so das Credo der auf Sparsamkeit bedachten Anwohner, die dem Vorschlag eines einzelnen Bürgers, unter dem Marktplatz eine Tiefgarage zu installieren, keine Chance ließen. Barrierefrei soll er sein, der Marktplatz, und autofrei. Oder auch eben nicht. Festzelte müssen drauf Platz haben, und die Außengastronomie muss sich auf ihn ausweiten können. All die bisherigen Nutzungen müssen auch künftig auf ihm möglich sein.

Die Anregungen der Bürger werden jetzt in die Pläne eingearbeitet, ehe die in wenigen Wochen erneut den Bürgern präsentiert und dann dem Planungsausschuss vorgestellt werden. Einen Gesprächstermin mit dem Regierungspräsidenten hat Hermann Gödde auch schon ins Auge gefasst: zwecks Auslotung von Fördermöglichkeiten.
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