Nichts zu tun im Winter? Von wegen!

Von: Tobias Röber
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Auch im Winter gibt‘s einiges zu tun: So macht sich Landwirt Hubert Mock etwa an die Pflege der Maschinen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Mit dem Wetter ist Landwirt Hubert Mock alles andere als zufrieden. „Es wird Zeit, dass es endlich mal friert“, sagte er jüngst. Kurz darauf wurde er erhört, die Temperaturen sanken tatsächlich unter den Gefrierpunkt. Ob die kurze Frostperiode allerdings ausreicht, wird sich zeigen.

Derzeit passiert auf den Feldern nicht viel. Das bedeutet aber längst nicht, dass die Landwirte die Füße hochlegen können. Im Gegenteil. Fernab der üblichen Erntegeschichte werden wir 2016 die indestädtische Landwirtschaft ein ganzes Kalenderjahr lang begleiten.

„Die Kaninchen und Mäuse freuen sich“, sagt Hubert Mock und meint damit die milden Temperaturen. Raps und Gerste seien derzeit so weit wie sonst erst im März. Gut ist das nicht. Frost ist für die Entwicklung der Pflanzen unabdingbar.

Und was macht ein Landwirt in den Wintermonaten, wenn er nicht aufs Feld fährt? Zum Beispiel Schreibtischarbeit, erklärt Mock. Einiges an Papierkram bleibe das Jahr über liegen, nun müsse es aufgearbeitet werden. So muss Mock etwa die Anträge zur Diesel-Rückvergütung ausfüllen. Der Hintergrund: Die Besteuerung von Diesel sowie die Rückvergütung für den in der Landwirtschaft verbrauchten Dieselkraftstoff („Agrardiesel“) wird in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU unterschiedlich geregelt.

Ein Landwirt in Deutschland zahlt mit rund 26 Cent pro Liter deutlich mehr Steuern für Diesel als Landwirte in anderen EU-Staaten. Für die Landwirte bedeutet die Steuerermäßigung auf Agrardiesel einen Schritt hin zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit in Europa.

Zudem müssen sich die Bauern mit dem sogenannten Greening beziehungsweise ökologischen Vorrangflächen beschäftigen. Das bedeutet, dass fünf Prozent der Ackerfläche begrünt werden müssen, wie es eine EU-Verordnung seit Beginn des vorigen Jahres verlangt. Auch der Erhalt von Hecken und sonstigen bepflanzten Randstreifen zählen dazu.

Die Vielfalt der Mischungen für diese Bepflanzung ist groß und die Landwirte befinden sich in der Experimentierphase, welche Mischungen für die Felder am besten geeignet sind. Hersteller bewerben ihre Produkte, Hubert Mock & Co. schauen genau hin, was auf dem Markt angeboten wird. Und auch in diesem Fall muss Frost her, damit diese Pflanzen – bis zum 15. Februar müssen sie stehen bleiben – wieder verschwinden.

Für die Bauern gilt es zudem, die Zulassungsordnung für Pflanzenschutzmittel zu beachten. Diese ändere sich immer wieder und die Landwirte müssen genau schauen, welche Mittel sie nicht mehr – es gibt stets auch Übergangsregelungen – verwenden dürfen. Auch die Düngemittelverordnung muss Mock im Blick haben. Ab dem 15. Februar dürfen die Landwirte wieder düngen. Auch Besuche von Infoveranstaltungen gehören im Winter für Landwirte dazu.

Für Hubert Mock steht bei all diesen Verordnungen fest: „Mehr davon brauchen wir auf keinen Fall!“

Eine weitere Veränderung steht für die Landwirte ebenfalls bald an. Die Zuckermarktordnung läuft am 30. September des kommenden Jahres aus. Der Rheinische Rübenbauernverband hat kürzlich getagt, etwas Neues gebe es noch nicht. Ab dem Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 werden die Rahmenbedingungen der europäischen Zuckerpolitik dann grundlegend verändert. Der Beschluss von Europäischem Parlament und Agrarministerrat sieht vor, dass das Quotensystem abgeschafft wird und die Verpflichtung zur Zahlung des Rübenmindestpreises entfällt.

Bleibt eine weitere, sehr wichtige Aufgabe, die Landwirte im Winter erledigen müssen: Die Pflege und Wartung der Maschinen, die bald wieder auf die Felder fahren.

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