Neue Pfarre sucht mehr Nähe zu den Menschen

Von: Patrick Nowicki
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Zwei Jahre Arbeit auf über 30 Seiten: Udo Meuser, Pfarrer Dr. Andreas Frick und Erich Schröder wirkten beim Verfassen des Konzeptes im Arbeitsausschuss mit. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. „Nach aufregenden Jahren sind wir nun in einer zufriedenen Situation”, sagt Dr. Andreas Frick und lächelt dabei. Während sich andere Gemeinden eher widerwillig dem Diktat des Bistums zur Fusion beugten, traten die Gemeinden in Stadtmitte die Flucht nach vorne an.

Die Pfarren St. Michael, St. Antonius Röhe, Herz Jesu und St. Peter und Paul schlossen sich zu einer Pfarre zusammen. Welche Früchte ein solches Zusammengehen tragen kann, lässt sich nun auf über 30 Seiten nachlesen.

Während andere Gemeinschaften noch in den Kinderschuhen stecken, liegt der neuen und größeren Pfarre St. Peter und Paul ein Pastoralkonzept vor, dessen Inhalt vor allem eines zum Ziel hat: Die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen.

Zwei Jahre dauerte die Entwicklung des Konzeptes. „Wir haben um manche Formulierung gerungen”, bemerkt Dr. Frick und ergänzt, „aber es ist uns gelungen.”

Drei inhaltliche Schwerpunkte gibt das Schriftstück vor: Menschen in ihren Lebensabschnitten begleiten, Gemeindebildung fördern und Sakramente als Heilszeichen zum Leben feiern. Darin findet sich natürlich der Wunsch, möglichst viele Laien für den Dienst in der Kirche zu gewinnen, denn auch der Priestermangel trug zur Entwicklung bei.

Aber mehr denn je orientiert sich das Werk an der Lebenswirklichkeit der Menschen: „Wir wollen auch die Alleinerziehenden und Geschiedenen in ihren Lebensabschnitten begleiten und unterstützen, damit sie aus der Kraft des christlichen Glaubens ihr Leben angehen können”, heißt es darin.

Solche Passagen zeugen von der täglichen Arbeit in der Pfarrgemeinde. „Von den Kommunionkindern leben etwa ein Drittel heute in einer familiären Situation, die sie sich so nicht wünschen würden”, berichtet Pfarrer Dr. Andreas Frick. Deswegen müsse die Kirche deutlich machen, dass ihr „alle Menschen, wie sie sind, willkommen sind”.

Allerdings dürfe die christliche Botschaft nicht zu kurz kommen. „Wenn man den Besuch eines Gottesdienstes mit anderen Dingen im Leben vergleicht, dann ist er weniger zeitintensiv und ausgesprochen unanstrengend”, glaubt Dr. Andreas Frick. Und so müsse die Liturgie der Kirche, die in seinen Augen durchaus abwechslungsreich sei, akzeptiert werden.

Das Pastoralkonzept für die neue Pfarre, die offiziell am 1. Januar 2010 ihren Rechtsstatus erhält, wurde keineswegs nur von Geistlichen verfasst. Im Gegenteil: Mitglieder der Pfarrgemeinderäte und der Kirchenvorstände waren eng an dem Prozess beteiligt. „Es ist ja so, dass wir die Fusion früh angegangen sind - und so blieb uns Gestaltungsspielraum”, so Udo Meuser, ein Pfarrgemeinderatsmitglied. Inzwischen sei die Zusammenarbeit der Pfarren bei den Menschen angekommen.

11500 Katholiken zählt die neue Pfarre in Mitte. Am 7. und 8. November sind auch sie aufgerufen, neue Kirchenvorstände zu wählen. Elf Stellen sind zu vergeben, 16 Bewerbungen liegen vor - eine ausgesprochen luxuriöse Situation, suchen andere Pfarren doch händeringend geeignete Kandidaten. „Wir hoffen natürlich, dass sämtliche Gemeindezentren ausreichend vertreten sind”, blickt Dr. Andreas Frick nach vorne. Aber man werde auch die Nicht-Gewählten nach der Wahl einbinden, um den „Idealismus vor Ort zu stärken”.

In Zeiten knapper Ressourcen wird es allerdings Verlierer der Fusion geben. Auch sie nennt das Pastoralkonzept: „Arbeitsfelder, die nicht mehr lebendig sind und nicht mehr durch Mitarbeiter getragen werden können, sollen würdig verabschiedet werden”, ist dort zu lesen. Allerdings würden auch neue Angebote entstehen. Vor allem in der Arbeit mit Familien und Kindern. Deswegen wollen die Verantwortlichen die Entwicklung der Angebote beobachten.

Auch in Zukunft wird es in der neuen Pfarre St. Peter und Paul verschiedene Möglichkeiten geben, den Glauben zu leben. Von einer „lebensnahen Verkündung Gottes Botschaft” spricht Dr. Andreas Frick.

So soll das Gottesdienstangebot weiter entwickelt werden. „Es bestehen heute bereits Formen wie der Kinderkrippentag, der jungen Familien entgegenkommt”, so Dr. Andreas Frick. Alle sollen sich in der neuen Pfarre eingeladen fühlen, schließlich will die Kirche nah an den Menschen sein.
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