„Naturhaus Rheinland“ eröffnet am Blausteinsee

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
13113942.jpg
Wollen die Ausstellung im „Naturhaus Rheinland“ attraktiv gestalten: Aline Foschepoth und Thomas Steffens. Foto: Patrick Nowicki
13113944.jpg
Gute Laune: Stiftungs-Vorsitzender Friedhelm Decker (links) und Bürgermeister Rudi Bertram unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Lange wurde am Blausteinsee vom großen Hotelprojekt geträumt, inzwischen wählt man den Weg der kleinen Schritte – und kommt voran: Anfang November eröffnet am Seezentrum das „Naturhaus Rheinland“, das Informations- und Bildungszentrum der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft.

Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung wurde nun von Bürgermeister Rudi Bertram und dem Vorsitzenden der Stiftung, Friedhelm Decker, unterzeichnet. In den nächsten Wochen wird ein konkretes Jahresprogramm mit Umwelt-, Natur- und Freizeitmaßnahmen für Kinder und Jugendliche ausgearbeitet. Es soll die Dauerausstellung im „Naturhaus Rheinland“ ergänzen.

Zur Stadt Eschweiler bestehen schon seit einigen Jahren enge Beziehungen. Seit fünf Jahren unterhält die Stiftung ein Büro am See, von wo aus zahlreiche Naturschutz-Projekte in der Region angestoßen werden. Nach ihren Angaben wurden mehr als 100 Projekte auf 350 Hektar Fläche umgesetzt.

„Der Fokus unserer Tätigkeit hier vor Ort lag und liegt auf Ausgleichs-, Ersatz- und Artenschutzmaßnahmen, die wir von der Planung, Flächensuche und Maßnahmenumsetzung bis zur dauerhaften Pflege und Sicherung umsetzen“, sagt Decker. Konkret in Eschweiler kann man die Ergebnisse dieser Tätigkeit unter anderem in Hastenrath sehen, wo mit Unterstützung der Stiftung ein Grünstreifen angelegt wurde.

Mit dem „Naturhaus Rheinland“ wird nun ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufgeschlagen. Noch befinden sich dort die Büros der Stiftung, die allerdings in den nächsten Wochen in den Drimbornshof umziehen werden. Zugleich wird der 56 Quadratmeter große Raum zur Dauerausstellung umgestaltet.

Drei Themenschwerpunkte sollen dort umgesetzt werden: in Anlehnung an die Umgebung des Blausteinsees Terra, Aqua und Agris. Sie wird sich nicht nur mit dem Gewässer selbst, sondern auch mit dem Ursprung als ehemaliger Tagebau und der umliegenden Bördelandschaft beschäftigen. Die Informationen sollen so aufbereitet sein, dass auch Schulklassen und Kleinkinder altersgerecht die Natur erfahren können.

Das Areal auch als sogenannten „außerschulischen Lernort“ zu entwickeln, war eines der Ziele der Blausteinsee-GmbH. Deren Geschäftsführer Hermann Gödde unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Stiftung: „Wir wollen die Menschen aktiv an die Natur heranführen.“ Dafür wolle man gemeinsam die nächsten Schritte erarbeiten.

Die Ausstellung und das Jahresprogramm sollen schließlich erst der Anfang sein. Gödde lässt einen Blick in die Ideenkiste zu, aus der man in den kommenden Monaten Projekte entwickeln will: Angedacht sind eine Fahrrad- und Wander-App, ein Aussichtspunkt auf der Uferseite gegenüber dem Seezentrum sowie ein Foto-Wettbewerb. Auch für Filmprojekte biete sich der See an. Letzteres richte sich an ältere Schüler, betont Gödde.

Erste Kontakte zur Stiftung Rheinische Kulturlandschaft wurden schon vor mehr als zehn Jahren geknüpft. Mit der wachsenden Zahl an Projekten in der Städteregion suchte die in Bonn beheimatete Stiftung die Gelegenheit, ein Büro im Westen zu eröffnen. Am Blausteinsee wurde sie schließlich fündig: Die Geschäftsstelle „Westliches Rheinland“ leitete zunächst Stefan Misere, inzwischen führt sie Thomas Steffens – beide stammen aus Eschweiler.

Das „Naturhaus Rheinland“ wird allerdings von der Hauptgeschäftsstelle in Bonn betreut. Den Betrieb ergänzt die Stadt mit eigenem Personal. Auch bei der Miete für die Räume am Seezentrum sei man der Stiftung entgegengekommen, sagt Hermann Gödde. Finanziell greift eine andere Stiftung dem Projekt unter die Arme: „Da wir – anders als vielfach vermutet – nicht über die finanziellen Mittel verfügen, ausschließlich aus eigenen Ressourcen solche Ideen umzusetzen, sind wir der F.-Victor-Rolff-Stiftung zu großem Dank verpflichtet“, gesteht Friedhelm Decker.

Die schriftlich fixierte Kooperation, die zunächst bis zum 31. Januar 2019 befristet ist, macht sich auch an der Seebühne bemerkbar: Dort wird ein Aussichtsfernrohr installiert, mit dem man den See und die Natur beobachten kann. Ferngläser können zudem im „Naturhaus“ geliehen werden. „Dies ist eine klassische Win-Win-Situation“, lobt Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram die Kooperation. Man sei natürlich daran interessiert, sie weiter auszubauen. Im ersten Schritt sollen Schulen angeschrieben werden, um das Interesse für eine Führung zu wecken. Gute Aussichten also für das „Naturhaus“ am Blausteinsee.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert