Nachhaltigkeit: „Energieteam“ auf der Suche nach Sparpotenzial

Von: ran
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Wasserhahn
Energieressourcen einsparen ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Denn auch durch einen tropfender Wasserhahn wird ein weltweit immer knapper werdendes Gut verschwendet. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Es ist eines der gesellschaftlichen Themen der kommenden Jahrzehnte. Global, national, regional und auch lokal: Der maßvolle und durchdachte Umgang mit den Energieressourcen aller Art.

Nur wenn die Menschheit begreift, dass diese endlich sind, ist ein Fortbestand unserer Spezies über einen langen Zeitraum denkbar. Und jeder Mensch kann seinen Anteil dazu beitragen. Die Stadt Eschweiler versucht dabei, mit gutem Beispiel voranzugehen.

So beschloss der Stadtrat am 1. Februar 2012 die Teilnahme am „European Energy Award“ (eea). Innerhalb dieses Projekts der Europäischen Union werden Kommunen, die Nachhaltigkeit in der Energie- und Klimaschutzpolitik nachweisen können, mit einem Gütezertifikat ausgezeichnet.

Ein „Energieteam“ mit den Verwaltungsmitarbeitern Corinna Bederke (Gebäudemanagement) sowie Florian Schoop und Eberhard Büttgen vom Planungs- und Entwicklungsamt an der Spitze, das vom externen eea-Berater Jörg Ackermann von der Essener Ingenieurgesellschaft Gertec GmbH verstärkt wurde, erstellte zunächst eine Ist-Analyse, der die Entwicklung eines Arbeitsprogramms und schließlich die Umsetzung der Projekte folgte.

Vor einigen Tagen stellte nun Ramona Schalek, Energie- und Umweltexpertin beim TÜV Rheinland, die Arbeit der zurückliegenden vier Jahre auf den Prüfstand. Die Kriterien Entwicklungsplanung, Raumordnung, kommunale Gebäude und Anlagen, Versorgung, Entsorgung, Mobilität, interne Organisation sowie Kommunikation und Kooperation standen zur Disposition.

Ergebnis: Die Stadt Eschweiler erfüllt die Voraussetzungen, mit dem eea-Award ausgezeichnet zu werden. Der Antrag zur Zertifizierung ist bereits gestellt. Im Dezember soll die Zertifizierung erfolgen.

„In Sachen Energieeinsparungen ist die Stadt Eschweiler seit Jahren bemüht, ihr Möglichstes zu tun. Stichworte sind unter anderem die energetischen Gebäudesanierungen oder die Beleuchtungsoptimierung“, betont der Technische Beigeordnete Hermann Gödde.

Doch die Bewerbung für das eea-Zertifikat habe die Sensibilität bei den Mitarbeitern der Verwaltung noch einmal deutlich gesteigert. „Die Stadt Eschweiler hat seit Beginn der Teilnahme am European Energy-Verfahren den Zielerreichungsgrad von 41,1 Prozent auf 53,9 Prozent steigern können“, nennt Corinna Bederke Zahlen, um diese mit Beispielen zu erläutern.

„Sowohl in der Sporthalle Patternhof als auch in der Feuer- und Rettungswache am Sticher Berg wurden zwischen 2014 und 2016 die Innenbeleuchtungen energetisch saniert.“ Eberhard Büttgen nennt als Maßnahmen die Initiativen zur Kraftwärmekopplung sowie den Ausbau der erneuerbaren Energien, der unter anderem die Planung und den Bau von Windkraftanlagen an den Standorten nördlich des Blausteinsees und nördlich Fronhoven vorsieht.

In Sachen Mobilität seien unter anderem der Ausbau des „Carsharings“ mit Stationen am Rathaus und am Talbahnhof sowie das Freiparken für Elektro-Fahrzeuge auf öffentlichen Parkplätzen zu nennen. Die Erarbeitung eines Elektro-Mobilitätskonzepts der Stadt Eschweiler samt Partnern sei ein realistisches Zukunftsprojekt.

„Nicht zu vergessen natürlich das ressourceneffiziente Bauen der Maßnahme Neue Höfe Dürwiß, das Leuchtturmcharakter hat“, so der Mitarbeiter des Planungs- und Entwicklungsamtes.

„Von größter Wichtigkeit ist aber vor allem die Öffentlichkeitsarbeit, um die Sensibilisierung innerhalb der Bevölkerung noch weiter zu steigern“, ist Bürgermeister Rudi Bertram überzeugt.

So seien die Schulung der Hausmeister, die Energieberatung vor Ort, etwa durch die EWV oder Altbau plus, das Aktionsprogramm „Ökoprofit“, an dem sich bisher 15 Firmen der Indestadt beteiligen, die Auslobung des RWE-Indeland-Klimaschutzpreises, der Beitritt ins „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ sowie der Status einer Modellkommune „Global nachhaltige Kommune NRW“ wichtige und zukunftsweisende Bausteine des Energiekonzepts.

In die Zukunft blickt auch das „Energieteam“ der Stadt Eschweiler: Das eea-Zertifikat ist vier Jahre gültig. Anschließend soll eine Rezertifizierung erfolgen. „Und dabei wollen wir das Ergebnis von 2016 weiter verbessern“, setzt Corinna Bederke ein klares Ziel.

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