Neuer Glanz für das Hallenbad an der Jahnstraße

Von: Rudolf Müller
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Ein seltener Anblick: das bis zu 4,65 Meter tiefe Schwimmerbecken des Hallenbads an der Jahnstraße fast ohne Wasser. Hier werden derzeit umfangreiche Reinigungs- und Wartungsarbeiten ausgeführt. Foto: Rudolf Müller
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Vollgestopft mit Technik ist der Keller des Hallenbads. Badebetriebsleiterin Gabriele Korsten erläutert Sportamtsleiterin Petra Seeger und ihrem Kollegen Thomas Ladwig die Wasseraufbereitungs- und Lüftungsanlagen. Foto: Rudolf Müller
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Auch das Nichtschwimmbecken samt Whirlpool wird einer gründlichen Inspektion und Reinigung unterzogen – wie alle übrigen Bereiche des Bads samt Rutsche, Umkleiden und Duschen auch

Eschweiler. Es hat zweifellos eine Menge zu bieten, das Hallenbad an der Jahnstraße. Was ihm allerdings fehlt, ist – Wasser. Und davon jede Menge. Rund 1100 Kubikmeter. Soviel fassen die Edelstahlbecken. Aber die sind zur Zeit leer. Aus gutem Grund: Das Bad wird „generalüberholt“.

Wie jedes Jahr im Sommer stehen in diesen Wochen Revisions-, Wartungs-, Reinigung- und Instandsetzungsarbeiten an. Arbeiten, die nur in den Sommerferien ausgeführt werden können: weil dann einerseits kein Schulschwimmen stattfindet, Wasserratten andererseits ins Freibad Dürwiß ausweichen können. Normalerweise. Wenn Petrus das zulässt. Dass der den Freibadfans seit Wochen immer wieder dicke Striche durch die Rechnung macht, konnte niemand ahnen.

Seit Montag ist das Hallenbad geschlossen. Und bleibt es noch bis einschließlich 3. September. Soviel Zeit ist nötig, um die technischen Anlagen zu überprüfen und zu warten, neue Filter einzusetzen und so dafür zu sorgen, dass die Wasseraufbereitung ebenso hundertprozentig funktioniert wie die Lüftungsanlage nebst Pumpen sowie allen erdenklichen Mess-, Steuer- und Regelungsanlagen. Zeit braucht auch die Instandsetzung von Fliesenbelägen: Das muss ordentlich durchtrocknen, ebenso wie die umfangreichen Anstricharbeiten.

Erneuert oder instand gesetzt werden zudem Türen, Fenster und Dichtungsfugen. „Bei durchschnittlich 500 Besuchern am Tag kommen wir seit der Neueröffnung nach dem Umbau 1994 auf rund 3,5 Millionen Besucher“, sagt Badebetriebsleiterin Gabriele Korsten. „Da kann man sich vorstellen, wie oft zum Beispiel die Türscharniere zu den Duschbereichen bewegt werden und dass die irgendwann einmal schlappmachen.“

Kosten: rund 60.000 Euro

Fast ein Dutzend Firmen ist derzeit im Hallenbad aktiv: Neben Mitarbeitern der Wirtschaftsbetriebe Eschweiler und Personal der städtischen Bäder sind dies zum Beispiel Fliesenleger, Anstreicher, Einfuger, Schreiner, Lüftungsbauer und Elektriker, die das Bad wieder in Schuss bringen. „Wie jedes Privathaus auch muss das Hallenbad immer wieder gewartet und instand gesetzt werden“, sagt Korsten. „Sonst muss man es über kurz oder lang kernsanieren.“

Zu Instandsetzung und Werterhalt gehört auch, dass jede einzelne Schraube der beliebten Wasserrutsche überprüft wird, dass jeder Fleck auf den Edelstahlwandungen der Becken akribisch wegpoliert wird. Die Grundreinigung des Bades ist der wohl aufwendigste Teil der jährlichen Wartung – sie wird vom Bäderpersonal ausgeführt.

Rund 60.000 Euro lässt die Stadt sich die Wartung, Reinigung und Instandsetzung des Hallenbad in diesem Jahr kosten. Etwa doppelt so viel wie üblich. Das liegt daran, dass der „Api-Ball“, der das Hallen- zum Wellenbad mutieren lässt, überholungsbedürftig ist. Eigentlich ist der Ball schon seit Monaten defekt. Doch die belgische Firma, die bislang die Ersatzteile lieferte, ist in die Insolvenz gerutscht, berichtet Petra Seeger, Leiterin des Amtes für Schulen, Sport und Kultur, die sich am Mittwoch mit ihrem Mitarbeiter Thomas Ladwig von Gabriele Korsten durch die „Großbaustelle“ führen ließ.

Inzwischen werde die Firma unter neuer Leitung weitergeführt. Die zwischenzeitliche Insolvenz allerdings sei der Grund dafür gewesen, dass erst jetzt ein Angebot für die Überholung des 640 Kilogramm schweren Wellenballs vorliege. Kosten: rund 29.000 Euro. Und: Die Lieferzeit der Ersatztechnik beträgt sechs bis acht Wochen.

Frisches Wasser für 88.000 Gäste

Wellenbadfans müssen sich also noch gedulden. „Auf jeden fall wird das Gerät noch in diesem Jahr instand gesetzt“, verspricht Petra Seeger. „Immerhin ist der Ball die Attraktion des Bads.“

Eines Bads, das seit seinem Umbau vor inzwischen schon 23 Jahren immer beliebter geworden ist. „Unsere Besucher sind begeistert von der offenen Bauweise des Bads, von Rutsche, Liegemulden und Massagebecken“, strahlt Gabriele Korsten. „Und das alles für ein Acht-Euro-Familienticket...“

Anfang September ist sie vorbei, die Trockenperiode im Hallenbad. Dann fließt wieder Wasser in die Becken, deren größtes seit der Umrüstung von Fliesen zu Edelstahl von 3,80 auf 4,65 Meter Tiefe angewachsen ist. Einmal im Jahr, so verlangen es die Hygienevorschriften, muss das Wasser ohnehin gewechselt werden. Wenn Gabriele Korsten nach den jährlichen Wartungsarbeiten wieder den Hahn aufdreht, rauscht Wasser im Wert von rund 5200 Euro in die Becken. Für mehr als 88.000 Badegäste. So viele waren es im vergangenen Jahr. Tendenz: steigend.

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