Eschweiler - Netzwerk bietet jungen Müttern Unterstützung

Netzwerk bietet jungen Müttern Unterstützung

Von: ran
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Eschweiler. Junge Mütter benötigen (fast immer) Unterstützung. Und zwar in vielerlei Hinsicht. Nicht selten gefährdet die neue Lebenssituation den Schulabschluss, die Ausbildung oder den bereits eingeschlagenen Berufsweg. Eines der größten Probleme der jungen Frauen: Wo und von wem kann das Kind bei kurzfristig anberaumten Terminen der Mutter betreut werden?

Um Müttern im Alter von 15 bis 25 Jahren Hilfestellungen anzubieten, wurde im April im Rahmen des Programms „Stärken vor Ort” das Projekt „Junge Mütter im Job - Kids betreut” ins Leben gerufen. Schnell bildete sich eine Projektarbeitsgemeinschaft, der sich der Verein „Storchenbiß”, das AWO-Familienzentrum „Der kleine Prinz”, die Mutter-Kind-Einrichtung „Eaglenest”, der Kinderschutzbund Eschweiler sowie die low-tec gGmbH anschlossen.

In enger Kooperation mit Sigrid Harzheim und Annette Groneberg von der „lokalen Koordinierungsstelle Stärken vor Ort/Stadt Eschweiler” wurde die Erstellung eines Wegweisers in Angriff genommen. Ebenso fanden zahlreiche Einzelgespräche mit jungen Müttern statt. Zudem wurde im Oktober ein Probelauf gestartet, bei dem das AWO-Familienzentrum „Der kleine Prinz”, der in Trägerschaft des Kinderschutzbundes befindliche Kids-Klub der Eduard-Mörike Grundschule sowie das Familienzentrum der Pfarre St. Peter und Paul an bestimmten Terminen jungen Müttern ab 16 Jahren eine kurzfristige und kostenlose Kinderbetreuung sowie Beratungen in Sachen Kindertagespflege, Schule und Arbeitsmarkt anbot.

Das Ergebnis: Der Bedarf für diese Art der Kinderbetreuung ist groß. „Allerdings scheuen sich die jungen Mütter verständlicherweise, ihre Kinder kurzzeitig abzugeben, ohne zuvor ein Vertrauensverhältnis zu den betreuenden Personen aufgebaut zu haben”, erklärt Annette Groneberg.

Nicht zuletzt deshalb sind alle am Projekt Beteiligten sehr zufrieden, dass sich inzwischen 15 Institutionen dem Netzwerk „Junge Mütter im Job” angeschlossen haben (siehe Kasten). „Diese werden in unserem Wegweiser alle einzeln vorgestellt, damit sich die Mütter ein umfassendes Bild davon machen können, wo und von wem Hilfestellungen angeboten werden”, macht Mariethres Kaleß, Vorsitzende des Kinderschutzbundes Eschweiler, deutlich. Dies unterstreicht auch Antje Würsig, Leiterin des AWO-Familienzentrums „Der kleine Prinz” in Dürwiß: „Wichtig ist, dass sich die jungen Mütter durch die Vielzahl der Anlaufstellen den Ansprechpartner aussuchen können, bei dem für sie individuell die Hemmschwelle am niedrigsten ist.

Darüber hinaus haben die Institutionen die Möglichkeit, sich zu vernetzen”, so die Pädagogin. Ein weiterer Vorteil sei, dass das Netzwerk viele Lebensbereiche abdecke. „Egal, ob eine Mutter eine Frage zur Betreuung von Kindern unter einem Jahr oder bezüglich der Kontaktaufnahme zum Job-Center hat. Im Netzwerk wird es jemanden geben, der die Frage beantworten können wird”, nennt Aranka Gohmann vom AWO-Familienzentrum „Wunderland” einen weiteren Aspekt. Und Mariethres Kaleß ergänzt: „Wir schaffen keine neue Stelle, sondern fassen Ressourcen, die bereits vorhanden sind, zusammen.” Dabei sei nicht zuletzt Flexibilität gefragt, schließlich schreibe das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) durchaus stringente Betreuungszeiten vor, gibt Antje Würsig zu bedenken.

„Ziel dieses Projekts war es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit junge Mütter die Gelegenheit erhalten, ihren Schulabschluss zu machen, Berufspraktika zu absolvieren oder auch nur Gespräche zu ihrer weiteren Berufslaufbahn zu führen”, blickt Annette Groneberg zum Ausgangspunkt zurück.

Ein Anfang ist auf jeden Fall gemacht. „Rund 20 junge Mütter haben bislang unsere Angebote in Anspruch genommen”, so die Zwischenbilanz von Anahed Younessi, pädagogische Mitarbeiterin der low-tec gGmbH. „Es geht darum, kurzzeitig flexibel zu helfen. Ist die junge Mutter dann hoffentlich in einem regelmäßigen Arbeitsverhältnis, greifen natürlich die üblichen Betreuungsangebote”, so Annette Groneberg.

Sollten weitere Institutionen dem Netzwerk beitreten wollen, sind Informationen bei Aranka Gohmann im AWO-Familienzentrum „Wunderland” unter Telefon 889405 zu erhalten.

„Stärken vor Ort” ist ein Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und wird aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union kofinanziert.

Mitglieder des Netzwerkes „Junge Mütter im Job” sind der Kinderschutzbund Eschweiler, die Schulsozialarbeit, das Familienzentrum der Pfarre St. Peter und Paul, das Jugendamt sowie die Gleichstellungsstelle der Stadt Eschweiler, das Tagesmütternetzwerk Eschweiler, das Gesundheitsamt der Städteregion Aachen, die Mutter-Kind-Einrichtung „Eaglenest”, der Verein „Storchenbiß”, die AWO-Familienzentren „Der kleine Prinz” und „Wunderland”, die indestädtischen Kinderärzte, das BKJ-Familienzentrum Jahnstraße, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), die AWO-Beratungsstelle, die low-tec gGMBH Abteilung Gesellschaftliche Projekte und das Familienzentrum der Pfarre St. Marien.
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