Eschweiler - Nachwuchsschauspieler: Von Zombies bis hin zu Mario Adorf

Nachwuchsschauspieler: Von Zombies bis hin zu Mario Adorf

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:
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In seiner Freizeit steht Thomas Binder sehr viel vor der Kamera. Ein Talentscout entdeckte ihn im Jahr 2012 in der Kölner Fußgängerzone. Foto: Lucas Blank
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In seiner Freizeit steht Thomas Binder sehr viel vor der Kamera. Ein Talentscout entdeckte ihn im Jahr 2012 in der Kölner Fußgängerzone. Foto: Lucas Blank
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In seiner Freizeit steht Thomas Binder sehr viel vor der Kamera. Ein Talentscout entdeckte ihn im Jahr 2012 in der Kölner Fußgängerzone. Foto: Lucas Blank
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Im Drama „Der letzte Mentsch“ spielte Thomas Binder eine Komparsenrolle an der Seite von Mario Adorf (links oben). Ansonsten ist er bisher vor allem in Independent-Horrorfilmen zu sehen. So war er im März beim Dreh von „The Rise of Valhalla“ (rechts oben) und im September 2012 von „Night City“. Auch in Musikvideos hat er bereits mitgespielt, etwa in „About Dreams“ der Metalcore-Band „Until September“ (unten rechts).
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Im Drama „Der letzte Mentsch“ spielte Thomas Binder eine Komparsenrolle an der Seite von Mario Adorf (links oben). Ansonsten ist er bisher vor allem in Independent-Horrorfilmen zu sehen. So war er im März beim Dreh von „The Rise of Valhalla“ (rechts oben) und im September 2012 von „Night City“. Auch in Musikvideos hat er bereits mitgespielt, etwa in „About Dreams“ der Metalcore-Band „Until September“ (unten rechts).

Eschweiler. Manchmal muss man einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. So wie der Indestädter Thomas Binder im Jahr 2011. Der richtige Ort war in diesem Fall die Kölner Fußgängerzone, denn dort wurde er von einem Talentscout entdeckt.

Inzwischen hat Thomas Binder in einigen Filmen und Musikclips mitgespielt. Im neuen Film mit Mario Adorf, „Der letzte Mentsch“, ist er unter anderem ab dem 8. Mai im Kino zu sehen. Meistens widmet er sich jedoch derzeit etwas ungewöhnlicheren Rollen. Der 34-Jährige spielt hauptsächlich in Independent-Horrorfilmen mit.

Schwiegermutters Liebling wird er damit sicher nicht auf Anhieb. Wobei er den auch spielen würde, wie er sagt. Auf Rollen in Horrorfilmen will er sich nicht festlegen, so wie er auch in seinem eigenen Filmgeschmack überhaupt nicht festgelegt ist. „Ich stehe auf ‚Oscarfilme‘ genauso wie auf krasse Sachen“, sagt er.

„Die Trovatos“

Aber zurück ins Jahr 2011. Nachdem der Talentscout Thomas Binder in der Kölner Fußgängerzone angesprochen hatte, bekam der Eschweiler schon auf dem Heimweg einen Anruf. Es ging um einen kleinen Auftritt in „Der letzte Mentsch“. Dass Mario Adorf die Hauptrolle spielt, wusste Binder da noch gar nicht. Dass er kurze Zeit später schon direkt neben dem deutschen Filmstar stehen sollte, ahnte er da noch nicht. Der Regisseur beorderte Binder kurzerhand direkt vor die Kamera und neben Adorf. Es gibt schlechtere Einstiege.

Der weitere Weg klingt dann zunächst einfach. Der Indestädter tat aber auch einiges, um Kontakte zu knüpfen. So schaute er sich schon damals in Filmforen um und meldete sich bei Casting-Agenturen an. Darüber kam er an Auftritte in Sendungen wie „Familien im Brennpunkt“, „Die Trovatos“ und „Verdachtsfälle“, für die es eine Vergütung gibt. Für seine Auftritte in den Independent-Horrorfilmen gibt es keine Gage. Bislang. Einige spannende Projekte stehen für den 34-Jährigen jetzt an, und vielleicht ändert sich das mit der Gage auch bald. Auf der Seite www.horrordarsteller.de hat er ein eigenes Profil, sein Name dort: Brick Bardo. Die Rollen in Filmen hat er vor allem, weil er viel dafür tut. So ist er mit einigen Regisseuren von Horrorfilmen in Kontakt. Die Namen sagen dem Otto-Normalfernsehzuschauer erstmal nichts. Einer ist der Bruder des Schauspielers Jürgen Vogel. Es sind aber Regisseure, die es schaffen, beispielsweise Jürgen Prochnow und Udo Kier für ihre Filme zu engagieren – und große Gagen sind da nicht drin. Es läuft viel über Beziehungen. „Instrumente“ wie Facebook sind für Thomas Binder, dessen Lieblingsschauspieler Bruce Willis und sein großes Vorbild Robert de Niro ist, unverzichtbar. Anfragen wie „Ich hätte dich gerne als coolen Barkeeper oder sizilianischen Gangster“ trudeln mitunter ein. Die zahlreichen Tattoos an Binders Armen sind mitunter auch hilfreich für die Rollen.

Von kleinen Komparsenrollen hat er es inzwischen zu tragenden Nebenrollen und gar Hauptrollen geschafft. Bald ist der Eschweiler, der auch bereits an eigenen Geschichten für Drehbücher schreibt, in Streifen wie „The Rise of Valhalla“, einem Zombiefilm, zu sehen. Im Kurzfilm „Gourmet“ geht es in Richtung Hannibal Lecter, und in PSI, einem Teil des Episoden-Horrorfilms Creepy Campfire Stories, spielt er Alex, der mit seiner Frau in ein Haus zieht und bösen Mächten zum Opfer fällt. Klingt teils gruselig – und ist es auch. „Ich achte aber schon darauf, dass es vernünftige Sachen sind“, sagt Thomas Binder. Vorurteile gegenüber Horrorfilmen hatte er nie.

Ausbildung im Einzelhandel

Das heißt aber längst nicht, dass er auf Horrorfilme festgelegt ist. Seine Filmkarriere will er nun weiter vorantreiben. „Ich hatte schon immer schauspielerisches Talent“, sagt er über sich. Seine Mutter habe ihn im Alter von 17 Jahren auf einer Schauspielschule anmelden wollen. Thomas Binder entschied sich aber für eine Ausbildung im Einzelhandel. In diesem Beruf arbeitet er auch. Für die Dreharbeiten geht daher in 2014 der komplette Jahresurlaub drauf. Seine Frau unterstützt ihn dabei. Mehr noch: Sie hat auch bereits kleine Rollen ergattern können. So sind die beiden in einem Musikclip der Metalcore Band „Until September“ zu sehen. Man ahnt es: Der Clip ist nichts für schwache Nerven.

Der Seiteneinstieg hat durchaus auch einige Neider hervorgerufen. Thomas Binder versteht das, schließlich hat er keine Schauspielerausbildung genossen.

Man darf gespannt sein, wohin der Weg von Thomas Binder führt. Er plant, mit seiner Frau in zwei Jahren nach Köln zu ziehen. In der Medienstadt sieht er bessere Chancen, in Sachen Schauspielerei den nächsten Schritt zu machen.

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