Nicht nur im Rathaus herrscht Totenstille

Von: rpm/irmi
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Vor der Fassade des Rathauses wehten am Montag die Flaggen Europas, Deutschlands und Frankreichs auf Halbmast. Foto: Rudolf Müller
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Dutzende Mitarbeiter der Stadt kamen am Montagmittag zu einer Schweigeminute im Foyer des Rathauses zusammen. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Der Schock sitzt tief. Auch in Eschweiler. Was am Freitagabend in Paris geschah, traf auch die Menschen an der Inde. Nicht nur, weil die Indestadt seit Jahrzehnten eine tiefe Freundschaft mit den Menschen in ihrer Partnerstadt Wattrelos verbindet. Sondern weil die feigen Mordanschläge von Paris ganz Europa, der ganzen Welt galten.

Dies unterstrich am Montag Bürgermeister Rudi Bertram, der seine Kollegen der Eschweiler Stadtverwaltung für 12 Uhr mittags zu einer Schweigeminute ins Foyer des Rathauses gebeten hatte. Zahlreiche kamen. Sie gedachten der zahleichen Opfer der Anschläge, waren mit ihren Gedanken aber vor allem bei deren Hinterbliebenen.

Und sie sandten so auch ein Signal an Wattrelos‘ Bürgermeister Dominique Baert: Eschweiler steht fest an der Seite seiner Partner. Wenn man im Rathaus auch bis dato noch nichts aus der Partnerstadt gehört hatte; darüber, wie man im Norden Frankreichs mit den blutigen Versuche umgeht, die westliche Kultur und Lebensart zu torpedieren. „Unser Signal ist: Wir lassen uns das nicht gefallen!“, betonte Rudi Bertram. „Die Demokratie muss so stark sein, dass sie dagegenhalten kann.“

Die europaweite Schweigeminuten wurde nicht nur im Rathaus, vor dem die Flaggen Europas, Frankreichs und Deutschlands auf Halbmast wehten, zum Innehalten genutzt.

Auch zahlreiche Schulen beteiligten sich. Zum Beispiel die Realschul Patternhof: „Vor allem die Schüler der 10. Klassen zeigen enormes Interesse an dem Thema“, sagt Schulleiterin Michaela Silbernagel. „Aber auch jüngere Schüler drängen darauf, dass das Geschehen im Unterricht thematisiert wird.“

In der Liebfrauenschule, die sich wie alle weiterführenden Schulen in Eschweiler an der Schweigeminute beteiligt hat, greifen laut Schulleiter Bert Schopen die Geschichts- und Religionslehrer das Thema im Unterricht auf.

Im Städtischen Gymnasium beteiligt sich Schulleiter Winfried Grunewald am Unterricht einer Referendarin und arbeitet das Thema mit den Schülern auf, aber auch alle anderen Lehrer sind angehalten, mit den Schülern darüber zu sprechen. Im Berufskolleg ist es den Lehrern freigestellt, das Thema zu erörtern, wenn die Schüler das wollen, sagt Schulleiter Thomas Gurdon.

Entsetzt ist man auch in der Türkisch-Islamischen Gemeinde Eschweiler an der Wollenweberstraße. Zu einer offiziellen Stellungnahme sah man sich dort aber außerstande. Vorsitzender Yalcin Demirak ist erst am Freitag wieder zu erreichen.

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