„Neues Zentrum Weisweiler“ gewinnt ab jetzt an Höhe

Von: Rudolf Müller
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So soll es – von der Lindenallee her gesehen – in knapp anderthalb Jahren aussehen: das „Neue Zentrum Weisweiler“. Gestern erfolgte die Grundsteinlegung für das multifunktionale Projekt. Foto: Residenz-Gruppe Bremen
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Eine Metallkapsel mit Zeitdokumenten versenkten Stephan Hüssen, Hermann Gödde und Dr. Christoph Kösters (v. r.) in dem Betonklotz, der ins Fundament des „Neuen Zentrums Weisweiler“ eingelassen wird. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Das Meer roter Fähnchen ist verschwunden. Fähnchen, von denen jedes einzelne ein Bohrloch markierte.

Weil das Gelände vor der ehemaligen Weisweiler Feuerwache, zwischen Lindenallee und Schützenstraße, als besonders gefährlich angenommen wurde, was Weltkriegsrelikte angeht, musste der Bohrer ran: Sage und schreibe 800 Bohrlöcher musste die Residenz-Immobilien-Invest GmbH, Bauherrin des „Neuen Zentrums Weisweiler“, in den Boden bringen, um Bodenproben in einem Speziallabor auf mögliche Sprengstoffreste oder ähnliches untersuchen zu lassen. Ergebnis: „Nix!“, sagt Stephan Hüssen, Geschäftsführer der Residenz-Immobilien-Invest. „Aber diese immense Bodenbeprobung hat uns rund drei Monate zurückgeworfen.“

Boden „ertüchtigen“

Anfang Oktober vergangenen Jahres war der symbolische Erste Spatenstich für das Millionenprojekt erfolgt. Im März wurde die alte Schützenhalle dem Erdboden gleich gemacht. Jetzt, mehr als ein halbes Jahr nach dem Spatenstich, legte Stephan Hüssen gemeinsam mit Eschweilers Erstem Beigeordneten Hermann Gödde und Dr. Christoph Kösters, dem Leiter der Itertalklinik-Seniorenzentren, den Grundstein für das Bauvorhaben, das nicht nur in Weisweiler auf großes Interesse stößt. „Auch Leute aus Aachen ziehen hierher“, sagt Gödde. Und Hüssen bestätigt: „Das Interesse ist riesengroß. Der Verkauf der Wohnungen läuft fantastisch. Gerade deshalb hat uns diese Verzögerung so sehr geärgert.“

Und auch jetzt ist das Ganze noch nicht so weit, dass mit dem eigentlichen Bau begonnen werden kann. Weil der Baugrund für ein Projekt dieser Größenordnung nicht überall ausreichend tragfähig ist, muss der Boden „ertüchtigt“ werden. Sprich: mit schwerem Gerät müssen Stützen ins Erdreich eingebracht werden. Das soll in spätestens vier Wochen erledigt sein – dann steht dem eigentlichen Baubeginn nichts mehr im Weg. Da der Gebäudekomplex nicht unterkellert wird, ist das Gießen der Beton-Bodenplatte der erste Schritt – und dann wächst das Projekt in die Höhe.

Rund 20 Millionen Euro investiert die Residenz-Gruppe in Weisweiler. Damit ist das „Neue Zentrum“ eines der größten aktuellen Bauvorhaben. An mehr als einem Dutzend Standorten errichtet die Gruppe derzeit Seniorenresidenzen: von Cappeln über Delmenhorst und Dorsten bis nach Oldenburg, Kaltenkirchen, Sankt Augustin und Wolfsburg. Insgesamt hat sie seit 1988 mehr als 100 Bauvorhaben im gesamten Bundesgebiet, auch für andere Träger wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verwirklicht. Fast 40 der erstellten Seniorenresidenzen mit mehr als 2550 Pflegeplätzen wurden von unternehmenseigenen Betreibergesellschaften jahrelang erfolgreich geführt. Im Oktober 2015 hat sie der französische Gesundheitskonzern Orpea, einer der Marktführer im europäischen Pflegemarkt, übernommen.

In Weisweiler ist es die zur Itertal Seniorenzentren GmbH & Co. KG um den geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Christoph M. Kösters gehörende Cosmas-Beteiligungsgesellschaft, die hier ein Seniorenzentrum mit 80 stationären Pflegeplätzen eine Tagespflege mit bis zu 15 Plätzen betreiben wird.

Darüber hinaus entstehen in dem das Ortsbild prägenden Gebäudekomplex auf mehr als 9600 Quadratmetern nahezu 50 seniorengerechte Wohnungen zwischen 45 und 80 Quadratmetern Größe. Hinzu kommen Arzt- und Physiotherapiepraxen und Gewerbeflächen – zum Beispiel für einen Verbrauchermarkt und eine Konditorei mit Café. Und ein neuer Festsaal samt Schießstand für die St.-Sebastianus-Schützen. Ein „Highlight“ des dreigeschossigen Baukomplexes: ein großer Dachgarten, der den Senioren zur Verfügung steht.

Zahlreiche Anwohner, Interessenten und Vertreter der Kommunalpolitik waren Freitag Mittag gekommen, um die Grundsteinlegung mitzuerleben. Das kupferne Behältnis, das Stephan Hüssen und Hermann Gödde – Bürgermeister Rudi Bertram konnte wegen anderweitiger Verpflichtungen nur kurz an dem Ereignis teilnehmen – in einem Betonklotz verschlossen, hatte Symbolhaftes in sich: die aktuelle Tageszeitung, Pläne des Projekts, Broschüren von Weisweiler Vereinen und etwas Klimpergeld.

Etwas Geld hatte die Residenz-Gruppe auch zuvor bereits lockergemacht: Sie finanziert zu 100 Prozent den Neubau des Kinderspielplatzes, der dem Bauvorhaben weichen musste und derzeit in der Nähe der Festhalle neu angelegt wird. Und investiert hatte die Gruppe angesichts des schlechten Wetters auch in Dutzende von Regenschirmen, die sie an die Besucher verteilte, um niemanden im Regen stehen zu lassen.

Bis in den Nachmittag hinein bewirteten die Bauherren am Rande des Bauplatzes ihre Gäste mit Deftigem aus der Bratpfanne und Süßem vom Kuchenblech. Und informierten ihre Besucher detailliert über das, was nun in Weisweiler entsteht. Im dritten Quartal kommenden Jahres soll das Objekt bezugsfertig sein, will Stephan Hüssen den künftigen Bewohnern und Betreibern die Schlüssel übergeben. Auf halber Strecke dahin aber wird ein weiteres Mal gefeiert: Richtfest.

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