Neue Notdienstregelung schlägt Politikern auf den Magen

Von: pan
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Die neue Notdienstregelung der Apotheken bereit vielen Politikern Bauchschmerzen. Foto: dpa

Eschweiler. Gegen die neue Notdienstregelung der Apotheken regt sich immer mehr Widerstand. Sowohl die Sozialdemokraten, als auch die CDU in Eschweiler äußern nun Kritik und wollen sie auf den Prüfstand stellen. Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Willi Bündgens bezeichnet die Regelung als „realitätsfern“.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Kämmerling wurde nach eigener Aussage von „besorgten Bürgern“ zum Thema Apothekennotdienst angesprochen. „Es besteht die aus meiner Sicht sehr berechtigte Sorge, dass in einem Notfall nicht alle Bürger gleichermaßen problemlos die nun wesentlich weiteren Wege zu einer Notapotheke bewältigen können“, sagt der Sozialdemokrat.

Regelten früher die Kreise und kreisfreien Städte den Notdienst, so obliegt dies nun ausschließlich den Kammern. „Weder der Landesgesetzgeber, noch die Landesregierung haben auf Basis der aktuellen Aufgabenverteilung Zugriff auf das Verfahren“, teilt Kämmerling mit. Dies müsse aber aus seiner Sicht nicht so bleiben. Sollte die nunmehr von der Apothekenkammer eingeführte Neuregelung „in der Praxis zu einer nachweisbaren Unterversorgung der Menschen im Notfall“ führen, werde er dies an die Gremien des Landtages herantragen.

In die gleiche Kerbe schlägt Willi Bündgens: „Kranke und ältere Menschen im Notfall in eine andere Stadt zu schicken, ist ein absolutes Unding.“ Dort müssten sich die Menschen manchmal erst den Weg zur nächsten Apotheke erfragen: „Doch abends ist niemand auf der Straße, den man ansprechen könnte“, argumentiert Bündgens. Zwar behaupte man, dass die Wege kürzer würden, aber wisse man zum Beispiel als St. Jöriser oft nicht, wo sich eine Apotheke in Würselen oder in Alsdorf befindet. Die Apotheken in der eigenen Stadt seien hingegen in der Regel bekannt.

Bei der neuen Regelung wurden die Stadtgrenzen bei der Notdienst-Verteilung aufgehoben. Die 69 regionalen Notdienstbereiche im Apotheken-Bezirk Nordrhein wurden durch das flächendeckende System NDK 2.0 der Apothekerkammer Nordrhein ersetzt. Die Apothekenkammer will damit zum einen die Notdienste gerechter verteilen, aber auch die Wege verkürzen.

In ersten Reaktionen hagelte es heftige Kritik von Bürgern. Sie sprachen sich gegen eine stadtübergreifende Lösung aus. Zudem reagierten Kunden erbost über unterschiedliche Öffnungs- und Schließungszeiten zwischen den Städten.

Stefan Kämmerling will deswegen dieses Thema in jedem Fall in den Landtag bringen: „Unabhängig von einer abzuwartenden Praxisbewertung habe ich die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen um Überprüfung der neuen Notfallapothekenregelung in unserer Region gebeten. Die Ergebnisse werde ich veröffentlichen.“

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