Röetsche/Pomp - Narrenzunft Pumpestich führt die Karnevalisten „zesamme“

Narrenzunft Pumpestich führt die Karnevalisten „zesamme“

Von: ran
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Ein Traum in rot, grün und weiß: Die Garde der Narrenzunft zeigte ihr Können und verzauberte das jecke Volk im Saal. Foto: Andreas Röchter

Röetsche/Pomp. Fastelovend ist bunt, einfallsreich und lebensfroh, vermittelt Spaß an der Freude und ist im besten Sinne „jeck“. Und: Fastelovend grenzt niemanden aus, sondern führt „zesamme“. Unter dieser Überschrift begrüßte Präsident Stephan Lenzen am Samstagabend das fantasievoll kostümierte närrische Volk in der gut besuchten Delio-Arena des Hauses Flatten zur Kostümsitzung der KG Narrenzunft Pumpestich.

„Ob he jebore oder nit, mir fiere allemohle mit“, erinnerte die ehemalige Tollität an sein Prinzenmotto, mit dem er vor sechs Jahren durch die Säle der Indestadt fegte. „Wir bauen um Eischwiele keine Mauern, wir sind weltoffen!“, unterstrich der Präsident.

Die Indestadt mache dies sogar im weltweiten Netz unter WWW.MRW.KOM deutlich. „Weiland, Wienands, Wolny. Münchow, Ripp, Wolf. Komitee. Das ist für uns Eischwiele das einzig wahre Socialnet“, so Stephan Lenzen, bevor er seine bereits mit den Hufen scharrenden Narrenzünftler mit einem entschlossenen „Hei-Jo“ von der Leine ließ.

Schon zum Einmarsch war ein wahrer Blumenregen auf die närrische Damenwelt geprasselt. Nun gab der Musikzug der Narrenzunft unter der Leitung von Reinhold Kindler dem „Kölsche Jong“ à la Millowitsch die Ehre, der gesamte Saal stimmte quasi mit dem ersten Takt stimmgewaltig und textsicher ein, um unmittelbar danach „Mach dein Ding“ zu fordern. Bevor „Et Trömmelche“ erstmals ging, hatte Narrenzunft-Tanzmariechen Alina Sager ihr Publikum mit einer fulminanten Darbietung voller Esprit und Charme zu Klängen von „Stadt mit K“ bereits zu Beifallsstürmen hingerissen.

Weiter ging das Narrenzunft-Feuerwerk mit der Tanzgarde, die mit Temperament, Dynamik und Akrobatik die Bühne und das jecke Volk im Sturm eroberte. Absolut „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ hatten die „Besseren Hälften“ der Narrenzünftler, die nicht zuletzt „Pretty Belinda“ hochleben ließen und einen feinen Tanz zelebrierten, der den vorläufigen Schlusspunkt unter den Narrenzunft-Block setzte.

Mucksmäuschenstill

Mit „Ich will danze“ gab wenig später Sonja Essers als Sängerin des Fanfarenkorps „Die Original Eschweiler“ den Ton für die kommende halbe Stunde vor, die nicht abwechslungsreicher und stimmungsvoller hätte sein können. Egal ob mit dem Vicky Leandros-Evergreen „Ich liebe das Leben“, der Queen-Hymne „We will rock you“ oder den Party-Hits „Schön ist das Leben“ und „Linda Lou“ – sowohl die Narren als auch die Zünftler trieb es auf die Stühle.

Vorbildlich mucksmäuschenstill wurde es, als Schlabber & Latz im Zwiegespräch ihre Fremdsprachenkenntnisse in Sachen italienisch präsentierten. Wie begrüßt man in „Bella Italia“ die Schwiegermutter standesgemäß? „Buena sera, Mozzarella!“, zeigte sich das Duo wohlinformiert, wies jedoch leicht irritiert darauf hin, dass rheinische Lieder in Italien notgedrungen immer etwas mit dem Po zu tun hätten.

Keine Überraschung, dass die Zuhörer aus dem „Mucksmäuschenstill-Modus“ immer wieder in den „ohrenbetäubenden Jubel-Gang“ schalteten. Vollgas gab anschließend auch der „Penner von nebenan“ Jonas Wintz, der auf den Spuren von „Stümpche“, des „lebendigsten Glitzersakkos der Indestadt“, der „Wildecker Herzbuben der Eischwiele Fastelovend“, eines „spitz- und schlitzohrigen Müsje“ sowie eines „prinzlichen Steigers“ wandelte und unter Beweis stellte, durchaus in große Fußstapfen treten zu können.

Dass eine gehörige Portion „Druckluft“ auch die hartgesottensten Fastelovendsjecken atemlos werden lassen kann, unterstrich dann der gleichnamige 14-köpfige Musikorkan, der sich seinen Weg aus Bonn über Hastenrath in die Delio-Arena gebahnt hatte. Nicht nur Präsident Stephan Lenzen zeigte sich „geflasht“. Was die jungen Damen und Herren mit ihren Trompeten, Saxofonen, am Mellophon, der Geige, der Posaune, dem Schlagzeug, dem Bass und der Gitarre an Energie, Kraft und Lebensfreude auf die Bühne zauberten, lässt sich vielleicht nur mit einem Wort beschreiben: Wahnsinn! Und dies querbeet durch nahezu alle Stilrichtungen.

So erklangen während des gewaltigen Parforce-Rittes unter anderem „I like to move it“, „Insomnia“, „Heidi“, „superjeile Zick“, „Viva Colonia“, „Eine Insel mit zwei Bergen“ sowie „Über den Wolken“ kombiniert mit Limbo- und Can-Can-Einlagen. Ergebnis: alle außer Rand und Band, auf und vor der Bühne. Glänzende Aussichten für Prinz Ralf II., der mit Zeremonienmeister Georg und Gefolge den Jubelsturm mühelos aufrecht hielt, den „Eischwiele Danz“ präsentierte, der Heimat samt Wolkenfabrik mit „Miih Wisswille“ huldigte und von den Narrenzünftlern vollkommen verdient ein Geschenk der außergewöhnlichen Art in Aussicht gestellt bekam. Im Frühjahr wird der Elferrat der Gesellschaft zum Fensterputzen bei seiner Tollität antreten. „Allerdings müsst ihr die Verpflegung stellen“, hat die Sache natürlich auch einen kleinen Haken, der Ralf und Georg aber kaum aus der Ruhe bringen dürfte.

Körperbeherrschung in Reinkultur kombiniert mit elfenartiger Eleganz und ganz schön haarigen Akrobatikeinlagen präsentierten dann zu später Stunde die filigranen Tänzer des Narrenzunft-Männerballetts, die zu Klängen von „Sing Hallelujah“ gleichsam auf die Bühne schwebten und für tranceartige Zustände im Publikum sorgten.

Angeführt vom scheidenden Präsidenten Guido Kuth bildete die Gastgesellschaft der Bösen Buben einen würdigen Abschluss einer großartigen Narrenzunft-Sitzung. Tanzmarie Annika Braun brillierte gemeinsam mit den Bösen Mädchen, Jugendtanzmariechen Julia Lenzen bewies ihr Ausnahmetalent, das Männerballett ließ die Damenwelt einmal mehr aufhorchen, bevor die „Indesingers“ folgerichtig konstatierten „Nä, wat is et levve schön!“ und somit den Abend kurz und punktgenau zusammenfassten.

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