Eschweiler - „Nacht und Licht“ mit Carmina Mundi

„Nacht und Licht“ mit Carmina Mundi

Von: ran
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Lieder aus aller Welt und zahlreichen Epochen: Die Sänger des vielfach ausgezeichneten Chors „Carmina Mundi“ begeisterten einmal mehr das inde-städtische Publikum mit gefühlvollen und emotionalen Interpretationen. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Bewährte Traditionen sollten gepflegt werden. Und zu den liebgewonnen(st)en Traditionen innerhalb des indestädtischen Kulturlebens zählt das jährliche Vorweihnachtskonzert des erstklassigen Aachener Chors Carmina Mundi in der dann grundsätzlich vollbesetzten Dreieinigkeitskirche.

Am Ersten Advent ließen die rund 40 ausgezeichneten Sänger auf Einladung der Kantorei der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler einmal mehr Kostproben ihres Könnens hören und spüren. Unter der Überschrift „Nacht und Licht“ und unterstützt von Andreas Schäffer an der Violine präsentierte das Ensemble unter der Leitung von Harald Nickoll seinem lateinischen Namen entsprechend 17 „Lieder der Welt“ aus den unterschiedlichsten Epochen.

„In den kommenden knapp eineinhalb Stunden stehen das Kind, die Herbergssuche und Menschen, die sich auf den Weg machen, im Mittelpunkt“, versprach der Leiter des Chors, der 2006 den alle vier Jahre stattfindenden Deutschen Chorwettbewerb gewann, den Zuhörern keineswegs zuviel.

Sphärische Klänge

Gestartet mit den sphärischen Klängen des Werks „O Magnum Mysterium“ des zeitgenössischen norwegischen Komponisten Ola Gjeilo, ließen die Kaiserstädter im weiteren Verlauf des Konzerts das Publikum teilhaben an einem abwechslungsreichen Programm, das das große Repertoire des Chors immer wieder unterstrich. So beeindruckten die Sänger mit einer von Jan Sandström zu Papier gebrachten modernen Kompositionsvariante des Klassikers „Es ist ein Ros entsprungen“ (Michael Praetorius, 1609), brachten kurz darauf das französische Weihnachtslied „Noel nouvelet“ zu Gehör, um sich anschließend einem Werk Benjamin Brittens zu widmen.

Dessen „Hymn to the Virgin“ erklang „doppelchörig“, wobei eine Chorhälfte den Text in englischer Sprache und „modern komponiert“ vortrug, während Chorhälfte zwei die „Antworten“ auf Latein und im alten Chorsatz gab. Dem „Himmlischen Adventsjodler“ von Lorenz Maierhofer folgte mit „Gabriel‘s Message“ von Jim Clements die Mitteilung, „die die Welt veränderte“.

Über eine von Felix Volkmann erarbeitete Jazz-Fassung von „Stille Nacht“ bewegte sich „Carmina Mundi“ in Richtung des emotionalen altgriechischen Liedes „I parthenos simeron“ von Mircea Diaconescu, das einen Text aus dem 8. Jahrhundert mit Musik, die im 17. Jahrhundert entstand, verbindet.

Äußerst berührt reagierte das Publikum auf den Schlussteil des Konzerts: Eriks Esenvalds Werk „Stars“, bei dem die Chorsänger mit unterschiedlich gefüllten Wassergläsern einen mit Worten nur schwer zu beschreibenden Klangteppich schufen, sorgte für das eine oder andere feuchte Auge, bevor das Gesangssolo von Carolina Ribbing, die das schwedische Weihnachtslied „I denne sote juletid“ mit sehr viel Gefühl interpretierte, einen würdigen (vorläufigen) Schlusspunkt setzte. Denn dem langandauernden und stehend dargebrachten Applaus folgten drei starke Zugaben und ein vielversprechendes „Auf Wiedersehen“. Traditionen sollen schließlich gepflegt werden.

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