Neuer Chic für das historische Herz der Stadt

Von: Rudolf Müller
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Das Spielmobil soll künftig von einer Sitzecke mit Wasserspielen eingerahmt werden. Foto: Rudolf Müller
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Die großen und hohen Baumeinfassungen sollen verschwinden. Foto: Rudolf Müller
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Auch die Zu- und Abfahrten zum Markt werden neu gestaltet. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Es bleibt alles beim Alten. Und wird dennoch wie neu: Die Pläne, die man im Rathaus für den Marktplatz erarbeitet hat, orientieren sich weitestgehend an den bewährten Strukturen, eröffnen dabei aber zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten in einem zeitgemäßen, attraktiven Rahmen.

Schon seit Oktober 2011 hat die Verwaltung mit Bürgern, Gewerbetreibenden und Eigentümern in Bürgerversammlungen und Workshops Möglichkeiten und Wünsche diskutiert. Dann aber wurde die Sache erst einmal auf Eis gelegt:

Der – erhoffte – Verkauf von City-Center und Hertie-Immobilie sollte abgewartet werden, um die Marktumgestaltung mit den dann dort fälligen Großbaumaßnahmen abzustimmen. Auf den Verkauf wartet die Stadt noch immer, muss aber jetzt in Sachen Markt loslegen, weil sie sonst den Zeitrahmen für den Erhalt erheblicher Fördermittel sprengen würde.

Die Kosten beziffert die Verwaltung derzeit mit rund 1,2 Millionen Euro. Davon stellen Bund und Land knapp 900.000 Euro an Fördermitteln bereit. Gut eine Million steht im Etat 2015 zur Verfügung.

Jetzt legt die Verwaltung dem Planungsausschuss ein Konzept vor. Ein allerdings nur fast fertiges: Noch einmal werden in Kürze die Bürger dazu gehört – letzte Chance, noch Anregungen in die Planung einfließen zu lassen, aus der der Planungsausschuss dann beschlossene Sache macht.

16 Meter breiter Aufgang

Das „historische Herz“ der Stadt, wie die Verwaltung den Marktplatz bezeichnet, soll auch künftig Platz für Wochen- und Weihnachtsmärkte, Musikfestivals, Zirkusveranstaltungen und ähnliches mehr bieten. Optischer Kernpunkt des „neuen“ Marktplatzes: Die bisherige Trennmauer zwischen dem Plateau der Peter-Paul-Kirche und dem Marktplatz wird in Höhe des Mittelschiffs auf 16 Metern Breite durch eine Treppe ersetzt, die eine ansprechende Verbindung zwischen den beiden Ebenen schafft und die Kirche – unter Verzicht auf die die heute dort stehenden Bäume – besser in das Gesamtbild integriert.

Dass das Grün an der Kirchenmauer verschwindet, hat zudem den Vorteil besserer sozialer Kontrolle: „Wildpinkler“ an der Kirchenmauer müssen künftig verstärkt mit Zuschauern rechnen. Die auch zum Verweilen einladende Treppe kann zudem als Basis für Bühnenbauten genutzt werden – die EMF-Bühne könnte dann von der Südseite des Platzes hierher verlegt werden und somit deutlich mehr Raum auf dem Platz lassen.

Westlich der Treppe, im Bereich des Spielmobils, soll künftig ein Wasservorhang eine Mauer herunterrauschen – in ein Bassin, dessen Umrandung als Sitzgelegenheit dient.

Die insgesamt 38 auf dem Markt und dem Kirchenvorplatz stehenden Bäume werden gefällt – und durch 34 neue ersetzt. Wobei die neuen Dachplatanen so groß sein sollen, dass sie bereits nach etwa zwei Jahren das gewünschte durchgehenden Laubdach bilden.

Grüner Platz für Gastronomie

Um das zu erreichen, wird auch auf der westlichen Seite des Marktplatzes eine Doppelreihe Bäume gesetzt. Ihr Pendant auf der östlichen Seite wird versetzt und steht künftig parallel zur schrägstehenden Häuserzeile, so dass sich der Marktplatz hier öffnet. Auf beiden Seite werden die großflächigen und hochbordigen Baumbeete allerdings Vergangenheit sein: „Die Bereiche unter den Bäumen werden so befestigt, dass eine Nutzung für die Gastronomie möglich ist. Die Baumscheiben werden so klein wie nötig ausgeführt“, betont die Verwaltung.

Erneuert werden nicht nur Fahrbahnbeläge und Teile des Pflasters abseits der Fahrbahn, sondern auch die Beleuchtung. Die jetzige stammt aus dem Jahr 1981 und ist laut Verwaltung ineffektiv, in schlechtem Zustand und nicht in der Lage, den Verkehrsraum der DIN-EN gemäß zu beleuchten. Jetzt sollen moderne stabförmige Leuchten her. Zusatzelemente sollen die Kirchenfassade, aber auch das Laub des Platanendachs von unten anstrahlen.

Gegenverkehr auf Marktstraße

Erneuert werden sollen auch alle „Möblierungselemente“ rund um den Markt, sprich: Sitzbänke, Abfallbehälter, Fahrradständer etc. Sie sollen durch Modelle ersetzt werden, die einheitlich in der gesamten Innenstadt genutzt werden. Dazu gehören neben einem „öffentlichen Bücherregal“ zur Weitergabe und Entnahme von Literatur oberhalb der Treppe auch Poller. Rund den Marktplatz soll es künftig drei hydraulisch versenkbare geben, die eine flexible Sperrung des Platzes ermöglichen sollen.

Neu: Die Marktstraße soll auch von der Indestraße aus angefahren werden können. Dementsprechend sollen dort, in Fahrtrichtung Marktplatz, sieben Pkw-Stellplätze in Schrägaufstellung eingerichtet werden. Insgesamt sieht die Planung rund um den Markt 23 Stellplätze vor – bisher sind es 26. Erneuert werden sollen im Rahmen der Gesamtmaßnahme nicht nur der Marktplatz, sondern auch die platzartige Einmündung Wollenweberstraße/Markt samt dem „Weinhausplatz“ zwischen Markplatz und Beginn der Marktstraße.

Am 26. März soll der Planungsausschuss über die Maßnahme entscheiden; die Vergabe der Arbeiten soll im Haupt- und Finanzausschuss am 26. August erfolgen. Anfang Oktober, wenn die Hauptsaison der Außengastronomie vorbei ist, soll mit den Arbeiten begonnen werden. Für die Weihnachtszeit und Fastelovend sind Pausen eingeplant. Und ab Anfang Mai nächsten Jahres soll der neue Markt den Indestädtern uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

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