Neue Wege zur Kunst in der Innenstadt

Letzte Aktualisierung:
Einen Tag „Neue Wege zur Kuns
Einen Tag „Neue Wege zur Kunst” und elf Tage lang eine Gruppenausstellung der zehn Künstler, die an den „Wegen” beteiligt sind, präsentierten der Eschweiler Kunstverein und die Sparkasse Marienstraße. Hier sind fast alle Künstler zu sehen. Unser Foto zeigt von links Sparkassen-Gebietsdirektor Klaus Wohnaut zusammen mit Peggy M. Kanacher und einem Werk der Künstlerin, dann Angelika Keller, Willi Arlt, Peter Henn, Jems Robert Koko Bi, Barbara Boos mit einem ihrer Textilbilder, Dieter Eichelmann und Heinz Bergrath.

Eschweiler. Das Kunstereignis findet nur alle drei Jahre statt, es dauert nur wenige Stunden und bereichert die Stadt doch auf Dauer: am Sonntag, 18. September, führen wieder „Neue Wege zur Kunst” durch Eschweiler. Der Kunstverein stellte jetzt die Teilnehmer vor.

Man wolle erneut neue Wege in der Präsentation von Kunst und Künstler gehen, griff Manfred Lohre, der Vorsitzende des Eschweiler Kunstvereins, das Thema der seit 1996 bestehenden und damit nun zum sechsten Mal veranstalteten Kunstaktion auf.

In diesem Jahr werden vor allem Bildhauer ihre Werke zeigen. Für das Publikum werden die Wege kürzer. Die Skulpturen werden nicht überall in der Stadt verteilt, sondern nur in einem kleinen Teil der Innenstadt aufgebaut.

Einige Werke werden in der Schalterhalle der Sparkasse an der Marienstraße zu sehen sein, weitere in Schaufenstern von Ladenlokalen an der Marienstraße, im Stadtgarten und eingangs der Anna-Klöcker-Passage. Lohre: „Wir haben diesmal die Innenstadt gewählt, weil die jetzt schön hergerichtet worden ist. Wir als Kunstverein machen Kunst für die Stadt und leisten einen Beitrag dazu, dass diese Stadt liebenswert und zu einem Anziehungspunkt wird.”

Am gleichen Tag wie die „Wege zur Kunst” wird in der Eschweiler Innenstadt ein Radrennen veranstaltet. Der Kunstverein geht aber davon aus, dass sich die beiden sehr unterschiedlichen Ereignisse nicht gegenseitig stören werden.

Neben dem auf einen Tag begrenzten Kunstereignis wird es eine Gruppenausstellung mit Werken aller zehn beteiligten Künstler geben. Sie ist vom 18. bis 28. September in der Sparkasse Marienstraße zu sehen.


Die Kulturstiftung der Sparkasse ist Mitveranstalter und arbeitet bei den „Neuen Wegen zur Kunst” eng mit dem Kunstverein zusammen. Sparkassen-Gebietsdirektor Klaus Wohnaut freute sich bei der Vorstellung der Künstler: Zum dritten Mal wird eines der Kunstwerke in Eschweiler bleiben. Die Wahl der Jury fiel auf eine hölzerne Skulpturengruppe des Essener Bildhauers Jems Robert Koko Bi.

Das Werk, von dem bisher nur einen Entwurf bekannt ist, entsteht zurzeit in einem Atelier im Odenwald. Jedes Teil der Gruppe wiegt rund 300 Kilogramm, berichtete Koko Bi über seine Arbeit: „Von Tag zu Tag werde ich zufriedener. Ich bin gespannt wie wir alle auf das Ergebnis. Ich habe es noch nicht aufstellen können, wir werden das alle zusammen erleben wie das aussieht, wenn es steht.”

Die Teile der Figurengruppe entstehen aus dem Holz einer 250 Jahre alten Eiche, deren Maserung im Lauf der Jahre silbergrau wird. Der Künstler: „Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, etwas Schönes zu sehen. Nicht nur etwas Dunkles zu sehen. Ich habe Sachen gemacht, die mich befreien.” Seinen Platz wird das Werk am Eingang der Anna-Klöcker-Anlage nahe der Volkshochschule bekommen.

Ausgestellt werden Werke von zehn Künstlerinnen und Künstlern. Willi Arlt baut Skulpturen aus Stahl, überwiegend Baustahl, die menschliche Figuren darstellen und in ihrer Gestaltung Geschichten erzählen. Das macht Arlt aber auch ganz praktisch. Er schreibt Geschichten, deren Texte zu den Kunstwerken passen.

Heinz Bergrath, von dem einige Werke im Frühjahr bereits vom Kunstverein im Talbahnhof gezeigt wurden, zeigt abstrakte Stahlkonstrukte. Sie werden am 18. September am Seniorenzentrum Marienstraße ausgestellt.

Ein völlig anderes Material nutzt Barbara Boss für ihre Bilder und Skulpturen: Textilien. Sie kommt vom traditionellen Patchwork und versucht, neue Ausdrucksformen und Verarbeitungstechniken zu finden. Bei den Wegen zur Kunst stellt sie eine hängende Skulptur aus Stoff und Plastik aus.

Dieter Eichelmann aus Würselen ist Architekt, als Künstler nutzt er Keramik als Hauptmaterial, daneben auch Holz und Metall. Sein Projekt für Eschweiler: „Etwa zehn Skulpturen, die zu einem Gespräch zusammen finden. Sie werden beäugt und beobachtet von einer Big-Brother-Figur.”

Peter Henn aus Monschau, der Kunst studiert und Schmied gelernt hat, arbeitet für die „Wege zur Kunst” an einer großen, filigranen Skultpur, die Bewegung beeinhalten soll. „Sie wird bewegt durch den Wind oder den Betracher selbst, der wird dazu aufgefordert, Hand anzulegen.”

Das Hauptmaterial der Bildhauerin Peggy Kanacher aus Niederzier ist Bronze, sie arbeitet mit dem Wachsausschmelzverfahren. Ihre ausdrucksstarken Werke, die meist Menschen darstellen, kombiniert sie gern mit Holz und Glas. Eines ist bereits zu besichtigen, die Bronze steht in der Schalterhalle der Sparkasse Marienstraße.

Der Metallgestalter Bernd Keller, dessen Werke in den vergangenen Jahren auf vielen Ausstellungen zu sehen waren, bereitet eine über zwei Meter große abstrakte Figur aus drei filigranen Stäben aus Edelstahl vor.

Mit einem ganz anderen Material ist seine Mutter Angelika Keller als Künstlerin bekannt geworden: Keramik. Von ihr ist zum Beispiel die Fischstele auf dem 2. Verkehrskreisel am Blausteinsee. Gemeinsam mit Kindern hatte sie den gesamten Kreisverkehr mit phantasievollen Fischen gestaltet - die Fische müssen vielen Leute so sehr gefallen haben, dass sie innerhalb kurzer Zeit gestohlen wurden. Vor Kurzem wurde sogar versucht, die noch vorhandene Stele in der Mitte des Werks abzubauen. Das schlug fehl. Am 18. September wird von ihr ein Ensemble aus Hundeköpfen zu sehen sein, die im Halbrund gruppiert sind.

Der zehnte Künstler in der Auswahl der „Neuen Wege zur Kunst” ist Dirk M. Schreiber. Noch ist nicht sicher, ob das von ihm geplante Objekt eines aus Stein oder aus Metall sein wird - Schreiber arbeitet mit beiden Materialien. Von ihm stehen bereits zwei Werke in Eschweiler, der „Schweineregen” im Stadtgarten und der „Fischer” an der Indebrücke Neustraße. Um 11 Uhr beginnt das Programm in Sachen Kunst am 18. September.

Um 11 Uhr werden die „Neuen Wege zur Kunst 2011” eröffnet, es ist zugleich die Eröffnung der Gruppenausstellung mit Werken aller zehn Künstlerinnen und Künstler in der Schalterhalle der Sparkasse.



Von 13 bis 18 Uhr heißt das Motto „Künstler und ihre Arbeiten im Dialog”. Die Künstler werden an den verschiedenen Stationen im Stadtgarten und in einzelnen Ladenlokalen der Marienstraße zu Gesprächen mit interessierten Besuchern anwesend sein.



Um 14.30 Uhr soll die Skulptur „Denk-Mal” des Holzbildhauers Jems Robert Koko Bi feierlich übergeben werden. Dieses Werk wird am Eingang der Anna-Klöcker-Anlage an der Kaiserstraße aufgestellt und soll in Eschweiler bleiben. Musikalisch begleitet wird der Festakt von der Bigband „Swingers 71”. Band-Geschäftsführer Marc Boltz freut sich nicht nur auf diesen Termin, sondern auch auf den 29. September. Dann können die Swingers 71 auf 40 Jahre Bühnenpräsenz zurück blicken.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert