Naturschützer räumen am Blausteinsee auf

Von: jana
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Mit Unterstützung des Technischen Hilfswerkes und dessen Arbeitsboot schafften die Ehrenamtler den Unrat an Land. Foto: Jana Röhseler
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Dies ist nur ein kleiner Teil der rund 40 ehrenamtlichen Helfer, die das Naturschutzgebiet am Blausteinsee von allerlei Müll befreiten.

Eschweiler. Man kann sich nur noch an den Kopf fassen, wenn man sieht, was rund 40 ehrenamtliche Naturschützer am Samstag bei ihrer Aufräumaktion am Blausteinsee alles aufgesammelt haben. Berge an Müllsäcken, gefüllt mit Glas- und Plastikflaschen, Badespielzeug und Benzinkanistern sowie angeschwemmte Bojen waren die außerordentlich besorgniserregende Bilanz der jährlichen Aktion.

Doch nicht nur das: Sogar eine große Rutsche zogen die Ehrenamtler aus dem Wasser im Naturschutzgebiet. Bereits zum sechsten Mal trafen sich Mitarbeiter des Umweltamtes und der Landschaftswacht der Städteregion Aachen, der Naturschutzverbände NABU und BUND sowie des Technischen Hilfswerkes (THW), um das Naturschutzgebiet im Bereich des östlichen, nördlichen und südlichen Ufers von den Spuren des Seetourismus zu befreien. Durch den Westwind wurden wieder unzählige Verpackungsreste in das Naturschutzgebiet geschwemmt. Am meisten leiden darunter natürlich die dort lebenden Tiere. Alleine 185 Vogelarten haben am Blausteinsee ihren Lebensraum gefunden, daneben zahlreiche Kleinsäuger, Amphibien und bedeutsame Insektenarten. Die Lebewesen sind auf eine ungestörte Umgebung in der ansonsten intensiv landwirtschaftlich und industriell genutzten Landschaft angewiesen. „Die Maßnahme dient vor allem dem Schutz der Vögel“, erklärt Dr. Eike Lange vom NABU.

„Sie sind sehr neugierig und bleiben oft mit ihrem Schnabel in den hinterlassenen Plastik-, Blech- und Glasbehältnissen der Touristen stecken. Dies führt nicht selten zum Tod der Tiere“, bedauert der Naturschützer. Aber auch die am und im Wasser lebenden Amphibien leiden unter dem Müll, verletzen sich an Glasscherben und verenden so oft auf tragische Weise. „Besonders ärgerlich ist auch, dass es jedes Jahr wieder dasselbe Problem mit den angeschwemmten Bojen gibt“, betont Dirk Kratz, Gruppenführer des THW, OV Jülich. „Wir appellieren jedes Jahr aufs Neue an die Verantwortlichen, die Bojen ordnungsgemäß zu verankern, da sie oft Schwimmnester von Wasservögeln zestören“, ergänzt Udo Thorwesten vom Umweltamt der Städteregion, der den „Frühjahrsputz“ jedes Jahr erfolgreich organisiert.

„Der Zeitpunkt der Aktion wurde so gewählt, dass die ,Wintergäste‘, wie zum Beispiel Kraniche und Tauchenten, schon abgezogen sind, die Brutzeit der anderen Lebewesen aber noch nicht begonnen hat. Ein späterer Termin hätte das Brutgeschäft der Vögel gestört“, erklärt Organisator Thorwesten außerdem.

Eine besonders lobenswerte Maßnahme, dank derer das Naturschutzgebiet am Blausteinsee nun wieder einen weitaus besseren Lebensraum für die Tiere am und im Wasser bildet.

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