Aachen - Neun Monate auf Bewährung für Pferdehalter Fritz B.

Neun Monate auf Bewährung für Pferdehalter Fritz B.

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Im Fall des Landwirts Fritz B. (72) aus Aachen Krauthausen hat ein Aachener Schöffengericht am Freitag deutliche Worte gesprochen.

Der Angeklagte habe einen Fuchsscheckwallach auf einer Weide bei Eschweiler nahezu verhungern lassen, obwohl er die Schiefstellung der Zähne des Tieres hätte bemerken müssen.

Das Pferd konnte deshalb die Nahrung nicht verwerten und verhungerte langsam. Das nach drei bis vier Wochen entkräftete und zusammengebrochene Tier erschlug er im Juli 2008 nach den Erkenntnissen von Richter Markus Vogt auf der Wiese mit einem Hammer, den die Polizei später in seinem Kofferraum sicherstellte.

Wegen dieser Sache und weil er anderen Pferden „wissentlich länger anhaltende Schmerzen und Leiden” zugefügt habe, wurde der ehemalige Züchter zu neun Monaten Strafhaft verurteilt. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre. Gleichzeitig verhängte das Gericht ein fünfjähriges „Haltungsverbot für Wirbeltiere”. Das gilt im übrigen auch für die Tochter des Angeklagten, Elke B. (39).

Die Bäckereifachfrau wurde wegen gemeinsam begangener Verfehlungen im Umgang mit den Pferden zu 4800 Euro Geldstrafe verurteilt. Das Gericht warf ihr insbesondere vor, im Jahr 2006 eine Gruppe von „sechs bis acht Pferden” im Winter 2006 auf einer Weide ohne Unterstand ohne eine Tränke, die nicht zufrieren konnte, gestanden lassen zu haben.

Tierschützer waren damals auf die Quälereien aufmerksam geworden, einer hatte genau darüber Buch geführt, dass die Tiere nur verschimmeltes Futter sowie ungenügend Wasser bekamen und von Wind und Wetter bis auf die Unterhaut durchnässt wurden.

Zwar hielt auch der Richter manche Aktionen der Tierschützer für grenzwertig, an den Angaben des Hauptzeugen habe es allerdings keinen Anlass zu Zweifeln gegeben. Die Verteidiger Manfred Dickau und Walter Strüder hatten einen Freispruch oder Geldstrafen gefordert, der Landwirt und seine Tochter seien überfordert gewesen. Die Anklage plädiert auf ein Jahr Gefängnis mit Bewährung.
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