Neuer Stadtbeauftragter bringt frischen Wind

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Sitzt stolz in einem Rettungsfahrzeug der Malteser: Lukas Ritgens (21) ist ausgebildeter Rettungsassistent und seit acht Jahren bei den Maltesern ehrenamtlich tätig. Seit Januar ist er ihr neuer Stadtbeauftragte in Eschweiler. Foto: Annika Thee
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Offizielle Übergabe: Diözesangeschäftsführer Wolfgang Heidinger (links) und Diözesanleiter Jürgen Werner (rechts) überreichen Theo Wirtz (2. v.r.) und Lukas Ritgens (2.v.l.) ihre Ukrunden. Foto: Malteser

Eschweiler. Seit dem 24. Januar gibt es einen neuen Stadtbeauftragten des Malteser Hilfsdienst in der Geschäftsstelle Eschweiler. Lukas Ritgens folgt auf Theo Wirtz, der seit 1987 erst Stellvertreter, dann Stadtbeauftragter in Eschweiler war. Damit ist der 21-jährige Student in seinem Amt der Jüngste in der gesamten Bundesrepublik.

Wie kommt es, dass Sie in dem jungen Alter schon der Stadtbeauftragte der Malteser in Eschweiler sind?

Ritgens: Das geschah relativ unverhofft. Eigentlich wollte ich damals bei der Diözese lediglich Bescheid geben, dass ich mit Beginn des Studiums bei den Maltesern kürzertreten möchte. In dem Gespräch wurde mir allerdings der Posten als Stadtbeauftragter angeboten. Der vorherige Beauftragte Theo Wirtz ist aus Altersgründen zurückgetreten.

Während einer kurzen Bedenkzeit habe ich meine Kollegen gefragt, ob sie sich mich in der Position vorstellen könnten und ich bin durchweg auf positive Resonanz gestoßen. Ich fühle mich sehr geehrt, dass man mir diesen verantwortungsvollen Posten übertragen hat. Natürlich steht mir mein Vorgänger weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. So haben wir die perfekte Kombination aus langjähriger Erfahrung und frischem Wind im Verein.

Darüber hinaus bin ich auch an der Erstellung der Malteser 2020-Strategie auf Bundesebene beteiligt. Dadurch erhalte ich partiell die Möglichkeit, die Interessen des gesamten Vereins – nicht nur in Eschweiler – mitzusteuern.

Seit wann sind Sie aktives Mitglied bei den Maltesern?

Ritgens: Vor etwa achteinhalb Jahren hat mein Engagement bei den Maltesern begonnen. Damals hat mich zufällig ein Freund gefragt, ob ich mit zu einem Ausbildungsabend kommen möchte. Ich war von da an direkt Feuer und Flamme für die Malteser. Bereits während meiner Schulzeit habe ich dann die Ausbildung zum Rettungssanitäter durchlaufen.

Nach der Schule habe ich meinen Bundesfreiwilligendienst bei den Maltesern in Aachen im Rettungsdienst geleistet und in berufsbegleitender Form die Ausbildung zum Rettungsassistenten absolviert. Anschließend habe ich in Düren-Gürzenich die medizinische Abteilung eines Flüchtlingsheims geleitet.

Und trotzdem haben Sie sich gegen das Medizinstudium entschieden?

Ritgens: Ja, ich studiere jetzt Betriebswirtschaftslehre (BWL). Neben meinem Interesse für den medizinischen Bereich finde ich auch Wirtschaft und Management spannend. Später könnte ich beide Neigungen vielleicht in der Branche Gesundheitsmanagement zusammenführen.

Ein weiterer Grund ist, dass ich gerne praxisorientiert bin. Da wären gerade die ersten sehr theoretischen Semester des Medizinstudiums nichts für mich. BWL hat direkt von Beginn an einen Praxisbezug, der mir sehr zusagt.

Welche Dienste bieten die Malteser in der Stadt an?

Ritgens: Senioren und Menschen mit Behinderungen helfen wir nach Absprache bei der Alltagsbewältigung, zum Beispiel bieten wir eine Einkaufbegleitung an. Außerdem bilden wir zurzeit 17 Jugendliche der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler für den Schulsanitätsdienst im Umfang von 48 Stunden aus. Außerdem bilden wir Schwesternhelferinnen und Kranken- sowie Altenpfleger hier fort, bilden in Erste Hilfe aus und übernehmen für den Kreis Düren im Ernstfall eine Einsatzeinheit.

Bei Großveranstaltungen wie dem Indeland-Triathlon und bei Fußballspielen auf dem Tivoli oder im Borussiapark stellen wir außerdem den Sanitäts- und Rettungsdienst sicher. Weiterhin bieten wir Sanitätsdienste in der gesamten Städteregion, wenn Bedarf da ist. Im Moment laufen die Vorbereitungen für Karneval natürlich auf Hochtouren!

Was werden die Malteser an Karneval machen?

Ritgens: An Karneval werden auch in diesem Jahr wieder alle Kräfte gebündelt, um das Sicherheitskonzept der Stadt Eschweiler reibungslos umzusetzen. An Fettdonnerstag werden wir den Rettungsdienst der Stadt unterstützen. Wir werden gemeinsam mit den Johannitern auf dem Markt eine Unfall-Hilfsstelle betreiben und Erstversorgungstrupps stellen.

Weiterhin verpflegen wir die gesamten Einsatzkräfte der Stadt Eschweiler, der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und sowie der anderen Hilfsorganisationen mit Frühstück und Mittagessen. Am Sonntag werden wir in Weisweiler und Gressenich den Sanitätsdienst und die Unterstützung für den Rettungsdienst für die Karnevalszüge bereitstellen. Am Rosenmontag werden wir auch Rettungswagen, einen Krankenwagen, einen Notarzteinsatzwagen und Sanitätsdienste vorhalten.

Wie viele Mitarbeiter gibt es hier?

Ritgens: Zurzeit sind es 58 aktive Mitglieder. Dazu muss man sagen, dass bei uns im Verein jeder rein ehrenamtlich tätig ist.

Welche Aufgaben haben Sie als Stadtbeauftragter?

Ritgens: Ich leite die Dienststelle und es ist meine Aufgabe, darauf zu achten, dass wir die Ziele, die wir uns für ein Jahr gesetzt haben, auch einhalten. Weiterhin bin ich Ansprechpartner für unsere Kunden, plane und koordiniere die ehrenamtlichen Helfer und schaue, wo welche Kapazitäten gebraucht werden.

Wichtig ist mir aber, dass ich nicht den Kontakt zu meinen Helfern und der Arbeit an sich verliere. Deshalb leiste ich auch immer noch Sanitätsdienste, wenn jemand gebraucht wird. Auch an Karneval werde ich wieder einen Posten besetzen, egal ob auf dem Rettungswagen, auf dem Notarzteinsatzfahrzeug oder im Fußtrupp.

Wie viel Zeit in der Woche wenden Sie für diese Aufgaben auf?

Ritgens: Es sind schon so circa 20 Stunden die Woche. Die setzen sich zusammen aus Besprechungen, Planungen, Koordination von Umbaumaßnahmen, Verschiedenes in der Verwaltung, Lehrgängen und Fortbildungen, Schreiben von Angeboten und Verträgen für größere Sanitätsdienste. Ebenso bilde ich noch in Erster Hilfe aus.

Ist da noch Zeit für Freunde und Hobbys?

Ritgens: Für zeitintensive Hobbys wird es schon schwieriger. Schließlich bin ich ja auch noch Vollzeit-Student. Für meine Freunde, die nicht bei den Maltesern sind, nehme ich mir aber trotzdem Zeit. Schließlich gibt es neben den Maltesern auch noch ein anderes Leben. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht mehr so spontan sein kann wie früher, denn dafür ist mein Kalender oft zu voll.

Warum ist Ihnen die Arbeit bei den Maltesern so wichtig?

Ritgens: Früher war ausschlaggebend, dass ich meine Freizeit sinnvoll nutzen möchte. Auch mit dem Kerngedanken der Malteser, dass wir der Gesellschaft durch unsere ehrenamtliche Arbeit etwas zurückgeben wollen, konnte ich mich sofort identifizieren. Heute gefällt mir dazu insbesondere, dass wir ein sehr starkes Team sind und die Teamarbeit immer im Vordergrund vor den Verdiensten der einzelnen Mitglieder gestellt wird. Außerdem ist die Arbeit sehr abwechslungsreich und man lernt immer wieder etwas Neues.

Was unterscheidet die Malteser von anderen Hilfsorganisationen?

Ritgens: Im Prinzip machen wir alle das Gleiche, also das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter und wir auch. Allerdings unterscheidet uns der katholische Träger von den anderen Organisationen. Unsere Ausrichtung und Arbeitsmotivation sind tief im christlichen Glauben verwurzelt. Trotzdem muss ich betonen, dass es in Eschweiler einen sehr guten Austausch mit den anderen Organisationen sowie der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk gibt. Wir planen im Sommer gemeinsame Projekte zum Beispiel mit den Johannitern.

Was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Ritgens: Am besten gefällt mir die Arbeit in einer Gruppe mit großer Teamfähigkeit. Es ist toll zu sehen, wenn an Karneval alle Helfer an ihr Limit kommen, weil es so stressig ist und trotzdem alle an einem Strang ziehen und füreinander einstehen. Die Malteser zeichnet aus, dass es keine Einzelkämpfer gibt. Als Malteser ist man nie allein.

Welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Ritgens: Als nächstes Projekt möchten wir bei den Maltesern in Eschweiler gerne Besuchs- und Begleithunde ausbilden und die Hundeführer diesbezüglich schulen. Langfristig möchten wir auch gerne die Auslandsarbeit wieder stärker in den Fokus rücken.

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