Neues vom Kirchenchor St. Tinitus

Von: Dirk Müller
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Chansonette mit Humor: Tina Teubner amüsiert das Publikum mit hochklassigem, variantenreichem Musik-Kabarett im Talbahnhof. Foto: Dirk Müller

Eschweiler. „Ich freue mich sehr, dass ich heute hier sein muss“, begrüßte Tina Teubner die zahlreichen Gäste im Talbahnhof und klärte sogleich auf, dass es bei Weihnachten nicht nur um den Kommerz, sondern auch um die Geschenke gehe. Mit dem Pianisten Ben Süverkrüp präsentierte die mehrfach ausgezeichnete Kabarettistin und Chansonette ihr Programm „Stille Nacht bis es kracht“ und begeisterte das Publikum auf hohem Niveau. Bei aller Ironie, die bisweilen in bitterem Sarkasmus mündete, rechnete Teubner doch liebevoll und warmherzig mit dem Weihnachtsfest ab.

So schlug sie vor, Wahrheit zu verschenken: Einer guten Freundin, die innerhalb weniger Wochen um Jahre gealtert sei, müsse man nicht sagen, wie toll sie aussehe. Stattdessen könne man sie freundlich mit „Hallo Schabracke“ grüßen. Für „Schenkmuffel“ sei Tauschen eine Alternative – hierfür würden sich insbesondere Familienmitglieder besonders eignen: „Ich denke etwa an meine Eltern, die an Weihnachten noch schwieriger sind als die Schwiegereltern meines Mannes.“ Von letzterem berichtete sie, dass er sich geweigert habe, alleine eine Paartherapie zu besuchen. „Ich selbst brauche ja keine, schließlich bin ich im Gegensatz zu meinem Mann glücklich verheiratet“, so Teubner.

Ob „vegane Dekoratisten“, „Latte-Macchiato-Mütter“, der Kirchenchor „St. Benedictus Tinitus“, der „eisgekühlter Bommerlunder“ anstelle des „Maschnieficat“ singt, oder ihr eigenes weibliches „Ikea-Weihnachts-Gen“ – Teubner unterhielt die Gäste glänzend wie geistreich.

Eine zeitgemäße Verfilmung anstrebend, besetzte sie die Weihnachtsgeschichte mit Thomas Gottschalk als Jesus und der Frau, die „Probleme löst, wo keine sind“, Ursula von der Leyen, als die Heiligen Drei Könige. Nicht nur den wohlgemeinten Rat, Vorwürfe an den Partner zu singen, setzte sie in die Tat um: Als „Tina Teubnerova“ intonierte sie ein Lied aus der Fernsehreihe „Russland wie es singt und weint“ und erfreute das Publikum mit vielen weiteren Chansons.

Wie auch bei den Sprechteilen des kurzweiligen Musik-Kabarett-Abends beherrschte Teubner auch klanglich eine enorme Bandbreite. Von derbe und spitz bis hin zu den leisen, feinen Tönen amüsierte sie mit dem fantastischen Ben Süverkrüp grandios.

Wenn es auch in dieser nicht so stillen Nacht meist krachte, so fügte Teubner dennoch romantische Balladen voller Gefühl und authentischer Anmut in das Programm ein. Dabei gab sie sich auch instrumental virtuos, griff zu Geige, Trommel, Ukulele und entlockte der singenden Säge stimmige Klänge.

Süverkrüp, der nicht nur am Piano wichtiger Bestandteil des Abends war, setzte sich mit einem humorvollen Solo in Szene. Gekonnt brachte er mit Musikzitaten das Publikum zum Lachen, spielte unter anderem ein Lied „direkt von Gott“. Da es sich allerdings um die „Biene Maja“ von Karel Gott handelte, mutete es ebenso wenig weihnachtlich an wie der „Hummelflug von Albrecht Dürer“ oder „Thank you for the Music von Henry Purcell“.

Zum Untertitel des hoch ansprechenden Programms „Lieder, Kabarett, Unfug zur Weihnachtszeit“ passte das Piano-Solo hingegen hervorragend.

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