Nina Hagen: Nach zehn Minuten sind alle Tickets weg

Von: Sarah Maria Berners
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Anstehen für ein musikalische
Anstehen für ein musikalisches Ereignis der besonderen Art: Nina Hagen kommt nach Eschweiler und die 300 Tickets dafür sind in wenigen Minuten vergriffen. Foto: Sarah Maria Berners

Eschweiler. Das große Portal der Dreieinigkeitskirche ist verschlossen, es ist 9.30 Uhr. Auf dem Martin-Luther-Platz hat sich eine lange Schlange gebildet, Jung und Alt warten darauf, dass der Küster endlich die Türe aufschließt.

Um 10 Uhr soll der Ticketverkauf für das Nina-Hagen-Konzert beginnen.

Mitten in der Schlange steht Christel Fiedler aus Aldenhoven. „Ich bin hier, um ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen”, erzählt sie. Aber natürlich will sie auch Tickets für sich selbst erstehen. „Nina Hagen hat sich zum Glauben bekannt, das hat mein Interesse geweckt. Ich bin sehr gespannt auf ihren Auftritt. Für mich ist sie eine faszinierende Künstlerin.”

Nicht alle finden sie gut

Vor ihr steht Norbert Klein vom Jazz Club in der Schlange. Schon viele Jahre ist er Fan von Nina Hagen. „Ich bin sehr gespannt auf ihr Konzert in dieser Location”, sagt er. „Das ist schon etwas ganz Besonderes.” Das fand auch das Management von Nina Hagen. „Die waren begeistert, als ich ihnen die Fotos von der Kirche geschickt habe”, erzählt Nina Mika-Helfmeier, Kulturchefin der Städteregion und großer Hagen-Fan.

Aber nicht alle in der langen Schlange finden Nina Hagen gut. Es sind auch viele Auftragskäufer unterwegs an diesem Morgen. Ein älterer Herr gibt unumwunden zu, dass er sich für die extrovertierte Musikerin nicht wirklich begeistern kann, „aber meine Tochter wollte gerne Karten haben”. Und wie das als Rentner nunmal so ist, findet man sich in einer langen Schlange wieder. Man hat ja Zeit. Andere kaufen Tickets für die Clique, Bekannte oder für den Chef. Beim Gespräch in der langen Schlange wird deutlich, dass sich an Nina Hagen die Geister scheiden. Während die einen sie für eine „begnadete, authentische Künstlerin” halten, finden andere sie „einfach nur verrückt und durchgeknallt”.

Nina Hagen polarisiert - und das ist es auch, was Nina Mika-Helfmeier an ihrer Namensvetterin so begeistert. „Ich bewundere Nina Hagen als Künstlerin. Seit 40 Jahren ist sie weltbekannt, sie ist glaubhaft und authentisch und sie hat viele wichtige Akzente in der Musikszene gesetzt”, sagt Mika-Helfmeier.

Dann endlich ist es soweit, die Türe geht auf. Mika-Helfmeier und eine Kollegin reichen ein Ticket nach dem anderen über den Tisch. 300 Stück sind sofort vergriffen, nach nur gut zehn Minuten. Damit hätte Mika-Helfmeier nicht gerechnet. Die Fans auch nicht. Einige trudeln erst einige Minuten später an der Kirche ein und müssen ohne Tickets wieder nach Hause gehen.

„Und der Rest ist eine Spende?”, fragt Mika-Helfmeier mit einem frechen Lächeln bei jedem Verkauf. „Ja, klar”, ist meist die Antwort. Dabei geht von jedem Ticket ohnehin schon ein Anteil an die Kirche.

Pfarrer Dieter Sommer weiß auch schon, was er mit den 811 Euro machen möchte: „Wir werden davon ein Projekt finanzieren, bei dem junge Eschweiler mit behinderten Jugendlichen in Kontakt kommen”, erzählt Sommer. Mit den Konfirmanden geht es bald nach Bielefeld zu einer Bethel-Einrichtung. Mit dieser Aktion will der Pfarrer bewirken, dass der Umgang mit behinderten Menschen selbstverständlicher wird und weniger von Hemmungen geprägt.
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