Naturschützer säubern den Blausteinsee

Von: Sonja Essers
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Rund 30 Helfer trafen sich am Samstagvormittag am Blausteinsee, um dort den Müll der vergangenen Monate zu beseitigen. Foto: Sonja Essers
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Lockenstäbe und anderes: Bei der Müllaktion kamen auch in diesem Jahr viele kuriose Funde zum Vorschein. Udo Thorwesten von der unteren Landschaftsbehörde der Städteregion Aachen sammelte diese in einem gesonderten Eimer. Foto: Sonja Essers

Eschweiler-Dürwiß. Lebt etwa der Teufel im Blausteinsee? Diese Frage stellten sich zumindest die freiwilligen Helfer, die am Samstag den Müll im und um den See beseitigten. Wie sie darauf kamen? Ganz einfach: Schließlich fanden sie dort gleich zwei Haarreifen an denen Teufelshörner befestigt waren. Das war jedoch nicht der kurioseste Fund, der den Teilnehmern an diesem Vormittag ins Netz ging.

Bereits zum achten Mal fand am Blausteinsee die alljährliche Müllsammelaktion statt. Mit von der Partie waren nicht nur Mitarbeiter des Umweltamtes sowie der Landschaftswacht der Städteregion Aachen. Auch die Naturschutzverbände BUND und Nabu sowie Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) und des ASV Blausteinsee halfen fleißig mit.

Hintergrund der Aktion ist folgender: Auch im vergangenen Jahr gab es im frei zugänglichen Bereich des Sees wieder viele Hinterlassenschaften. Vor allem durch den Westwind wurde der Unrat in das Naturschutzgebiet auf die gegenüberliegende Seite des Sees getrieben.

Mit zwei Booten des THW Jülich wurden die Naturschützer am Samstag auf kürzestem Weg zum Einsatzort transportiert. Auf diese Weise erfolgte auch der Abtransport des eingesammelten Unrates aus dem Naturschutzgebiet per Boot zur Zwischenlagerung im Containerbereich bei der Seebühne.

Der Zeitpunkt der Maßnahme war so gewählt, dass während der Vegetationsruhe und vor der Brutzeit der Tiere sämtlicher Unrat vor dem Frühjahr eingesammelt werden kann. Denn Behälter aus Plastik, Glas oder Blech sind Todesfallen für zahlreiche Kleintiere und fördern die Brandgefahr im Sommer.

Umherschwimmende Gegenstände, wie beispielsweise Holzpaletten, können zudem Schwimmnester von brütenden Wasservögeln im Uferbereich zerstören.

Die freiwilligen Helfer konzentrierten sich an diesem Tag vor allem auf das nördliche, östliche und südliche Ufer Richtung Neu-Lohn und Fronhoven. Schließlich wurde dort ein Teil des Sees zum Schutz von Tieren und Pflanzen zu einem Naturschutzgebiet erklärt. Aus diesem Grund darf dieses Gebiet nicht betreten werden.

Wie wichtig die Natur- und Artenschutzaktion ist, wusste Udo Thorwesten von der unteren Landschaftsbehörde der Städteregion zu berichten. Er freute sich darüber, dass an diesem Vormittag rund 30 Helfer zusammengekommen waren. „Ich bin froh, dass sich immer wieder so viele Leute finden, um die Sachen zu sammeln“, sagte er.

Gar nicht so glücklich war Thorwesten allerdings über die gefundenen Gegenstände. Besonders oft waren den Helfern in diesem Jahr Schnüre begegnet, an denen noch Luftballons befestigt waren. „Das kann für Tiere tödlich sein. Wenn sich diese Bänder um die Beine der Tiere wickeln, dann haben wir hier nur noch einbeinige Tiere rumlaufen“, warnte er vor den Gefahren.

Tiere gibt es rund um den See nämlich jede Menge. Aufgrund der regelmäßig durchgeführten Tierzählungen konnten in den vergangenen sechs Jahren mehr als 185 Vogelarten, sowie Kleinsäuger, Amphibien und bedeutsame Insektenarten am Blausteinsee nachgewiesen werden. Die Tendenz ist sogar steigend. Diese Tiere sind auf einen ungestörten Lebensraum in der ansonsten intensiv landwirtschaftlich und industriell geprägten Landschaft angewiesen. Zu diesem Zweck wurde die Abgrenzung zwischen dem Naturschutzgebiet und dem für Wassersport zugelassenen Bereich durch eine Bojenlinie wiederhergestellt.

Die Teilnehmer fanden jedoch nicht nur Unmengen von Girlanden, sondern auch Lockenwickler, Fußbälle und sogar ein Surfbrett. „So etwas verliert man nicht so einfach“, meinte Thorwesten, der an diesem Vormittag auch einige lobende Worte fand. Schließlich habe man in diesem Jahr weniger Plastikmüll gefunden, als noch in den Jahren zuvor. Die Bausteinsee-GmbH habe in den vergangenen Monaten intensiv Plastikmüll sammeln lassen. „Die tun was dafür, dass die Leute sich hier wohlfühlen“, meinte Thorwesten.

Weniger Müll ist noch zuviel

Obwohl der Müll im und um den See weniger geworden sei, gebe es immer wieder Menschen, die ihren Müll zurücklassen. Dies sei vor allem am Wochenende der Fall. „Viele lassen einfach alles hinter sich liegen“, erklärte Thorwesten, der besonders dankbar für die Hilfe des Technischen Hilfswerks war, das mit seinem Arbeitsboot im Einsatz waren. „Die leisten hier wirklich wertvolle Grundlagenhilfe“, betonte er.

Gegen Mittag endete die Aktion, die dank des guten Wetters problemlos über die Bühne ging. Als kleines Dankschön hatte die Blausteinsee-GmbH alle Helfer zu einem Mittagessen in die Vereinsräumen des Eschweiler Segelclubs eingeladen.

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