Niemand ist so flink am Futtertrog wie Zicke Heidi

Von: irmi
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Ziege „Heidi” hat meist das
Ziege „Heidi” hat meist das kleine weiße Stupsnäschen vorne, wenn die Kinder und Jugendlichen der Willi-Fährmann-Schule das Fressen für die Tiere vorbereiten. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, dass Big Daddy, Big Mama, Heidi, Fräulein Rottenmeyer&Co ihr neues Zuhause bezogen haben. Vorsichtig und noch etwas scheu erkundeten die Vier- und Zweibeiner, die vom Tierschutzverein aus einer schlechten Haltung befreit wurden, damals die Anlage und die Ställe in der Willi-Fährmann-Schule.

Mittlerweile haben sich die indischen Laufenten, Kaninchen, Meerschweinchen, Hühner, Hähne, Hunde, Schafe, Hängebauchschweine und Ziegen bestens eingelebt. Und von Scheu gibt es heute keine Spur mehr. Fröhlich grunzend lassen sich die beiden Hängebauchschweine Big Daddy und Big Mama von den Schülern streicheln. Die kleine weiße Ziege Heidi und ihre braun-gefleckte Kollegin „Fräulein Rottenmeyer” rennen aufgeregt hin und her, wenn der Pausengong erklingt. Denn der ist das sichere Zeichen, dass es etwas zu Fressen gibt und dass ihr Heim auf Vordermann gebracht wird.

Ja, die Schüler sind gemeinsam mit Sabine Deutz, Carolin Emonds-Seeger, Yvonne Cretu und Bozena Freitag für die Versorgung ihrer Spielgefährten verantwortlich. Im regelmäßigen Wechsel sorgen die Mädchen und Jungen aus den Unter- und Oberstufen dafür, dass die Tiere sich in ihren Behausungen wohlfühlen und dass sie regelmäßig gefüttert werden. „Und das funktioniert hervorragend”, weiß Carolin Emonds-Seeger, die als Sozialarbeiterin an der Willi-Fährmann-Schule tätig ist. „Nicht nur unsere Tiere profitieren davon, denn die ?Tiergestützte Pädagogik unterstützt den Lernprozess und die Sozialentwicklung von erziehungsschwierigen, verhaltensauffälligen und lernschwachen Kindern.”

Tiere lassen Nähe zu

Die Tiere werden entweder direkt als Lernsubjekt eingesetzt oder sie dienen als Medium um den Aufbau der der pädagogischen Beziehung zu erleichtern.

Ein weiteres wesentliches Element ist die Mitarbeit der Schüler bei der Pflege und Versorgung der Tiere. Tätigkeiten wie die Ställe misten, füttern und tränken gehören ebenso dazu, wie die emotionale Ansprache. Tiere regen zu Gefühlsäußerungen an und lassen eine Nähe zu, die von vielen Kindern gesucht und benötigt wird.

„Gerade im intensiven Einzelkontakt kann man das Tier als Vermittler einsetzen. Bei Menschen mit Kommunikations- und Kontaktstörungen ist die Begegnung mit einem Tier von großem Vorteil. Es übernimmt in der Therapie eine Eisbrecherfunktion und erzeugt fast spielerische Effekte”, so Carolin Emonds-Seeger.

Nun beteiligt sich die Willi-Fährmann-Schule mit ihrem Tierprojekt am Umweltwettbewerb der EWV „Schüler powern für die Umwelt”. Wie die Pflege und Hege ihrer Schützlinge aussieht, stellten sie am Dienstagmorgen der EWV-Wettbewerbsleiterin Klaudia Ratzke vor. Insgesamt 23 Schulen nehmen daran teil. Nun heißt es eifrig Daumendrücken für die Kinder und Jugendlichen der Willi-Fährmann-Schule.

Denn wer die Jury von seiner vorbildlichen Arbeit überzeugt, darf sich über ein Preisgeld von 500 Euro freuen.
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