Neue Hubschrauberlandeplattform über dem St.-Antonius-Hospital

Von: Rudolf Müller
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„Christoph Europa 1“ im Landeanflug auf das St.-Antonius-Hospital. Mit der Einsegnung der Hightech-Plattform in 38 Metern Höhe wurde die Anlage nach rund einem Jahr Bauzeit offiziell in Betrieb genommen. Foto: Rudolf Müller
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„Heiligenschein“ aus Aluminium: So sieht die Hubschrauberbesatzung die Landeplattform über dem St.-Antonius-Hospital. Foto: Dirk Rosenbohm
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Voll des Lobes für Eschweilers topmodernen Heli-Landeplattform: Hubschrauberpilot Carsten Zillgen. Foto: Rudolf Müller
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Zwei, die Leben retten: „Christoph I“ und Notarzt Dr. Dirk Rosenbohm.
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Zwei, die Leben retten: „Christoph I“ und Notarzt Dr. Dirk Rosenbohm.

Eschweiler. Für Pfarrer Michael Datené ist er ein „Heiligenschein“. Der über dem Hospital schwebende Kranz des neuen Hubschrauberlandeplatzes, so Datené, sei die Verbindung des Hospitals zum Himmel, sei weithin sichtbares Zeichen: „Hier her kannst Du kommen, hier wird Dir Gutes getan!“

Einziger Unterschied: „Bei Heiligen wird der Heiligenschein befestigt, indem ihnen in die Glatze gebohrt wird. Das ging in diesem Fall nicht. Der Heiligenschein des Hospitals ruht auf Stahlstützen.“ Und die sind jeweils 38 Meter hoch.

Dort oben, wo ein gläserner Leitstand einen Überblick über die aus Aluminium gefertigt, beheizbare und nahezu wartungsfreie Landeplattform bietet, zeigte sich am Donnerstag Carsten Zillgen hellauf begeistert von der Plattform. „Topstandard!“ Der Mann muss es wissen: Seit 1992 fliegt er Hubschrauber, machte seine Ausbildung bei der US Army, flog ab 1995 SAR-Rettungshubschrauber und wechselte 2001 zum ADAC, wo er nun hinter dem Steuerknüppel des Airbus Helicopters H 135 sitzt. Sein Urteil: „Ebenso wie der vor einem Jahr in Betrieb gegangene Landeplatz des Medizinischen Zentrums in Würselen ist die Plattform am St.-Antonius-Hospital hervorragend! Beim vor Jahren gebauten Heliport an der Aachener Uniklinik hat man wohl mehr Augenmerk darauf gelegt, dass er stylish aussieht, als auf die Funktionalität. Andere Krankenhäuser, zum Beispiel Stolberg, haben den Anschluss völlig verpasst, da müssen wir – wenn überhaupt – abseits des Krankenhauses auf kaum geeigneten Flächen landen, die den EU-Standards absolut nicht genügen. Die neue Plattform hier in Eschweiler ist zukunftssicher und macht nicht nur unsere Einsätze viel sicherer; sie verkürzt auch die Transportzeit des Patienten zwischen Hubschrauber und OP.“

Bis vor einiger Zeit, so berichtet Zillgen, wurden im Rettungshubschrauber kaum Patienten transportiert. Der Grund: „Es gab so gut wie keine vernünftigen Landeplätze.“ Der Heli diente in erster Linie dazu, den Notarzt schnellstmöglich zum Einsatzort zu bringen. Patienten wurde dann auf dem sichereren Landweg transportiert. Das ändert sich nun. Zum Vorteil der Patienten, die schneller in die Kliniken kommen.

Im Eschweiler geht das nun nahtlos: von der Landeplattform aus auf direktem Weg per Aufzug in den OP.

350 Tonnen Stahl wurden für die insgesamt rund 2,2 Millionen Euro teure Landeplattform verbaut. Ein Abenteuer der besonderen Art, wie Hosppitalgeschäftsführer Elmar Wagenbach vor vielen geladenen Gästen im Hospitalrestaurant Akzente hervorhob: „Dieses Projekt war für alle etwas völlig Neues – für uns wie auch für das Bauordnungsamt und alle anderen. Das ist kein Alltagsgeschäft. Und dennoch haben wir hier den besten Hubschrauberlandeplatz gebaut, den man haben kann!“

Vier Priester (Michael Datené, Christoph Graaff, Andreas Züll und Ulrike Sommer) segneten die Plattform ein, die Dutzende interessierte Gäste anschließend in Augenschein nahmen.

Mit 1500 PS zum Einsatz

„Christoph Europa 1“ heißt der Helikopter, der im Auftrag des ADAC in der Region Dienst tut. Die genaue Bezeichnung war bisher Eurocopter EC 135 – nach dem Verkauf an Airbus heißt das Modell nun Airbus Helicopter H 135. Bis zu 280 Stundenkilometer schnell ist das Fluggerät, dessen zwei Triebwerke es insgesamt auf knapp 1500 PS bringen. An Bord: drei Mann Besatzung – Pilot, Notarzt, Rettungsassistent. Bis zu zwei Stunden kann der Heli in der Luft bleiben. Vom Standort Merzbrück aus versorgt er das Gebiet der Städteregion, aber auch angrenzende Kreise wie Euskirchen, Düren, Heinsberg sowie grenznahe Gebiete in Belgien und den Niederladen. Rund 2300 Einsätze fliegt „Christoph Europa 1“ pro Jahr. Am Donnerstagmittag erlebte die Hubschrauberbesatzung die Einsegnung „ihrer“ Landeplattform nicht mehr mit: Unmittelbar vorher kam ein Notruf aus Geilenkirchen. Ein Dreijähriger brauchte sofort Hilfe. Im Hospital-Restaurant Akzente konnten die Gäste der Einsegnungsfeier live auf Großbildleinwand miterleben, wie das Team in den Helikopter sprang und der sich den böigen Winden zum Trotz in die Luft schraubte.

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