Neue Stolpersteine erinnern an Opfer der NS-Zeit

Von: tob
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Gunter Demnig verlegte am Donnerstag in Eschweiler 15 weitere Stolpersteine. Auch Angehörige der Opfer waren mit dabei und gedachten der Menschen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Seit Donnerstag sind in der Indestadt 57 Stolpersteine verlegt. Gunter Demnig war zum vierten Mal zu Gast und ließ mit etlichen Bürgern und Verwandten der Opfer weitere 15 Gedenksteine an neun Stellen in den Boden ein.

Die Steine, Betonquader mit zehn Zentimetern Seitenlänge, tragen eine Messingplatte mit den Namen und wichtigsten Lebensdaten der Menschen, an die erinnert werden soll. Mit inzwischen mehr als 50 000 Steinen in über 1000 europäischen Orten kann das Projekt Stolpersteine als das größte dezentrale Kunstwerk der Welt bezeichnet werden.

2008, 2011, 2014 und 2015

Der städtische Arbeitskreis „Stolpersteine gegen das Vergessen“ recherchiert die Daten für die Inde-stadt. Gunter Demnig, der die Aktion 1992 ins Leben gerufen und in Eschweiler bereits 2008, 2011 und 2014 hat, verlegt die Steine stets selbst.

Die Stolpersteine erinnern an alle Opfer, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden: Sinti und Roma, Juden, Kommunisten, Sozialdemokraten, Christen, Homosexuelle, Widerstandskämpfer.

Der Arbeitskreis besteht aus engagierten Eschweiler Bürgern, Kommunalpolitikern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die dort ehrenamtlich tätig sind. Die Stadt Eschweiler unterstützt die Recherche der Lebensdaten von Eschweiler Opfern des nationalsozialistischen Regimes und das Verlegen der Stolpersteine. So werden zum Beispiel die Verlegestellen von Mitarbeitern der Wirtschaftsbetriebe vorbereitet.

Die Namen der Opfer

Am Donnerstag wurden folgende Gedenksteine verlegt: Kirche St. Peter und Paul, Marktplatz – ein Stein: Pfarrer Friedrich Dinstühler;

Indestraße 117 (früher Judenstraße 6) – fünf Steine: Familie Przyrowski;

Kochsgasse 3 – ein Stein: Josef Erkelenz;

Odilienstraße 40 (früherer Eingang zum Kreispflegehaus) – ein Stein: Regina Kaufmann;

Marienstraße 20 – ein Stein: Johann Raith;

Marienstraße 12 – drei Steine: Leah und Hermann Moses, Sara Sophie Friedlaender;

Bergrather Straße 29 – ein Stein: Peter Lenz;

Patternhof 13 (früher Patternhof 18) – ein Stein: Josef Mohren;

Dürener Straße 371 – ein Stein: Kurt Dietz.

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