Eschweiler - Nach über 60 Jahren schließt „Miseré”

Nach über 60 Jahren schließt „Miseré”

Von: ran
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So fing alles an: Das Haushalts- und Eisenwarengeschäft von Firmengründer Johann Miseré in den 50er Jahren.

Eschweiler. Nur noch zwei Monate, dann verliert die Stadt Eschweiler eine Institution: Am 31. Januar 2011 schließt nach mehr als 60 Jahren das Einzelhandelsgeschäft „Miseré” in der Marienstraße. „Aus Altersgründen”, wie Arnold Miseré betont.

Am Montag beginnt nun mit dem Räumungsverkauf der letzte Abschnitt der Betriebsgeschichte.

Der Startschuss fiel im Jahr 1950. Damals gründete Johann Miseré einen Haushalts- und Eisenwaren-Einzelhandelsbetrieb in der Dürener Straße 24. Bereits zwei Jahre später erfolgte der Umzug zur ehemaligen Schützenhalle in der Marienstraße. Und das Geschäft florierte, denn im Jahr 1954 konnte Johann Miseré ein weiteres Geschäft, in dem Möbel, Herde und Öfen verkauft wurden, eröffnen. Zum heutigen Standort Marienstraße 6 wechselte der Betrieb schließlich im Jahr 1962. Wenig später wurde das Angebot umgestellt. Glas-, Porzellan- und Geschenkartikel ersetzten den Bereich Möbel und Eisenwaren.

Der frühe Tod des Firmengründers Johann Miseré am 1. Januar 1969 bedeutete dann einen tiefen Einschnitt in die Geschäftshistorie sowie im Leben von Arnold Miseré. „Zu diesem Zeitpunkt studierte ich in Köln Betriebswirtschaft. Zwar war klar, dass ich eines Tages den Betrieb übernehmen würde, doch der Zeitpunkt, in den Betrieb einzusteigen, war nun früher gekommen als vorgesehen”, blickt der heutige Geschäftsinhaber zurück.

Bis 1981 führte Arnold Miseré das Geschäft gemeinsam mit seiner Mutter Helene, seit 29 Jahren leitet er nun den Betrieb und wird dabei von seiner Frau Sylvia tatkräftig unterstützt. Doch Ende Januar ist Schluss.

Der Kontakt zum Kunden

„Natürlich erfolgt die Geschäftsaufgabe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber meine Frau und ich sind vorbereitet, da unsere Kinder Andrea und Stefan sich beruflich frühzeitig in andere Bereiche orientiert haben”, erklärt der 63-Jährige.

„Fehlen wird mir aber der tägliche Kontakt mit den Kunden, der nicht selten auch über das rein Geschäftliche hinausging”, bekennt er. Das Verhältnis zwischen ihm als Kaufmann und den Menschen, die das Geschäft aufsuchten, habe ihm immer am Herzen gelegen. „Ich habe mich stets bemüht, die Kunden zuvorkommend und kompetent zu bedienen. Darauf kann ich mit ruhigem Gewissen zurückblicken”, so der zweifache Großvater, der gemeinsam mit Fritz Laurs auch jahrelang das Gewinnspiel „Die harte Nuss” organisierte.

Erleichtert wird ihm der Abschied durch die Tatsache, dass die Geschäftsräume in der Marienstraße nicht (lange) leerstehen werden. Ab dem 1. März wird dort ein in der Indestadt alteingesessenes Fachgeschäft für Herren-Oberbekleidung seine Ware anbieten. „Wir haben Wert darauf gelegt, ein Fachgeschäft aus Eschweiler als Nachmieter zu finden”, betont Arnold Miseré. An Fachgeschäften mangele es nämlich nicht nur, aber auch in der Indestadt. „Dies gilt auch in unserer Branche”, weiß der Fachmann.
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