Neue Chemieräume: Die hohe Investition hat sich gelohnt

Von: ll
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So macht Chemie noch mehr Spaß: Schüler des Städtischen Gymnasiums präsentierten Experimente in den neuen Räumen. Foto: Laura Laermann

Eschweiler. Das war’s für das kleine, goldene Gummibärchen. Mit einer Pinzette wird es in das Reagenzglas befördert, wo geschmolzenes Kaliumchlorat schon darauf wartet, das Bärchen zu verbrennen. Die Reaktion ist heftig: Das Reagenzglas glüht, leuchtet in sattem pink und lässt ganz schön Dampf ab.

Kein Problem mehr in den neuen Chemieräumen des Städtischen Gymnasiums in Eschweiler. Die neuen Absauganlagen nehmen alle Chemikalien auf, so dass diese nicht in die Luft gelangen können. Eine Erneuerung, die dringend notwendig war.

„Die alten Chemieräume waren unmodern, die Abzüge haben nicht funktioniert, die Tische waren brüchig und mit Kritzeleien und Kaugummis verschmutzt“, erinnert sich Julia Winkler aus dem Chemie-Leistungskurs. „Größere Experimente konnte wir nie durchführen.“ Bei der offiziellen Eröffnung der Chemieräume zeigen Schüler aus der elften und zwölften Klasse, was in den neuen Räumlichkeiten alles möglich ist.

„Ampel auf chemisch“

Vier Experimente haben sie vorbereitet: Neben dem „brummenden Gummibär“, präsentieren sie „Die Blüte im Frühling“, „Münzen versilbern und vergolden“ und „Ampel auf chemisch“. Mit Tiegelzange, Gasbrenner, Petrischale und Tropfpipette gelingen verrückte Reaktionen. „Es macht viel mehr Spaß, Experimente umzusetzen, weil wir viel selbstständiger arbeiten können“, erklärt Sophie Bergerhausen, Chemie-LK.

In dem größeren der beiden Unterrichtsräume kann jeder Schüler eine in der Decke verankerte Abzugsanlage nutzen, die sich hoch und runter fahren lässt sowie mit Gas und Strom ausgestattet ist. In dem kleineren Raum musste ein anderes Konzept erstellt werden, welches statt des Deckensystems auf gleichermaßen ausgestattete Experimentierbänke zurückgreift.

Zum Vergleich: Dies entspricht aber immer noch dem Standard eines Chemie-Labors an einer Universität. In beiden Räumen befindet sich zudem eine fahrbare, verglaste Abzugsanlage für große Experimente sowie ein digitales Smartboard, welches eine klassische Tafel ersetzt. „Es ist nun viel einfacher Referate zu halten, weil man auf Projektoren und Beamer verzichten kann. Der schnelle Internetzugang ermöglicht, dass wir auch Videos schnell über das Smartboard ansehen können“, fügt Sophie hinzu.

Diese Erleichterung, den Unterricht frei zu gestalten, sieht auch Chemielehrer Michael Fell: „Wir können nun Experimente zeigen, die zu gefährlich sind, um sie im Unterricht vorzuführen. Außerdem lassen sich Tafelbilder speichern, die wir den Schülern nach dem Unterricht zusenden können.“, erklärt Michael Fell begeistert. Große Schränke bieten viel Raum und System für Bechergläser, Rundkolben. Schulbücher, Rührer und Waagen. „Alles hat jetzt seinen festen Platz.

Die Schüler können selbstständig ihre Materialien aus den Schränken nehmen und so erspart mir das viel Zeit“, erklärt der junge Lehrer. Ein dritter Raum in der Mitte der beiden Unterrichtsräume dient den Lehrern der Vorbereitung und der Lagerung von Chemikalien. Ausgestattet mit Spülmaschine, Kühl- und Gefrierschrank und sogar destilliertem Wasser aus dem Hahn bleibt kein Wunsch offen. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist sehr gut verlaufen“, findet Ursula Schnitzler, Chemielehrerin. „Alle Anmerkungen und Ideen, die wir hatten, wurden auch berücksichtigt.“

Umbau dauert ein Jahr

Ein Jahr lang dauerten die Umbauarbeiten der Chemieräume, die vor rund fünf Wochen fertig gestellt wurden. Die Lüftungsanlage forderte eine Erneuerung der statischen Konstruktion unter dem Dach. „Die Anlage verlangte aufgrund ihres Gewichtes eine zusätzliche Unterstützung durch Stahlträger“, erklärt Helmut Gühsgen, Bauverwaltung und Gebäudemanagement. „Dafür mussten auch die Decken abgehangen werden. Die Abzugsrohre haben wir in den Innenraum verlegt.“

Mehrere Hunderttausend Euro wurden in diesen aufwendigen Umbau gesteckt. Eine zukunftsorientierte Investition, wie Petra Seeger im Amt für Schulen, Sport und Kultur, findet: „Die alte Ausstattung war nicht zeitgemäß und genügte nicht mehr den Ansprüchen der heutigen Unterrichtsgestaltung.“ Zudem weist sie auf die pädagogische Verantwortung hin: „Die Schüler können sich selbst mehr mit einbringen.

Der Unterricht basiert nicht auf einem Lehrervortrag, sondern jeder kann interaktiv mitarbeiten.“ Dies haben die Schüler mit ihren spannenden Experimenten bewiesen. Während die Lehrer am Rand den einen oder anderen Tipp gegeben haben, hat vor allem das kleine goldene Gummibärchen die Aufmerksamkeit des Publikums gewonnen.

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