Eschweiler - Neues Buch erzählt die Geschichte der Nothberger Burg

Neues Buch erzählt die Geschichte der Nothberger Burg

Von: Andreas Röchter
Letzte Aktualisierung:
Nothberger Burg
So sieht die Burg heute aus. Foto: Andreas Röchter
12924924.jpg
Das neue Buch von Professor Dr. Jürgen Eberhardt (2. v. r. kleines Bild) erzählt die wechselhafte Geschichte des Bauwerks. Hans Illner, Herausgeber Conrad Doose sowie Sven Rehfisch (v.l.) waren bei der Buchpräsentation in der Raiffeisenbank Nothberg mit dabei.

Eschweiler. Die spätmittelalterliche Burganlage Nothberg ist ein faszinierendes Bauwerk, das noch viele Geheimnisse der Geschichte des Indelandes in sich trägt und dessen Historie von zahlreichen Höhe- und Tiefpunkten gekennzeichnet ist.

Bereits im 15. Jahrhundert von einer zur Verteidigung ungeeigneten Burg durch umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten zu einem schlossähnlichen Repräsentationsgebäude verändert, erfolgte in der Mitte des 16. Jahrhunderts ein prachtvoller Ausbau im Stil der italienischen Hochrenaissance, für den unter anderem Alessandro Pasqualini, Landesbaumeister des mächtigen Herzogs von Jülich, verantwortlich zeichnete.

Doch spätestens im 19. Jahrhundert verwandelten die Besitzer der Burg das stattliche Bauwerk aus Gewinnstreben in eine Ruine, indem sie die Burg zum Steinbruch erklärten, mit dessen Hilfe andere Häuser in Nothberg entstanden. Seit 1976 widmen sich nun die Verantwortlichen des damals gegründeten Fördervereins Nothberger Burg der Rettung der vom Verfall bedrohten Ruine.

Vor nunmehr 36 Jahren konnte mit ersten Sicherungsmaßnahmen und Forschungsarbeiten begonnen werden. Schon damals mit von der Partie war Professor Dr.-Ing. Jürgen Eberhardt. Der ehemalige Dozent des Fachbereichs Architektur am Institut für Baugeschichte der Fachhochschule Köln hat seine Forschungsergebnisse im Buch „Burg Nothberg in Eschweiler und die Pasqualinis – Die einstigen Renaissance-Arkaden und ihr architektonischer Kontext“ zusammengetragen.

Am Mittwochabend stellte der Autor sein Werk, dessen Herausgeber Guido von Büren (Jülicher Geschichtsverein) und Conrad Doose (Förderverein Festung Zitadelle Jülich) sind, im Beisein von unter anderem Mitgliedern des Fördervereins Nothberger Burg sowie des Eschweiler Geschichtsvereins in der Geschäftsstelle Nothberg der Raiffeisen-Bank Eschweiler, vor.

„Schon beim ersten Treffen auf der Burg vor 36 Jahren, unmittelbar nach dem Beginn der Restaurierungsarbeiten, stand die Frage im Raum, ob hier Alessandro Pasqualini seine Hände im Spiel gehabt haben könnte. Dies war damals sehr schwierig zu beurteilen. Inzwischen lautet die gesicherte Antwort, die ich auch im Buch gebe und begründe: Ja!“, wies Professor Jürgen Eberhardt auf Erkenntnisse hin, die die akribische Forschungsarbeit der zurückliegenden Jahrzehnte an das Tageslicht gebracht haben.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Burgen, die Veränderungen im Barock- oder Gotischen-Stil erfahren hätten, sei während der Rekonstruktionsarbeiten an der Nothberger Burg die Chance, den Renaissance-Stil wiederzubeleben, beim Schopfe ergriffen worden. „Bei diesem Bauwerk geht es um Denkmalpflege, damit die Menschen in Nothberg, Eschweiler und Umgebung wissen, was sie hier für einen Schatz vorfinden. Unser Ziel ist es, die Renaissance-Architektur wieder ablesbar zu machen.

Eine außerordentliche Aufgabe in einem außerordentlichen Bauwerk“, so der Autor. Zuvor hatte mit Hans Illner der Vorsitzende des Fördervereins Nothberger Burg erfreut mitgeteilt, dass die Finanzierung der weiteren Arbeiten an der Nothberger Burg auf eine breite Basis gestellt werden konnte. Zusagen von Fördergeldern seitens des Bundes, des Landes, der NRW-Stiftung Natur-Heimat-Kultur sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz lägen vor.

Kurt Manthey, Vorsitzender des Eschweiler Geschichtsvereins, bot Unterstützung an: „Ich hoffe, dass dieses Buch die Initialzündung dafür ist, dass schnellstmöglich Fördergelder fließen. Die Nothberger Burg hat dies verdient!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert