Eschweiler - Neue Kulturreihe: „Echoes of Nawlins” setzen erfrischenden Startpunkt

Neue Kulturreihe: „Echoes of Nawlins” setzen erfrischenden Startpunkt

Von: ran
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Trio der Extraklasse: Saxophon
Trio der Extraklasse: Saxophonist Danh Thai, Schlagzeuger Gerd Breuer sowie Pianist und Sänger H. P. Schüller ließen beim Jazz- und Soulpublikum keine Wünsche offen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Zum Auftakt gleich ein Höhepunkt: Mit einem großartigen Konzert der „Echoes of Nawlins” startete am Dienstagabend im „Gasthaus zum Markt” die neue Reihe der „Kulturabende am Dienstag”.

H. P. Schüller (Gesang und Piano), Gerd Breuer (Schlagzeug), Danh Thai (Saxophon) und die Gäste Erwin Görres (Mundharmonika) sowie Norbert Schmitz (Gesang) verzauberten ihre Zuhörer in der gut besuchten Gaststätte und nahmen sie mit auf eine musikalische Reise in den amerikanischen Süden, also ins Herz des Jazz und des Blues.

„Ich bin so froh, dass hier wieder Musik erklingt”, machte Gerda Zuleger, Inhaberin des Gasthauses „Zum Markt”, unmittelbar nach Beginn des Konzerts aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Die Künstlerin möchte ab sofort Kollegen die Gelegenheit bieten, ihr Können zu präsentieren. „Mein Anliegen ist es, Künstlern ein Forum zu bieten, etwas Neues zu wagen”, erklärt Gerda Zuleger. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei den Künstlern um Musiker, Literaten oder Kabarettisten handelt. „Warum Grenzen ziehen?”, fragt die Gastwirtin, die ab sofort auch an jedem ersten Dienstag im Monat als Gastgeberin eines „Künstlerstammtisches” fungieren wird. „Der Kultur-Dienstag soll in die Köpfe der Menschen”, nennt sie ihr Ziel.

Das Konzert der „Echoes of Nawlins” sollte allen Zuhörern auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben. Denn was das Trio mit Bandleader H. P. Schüller, Schlagzeuger Gerd Breuer und Saxophonist Danh Thai, Bassist Johannes Vos war am Dienstagabend nicht mit von der Partie, in der intimen, aber keinesfalls engen Atmosphäre des Gasthauses „Zum Markt” an musikalischer Qualität präsentierte, braucht kaum einen Vergleich zu scheuen. „Wir spielen die New Orleans-Musik von heute”, ließ H. P. Schüller vor Konzertbeginn wissen. Wichtige Elemente sind dabei der Rhythm ´n´ Blues und auch Gospelmusik. „Wir spielen bei weitem nicht nur traditionellen Jazz, sind also alles andere als dogmatisch”, beschreibt H. P. Schüller den Stil der Band. Und vor allem sind alle Bandmitglieder Meister der Improvisation. Denn noch wenige Augenblicke vor dem Start des Konzerts war unklar, welche Songs überhaupt zu hören sein würden.

Premiere zu Beginn

Doch einige kurze Ansagen, wenige Blickkontakte zwischen den Musikern, und schon war jedem der „Echoes” klar, was anstand. Zu Beginn nämlich eine Premiere: Denn Jimmy Reeds Song „Baby, what you want me to do” stand zuvor bei den Echoes of Nawlins noch nie auf dem Programm. „Ein uns völlig unbekanntes Stück”, ließ H. P. Schüller die Gäste schon vor dem ersten Ton staunen. Erst recht, als das Trio, unterstützt von Erwin Görres an der „Harp”, das Stück souverän, aber mit spürbarem Enthusiasmus, zum Besten gab. Über das Instrumental-Stück „Hard times” von Ray Charles, das auch Teil der neuesten CD der „Echoes of Nawlins” ausmacht, ging es dann mit den eingängigen Harmonien von „Basin Street Blues” in das Ur-New Orleans, und der Kommentar von Leroy Jones zur jüngsten CD der Band bewahrheitete sich. „Ihre Musik bringt die Zuhörer dazu, tanzen zu wollen, mit den Fingern zu schnippen und mit den Füßen zu wippen.” Wie wahr!

Nach der ersten Pause gab dann mit Kult-Sänger Norbert Schmitz ein zweiter Gast eine eindrucksvolle Kostprobe seines Könnens. Voller Inbrunst und Überzeugungskraft schmetterte er „Ain´t no sunshine” von Bill Withers und erntete stürmischen Applaus. Mit „careless love”, einer „traurigen Geschichte einer sorglosen Liebe” und dem schwungvollen „Hallo Josephine” näherte sich das Trio dem Schlussdrittel, das mit „Eu quero e´sossego” noch einen kurzen Abstecher nach Brasilien vorsah.

„I got the blues when it rains”, stimmte H. P. Schüller schließlich an, bevor eine herzerfischende Variation des Klassikers „When the saints go marching in” einen würdigen Abschluss bot.

Am 10. Mai steht der nächste Programmpunkt im „Gasthaus zum Markt” auf dem Programm. Dann wird Joachim Peters mit Gedichten und Musik durch einen italienischen Abend führen.
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