Neues Prinzengespann: Um 20.35 Uhr fällt die Anspannung endlich ab

Von: vr
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Schau mir in die Augen: Ralf Hesselmann und Georg Auzinger genießen den Moment nach der Erleichterung. Die KG „Lätitia“ Blaue Funken Weisweiler feierten das zukünftige Prinzengespann. Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval Klaus-Ludwig Fess war zu Gast. Foto: Rüttgers

Eschweiler. War es nun Erleichterung oder Anspannung? Dieses Gefühl der Ungewissheit, der Ungeduld und des Hoffens, aber auch der Zufriedenheit über die gelungene Präsentation. Dass sich endlich die Tür öffnet und von der honorigen Runde der Startschuss für ihren größten Traum fällt: Prinz und Zeremonienmeister im Eschweiler Karneval zu werden.

Sonntagabend, Talbahnhof, 20:35 Uhr, es war soweit: Ralf Hesselmann wird die kommende Session als Prinz Ralf II. mit seinem Zeremonienmeister Georg (Auzinger) für seine KG „Lätitia“ Blaue Funken Weisweiler anführen.

„Vor zwei Wochen haben wir gemerkt, das ist es noch nicht, da haben wir alles komplett umgeworfen“, verriet Ralf Hesselmann, für den die Prinzenwahl am Sonntag alles andere als eine „reine Formsache“ war, auch wenn er wie schon seit so vielen Jahren der einzige Kandidat sein sollte.

Diese Einschätzung teilte sich der designierte Narrenherrscher mit Karnevalskomiteepräsident Norbert Weiland, der wiederholt der „landläufigen Meinung“ widersprach, dass die Prinzenwahl nur noch Show sei. Der neunzehnköpfige Wahlausschuss (siehe Kasten) wollte sich schließlich ein genaues Bild von dem Gespann machen, das in naher Zukunft das nächste Kapitel in Eschweilers 137-jähriger Karnevalsgeschichte schreiben soll, zumal ein prominenter Gast die Runde im Talbahnhof bereicherte.

Der kürzlich erst gewählte Präsident des Bundes Deutscher Karneval Klaus-Ludwig Fess war aus Homburg angereist, um festzustellen: „So eine Prinzenwahl, wo sich der Kandidat originell bewerben muss, ist für mich neu, aber es ist schön mitzuerleben, wie unterschiedlich das Brauchtum Karneval gepflegt und gelebt wird“.

Maikind oder Aprilscherz, zwei oder vier besuchte Schulen, Andrea oder Anita, Jamie, Emily, Molly oder Dina, Männerballett oder „Paulchen Panther“ auf Schlittschuhen? In der Tat gelang es Ralf Hesselmann und Georg Auzinger, sich dem Wahlausschuss in umfassender Form vorzustellen, indem sie den Ausschuss kurzerhand zum Bestandteil ihrer Präsentation machten und das Quiz „Rate mal zur Prinzenwahl“ mit ihnen spielten.

Bei falscher Zuordnung der Antwortmöglichkeiten gab es für die Wahlleute einen Els, bei richtiger Einschätzung, auch nicht viel besser, einen selbst gemachten Eierlikör.

Es lag sicher nicht nur an den flüssigen Wetteinlösungen, sondern vor allem an dem sympathischen Eindruck, dass der Wahlausschuss bereits im ersten Wahlgang mit 19 Ja-Stimmen ein klares Votum erzeugte. Komiteepräsident Norbert Weiland lobte die originelle Präsentation und stellte fest, dass der Ideenreichtum der Prinzenkandidaten in den vergangenen Jahren schier ungebrochen sei, mit Bezug auf den leckeren Eierlikör stimmte auch Bürgermeister Rudi Bertram mit ein: „Das war meine erste Wahl mit Pudding“.

Außerdem, wer wollte Weisweilers Damen-Präsidentin „Bruni“ Pchalek, die Els und Eierlikör charmant serviert hatte, noch bei ihrem „Schlussplädoyer“ widerstehen, als sie meinte: „Der ganze Verein steht hinter den Jungs und ich will die knackigen Kerls jetzt endlich mal in Strumpfhosen sehen!“?

Als sich die Anspannung dann bei der Verkündung des einstimmigen Wahlergebnisses endgültig bei den beiden Blauen Funken aus Weisweiler legte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Also wird es nach 30 Jahren wieder einen Prinz Ralf (II.) geben, der zum dritten Mal die Farben der Weisweiler „Lätitia“ in den Eischwieler Fastelovend tragen wird.

Mit seinem zukünftigen Zeremonienmeister Georg, der in Begleitung seiner hochschwangeren Frau Anita jeden Moment am Sonntag erstmalig Vater einer Tochter hätte werden können, wurde Ralf Hesselmann noch vor Ort am Talbahnhof gefeiert und auf einer wahren Woge der Euphorie nach Weisweiler getragen.

Dort wurden die beiden mit Fackelzug und Fanfaren in der Festhalle empfangen. „Met jecke Tön die Trumm jeklopp, mer stelle Eischwieler op dr Kopp“, das kommende prinzliche Motto bestand am Sonntagabend in der Weisweiler Festhalle ebenfalls eine Prüfung, nämlich die zur Feiertauglichkeit.

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