Nicht in Lebensgefahr: 24-Jährige mit Tuberkulose infiziert

Von: Rudolf Müller
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Eschweiler. Schreck in der Abendstunde: Als eine 24-Jährige am Donnerstagabend wegen Schwangerschaftsbeschwerden ein Krankenhaus aufsuchte, war die Diagnose eine ganz andere: Die junge Frau litt an Tuberkulose (TBC).

TBC, früher auch als „Schwindsucht“ bezeichnet, ist eine durch Mykobakterien verursachte Infektionskrankheit, die in den meisten Fällen die Lungen betrifft. Sie ist nach Darstellung des Gesundheitsamtes gar nicht so selten – auch nicht in der Städteregion. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gab es 2012 in Deutschland 4227 TBC-Fälle, 127 verliefen tödlich. Die Dunkelziffer dürfte aufgrund der unspezifischen Symptome des Krankheitsbildes relativ hoch sein.

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass rund ein Drittel (!) der Weltbevölkerung mit Tuberkulose infiziert ist. Bei nur 5 bis 10 Prozent allerdings kommt die Krankheit zum Ausbruch. Die Krankheit ist inzwischen sehr gut behandelbar, so dass in den meisten Fällen eine völlige Ausheilung der Infektion möglich ist.

„Für die junge Frau besteht keine Lebensgefahr“, teilte Eschweilers Sozialdezernent Stefan Kaever am Freitag mit. Ihr zweieinhalbjähriges Kind und eine Freundin, die die Frau ins Klinikum begleitet hatten, wurden am Freitag noch untersucht. Ergebnisse werden am Montag erwartet. Zudem wurde eine Liste von Kontaktpersonen angefertigt, darunter auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

„Eine Übertragung von einem Kind auf einen Erwachsenen ist laut der Ärzte nicht möglich. Eine Übertragung durch Husten sei ebenso kaum denkbar: Eine Ansteckung sei nur wahrscheinlich, wenn jemand einer infizierten Person auf mindestens eineinhalb Meter nahe kommt – und das über mindestens acht Stunden. Für Kontaktpersonen besteht also keine Gefahr“, betont Kaever.

Man habe sofort das Zimmer der Frau nach den Vorgaben des Gesundheitsamtes behandelt, zudem die Gemeinschaftsräume wie Küche und Sanitärräume desinfiziert. Wann und wo die 24-jährige Nigerianerin, die in einer städtischen Einrichtung in Weisweiler lebt, sich angesteckt hat, wird derzeit untersucht. Kaever: „Nach Angaben der Ärzte des Gesundheitsamtes beträgt die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch drei bis sechs Monate. Vor sechs Monaten war die Frau noch in einer Einrichtung des Landes.“ Damals hatten die Ärzte ihr bei der Erstaufnahme in Deutschland bescheinigt, TBC-frei zu sein. Was nicht bedeute, dass sie sich nicht gleich dort angesteckt habe.

Die 24-jährige alleinerziehende Mutter, die in Eschweiler ein zweites Mal schwanger wurde, wird unter Quarantäne im Aachener Klinikum behandelt. Dass es das Klinikum ist, liegt laut Stefan Kaever allerdings nicht an der Tuberkulose („die hätte auch im Eschweiler St.-Antonius-Hospital behandelt werden können“), sondern an den Schwangerschaftskomplikationen.

Jeder Tuberkulose-Patient muss dem Gesundheitsamt gemeldet werden, das persönliche Daten registriert und gespeichert. Mit dieser Meldepflicht soll auch eine mögliche Tuberkulose-Übertragung und -Ausbreitung frühzeitig verhindert werden.

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