Nersingers Lateinprojekt lässt Roms Schweizergarde zittern

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Die Päpstliche Schweizergarde im Vatikan: Ein Radioprojekt von Ulrich Nersinger über die Gendarmerie des Papstes heizte Gerüchte über die mögliche Auflösung der traditionsreichen Garde an. Foto: Stock/Ulmer
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Ließ im Vatikan die Gerüchteküche brodeln: Ulrich Nersinger.

Eschweiler. Ein Indestädter lässt die Gerüchteküche im Vatikan brodeln. Mit einem außergewöhnlichen Rundfunkprojekt hat der Eschweiler Vatikankenner Ulrich Nersinger jetzt nicht nur in Rom unverhofft für einigen Wirbel gesorgt.

Es war als ein innovatives Lateinprojekt geplant. Über die Arbeit des Gendarmeriekorps des Papstes sollten sich Lateinliebhaber auch in der Sprache des alten Rom informieren können. Der päpstliche Rundfunksender schaltete auf seiner Webseite einen Radiobeitrag des Eschweiler Buchautors und Vatikanexperten Ulrich Nersinger frei, der von dem aus Aachen stammenden Kirchenrechtler Dr. Gero Weishaupt in die Sprache Ciceros übersetzt und von einer Sprecherin auf Latein vorgelesen wurde.

Auf Radio Vatikan berichtet Nersinger über die vielfältigen Aufgaben der Polizeitruppe des Papstes. Neben der Schweizergarde ist die Gendarmerie das zweite Sicherheitskorps des Vatikan. Während die Garde als einzige Aufgabe den Schutz des Papstes hat, nimmt die Gendarmerie auch Aufgaben als Staats-, Justiz-, Finanz- und Verkehrspolizei im Vatikanstaat wahr.

Das an sich unverfängliche Lateinprojekt heizte nun im Vatikan die Gerüchteküche an. Italienische und Schweizer Medien spekulieren, dass Papst Franziskus mit der Doppelstruktur Gendarmerie-Schweizergarde nicht zufrieden ist und Veränderungen durchsetzen möchte. Sogar von einem kompletten Aus für die Garde ist die Rede. Stattdessen wolle sich der Pontifex lieber auf die gut ausgebildete Gendarmerie des Vatikans verlassen.

„Dass die Arbeit der Gendarmerie jetzt sogar von Radio Vatikan für Latein-würdig befunden wird, heizt die Gerüchteküche über den Status der Schweizer Garde weiter an“, meldeten die katholischen Nachrichtenagenturen der Schweiz.

Eine Unterschriftensammlung ehemaliger Gardisten für den Erhalt der Garde wurde nach kurzer Zeit wieder eingestellt: Es gebe keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Papst tatsächlich die Auflösung der Schweizergarde plane.

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