Eschweiler - Nicht nur in Sachen Verkehr gibt’s viel zu tun

Nicht nur in Sachen Verkehr gibt’s viel zu tun

Von: ran
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Blicken hoffnungsvoll auf das Wahljahr 2017: Der im Amt bestätigte Vorsitzende Leo Gehlen, Kassiererin Nicole Dickmeis, die Bundestags-Kandidatin und stellvertretende Geschäftsführerin Claudia Moll, Geschäftsführer Guido Freiboth sowie der stellvertretende Vorsitzende Willi Broschk führen den SPD-Ortsverein Dürwiß/Neu-Lohn. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Die indestädtischen Genossen wittern Morgenluft. Nicht unbedingt kommunalpolitisch, denn auf dieser Ebene treten die Eschweiler Sozialdemokraten seit Jahren dominierend auf. Nein, seit der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten sehen die SPD´ler auch auf Bundesebene wieder Perspektiven.

Dementsprechend guter Stimmung präsentierten sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Dürwiß/Neu-Lohn während der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Reiterhof Kranen, bei der auch die Neuwahlen des Vorstands auf der Tagesordnung standen. Mit 23 Ja- und 3-Nein-Stimmen wurde Leo Gehlen im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Ihm zur Seite stehen werden Wilhelm Broschk als stellvertretender Vorsitzender, der neue Geschäftsführer Guido Freiboth (beide ohne Gegenstimme), dessen Stellvertreterin Claudia Moll, Kassiererin Nicole Dickmeis (beide eine Gegenstimme) sowie der stellvertretende Kassierer Thomas Lessner (keine Gegenstimme). Den Vorstand komplettieren die Beisitzer Gaby Cremer, Manfred Dickmeis, Oliver Liebchen, René Maaßen, Franz-Josef Mingers, Norbert Prenzyna und Leo Rath.

Zum Auftakt der Versammlung blickte Leo Gehlen auf die Aktivitäten des Ortsvereins der vergangenen Monate zurück und erinnerte dabei unter anderem an die Feier zum 70-jährigen Bestehen der Dürwisser SPD am 1. Juli 2016, während der ein gewisser Martin Schulz als Gastredner auftrat. „Darüber dürfen wir aber keinesfalls unsere Aktionen am Muttertag, an Ostern und Weihnachten vergessen, die wir nicht nur in Wahljahren, sondern in jedem Jahr organisieren.

Denn dadurch kommen wir mit den Menschen vor Ort in intensive Gespräche“, begründete der alte und neue Vorsitzende das Engagement. Nach vorne schauend regte Leo Gehlen auf Grund der sich verändernden Verkehrssituation im wachsenden Dürwiß die Entwicklung eines umfassenden Verkehrskonzeptes für den Stadtteil im Norden der Indestadt an. Darüber hinaus sei der Ortsverein sehr aktiv in das Wirken des Arbeitskreises „50 Jahre Umsiedlung Lohn“ eingebunden, dessen Mitglieder planten, Mitte Juni 2018 im Rahmen eines zweitägigen Festes eine Ausstellung und eine Dokumentation zum Thema zu präsentieren.

Kleine Leute im Mittelpunkt

Doch der SPD-Ortsverein Dürwiß/Neu-Lohn setze inzwischen bei weitem nicht nur kommunalpolitische Akzente. So sei die Nominierung von Claudia Moll zur Bundestagskandidatin der SPD im Wahlkreis Aachen-Land natürlich ein außergewöhnlicher Höhepunkt des vergangenen Jahres gewesen, zumal sich die Indestädterin dabei in einem demokratischen Prozess gegen zwei Mitbewerber behauptet habe. In ihrem „zweiten Wohnzimmer“ ergriff die kurz zuvor im Amt der stellvertretenden Geschäftsführerin bestätigte Kandidatin dann auch das Wort, um der Versammlung ihre Ziele vorzustellen: „Ich kandidiere, weil das wahre Leben wieder tief im Bundestag verankert werden muss. Ich möchte dazu beitragen, dass die kleinen Leute wieder in den Mittelpunkt der politischen Arbeit rücken und für Menschen arbeiten, die das Gefühl haben, von allen positiven Entwicklungen ausgeschlossen zu sein“, skizzierte sie. Maßgebliche Themen seien für sie die Pflege, das Gesundheitssystem sowie die Bereiche Arbeit und Rente.

„Der Pflegenotstand ist bittere Realität. Das Personal ist vollkommen überlastet und arbeitet sich krank. Natürlich zum Schaden der Patienten“, sprach die examinierte Altenpflegerin und Fachkraft für Gerontopsychatrie aus eigener beruflicher Erfahrung. Eine größere Würdigung der Arbeit des in der Pflege tätigen Personals, zu der nicht zuletzt die bessere Bezahlung gehöre, sei unabdingbar. Weiterhin sei es ein Skandal, dass viele arbeitende Menschen nicht von ihrem Lohn leben könnten und Renten häufig nicht „Lebensstandardsichernd“ seien. „Dass wir im reichen Deutschland überhaupt von Altersarmut reden müssen, ist eine Schande für den Sozialstaat“, kritisierte Claudia Moll. Die vielzitierte „Agenda 2010“ habe bei ihrer Einführung eventuell ihre Berechtigung gehabt, sei aber inzwischen überholt und bedürfe einer gründlichen Reformierung. „Generell ist der Schulterschluss mit den Gewerkschaften geboten“, betonte die Sozialdemokratin unter dem Applaus der Versammlung.

Nadine Leonhardt hatte als Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion zuvor einen kurzen Überblick über kommunalpolitische Themen gegeben. In Sachen „Entwicklung der nördlichen Innenstadt“ sei vom Rat ein integriertes Handlungskonzept als notwendige Voraussetzung für Fördergelder verabschiedet worden.

Der mögliche Rückbau der Indestraße sei durchaus ein Thema, doch auch hier müsse zunächst ein umfassendes Verkehrskonzept erarbeitet werden, so die Fraktionsvorsitzende, die auch Anregungen für ein mögliches „Verkehrskonzept Dürwiß“ entgegennahm. „Es muss uns allerdings bewusst sein, dass wir es nie schaffen werden, es allen Bewohnern von Dürwiß recht zu machen“, räumte Leo Gehlen ein, der zum Ende der Versammlung auf die Mitgliederversammlung am Donnerstag, 6. April, verwies, während der die am 14. Mai stattfindende Landtagswahl im Mittelpunkt stehen werde.

Den Schlusspunkt setzt Nadine Leonhardt mit einem Appell: „Die Wahl in den Vereinigten Staaten hat gezeigt, dass es keinesfalls egal ist, wen man wählt. Demokratie ist ein Gut, das verloren gehen kann!“

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