Eschweiler - Nach 24 Jahren an der Spitze der Wehr: Harald Pütz gibt sein Amt ab

Nach 24 Jahren an der Spitze der Wehr: Harald Pütz gibt sein Amt ab

Von: Irmgard Röhseler
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„Du bist und bleibst ein Vorbild für die Stadt Eschweiler!“ lobte Bürgermeister Rudi Bertram den scheidenden Wehrleiter Harald Pütz. Foto: Irmgard Röhseler
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Der neue Wehrleiter Axel Johnen und sein Stellvertreter Stefan Preuß möchten den Kurs von Stadtbrandinspektor a.D. Harald Pütz weiterfahren. Foto: Irmgard Röhseler
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Einen Feuerlöscher mit besonderem Inhalt überreichten Gottfried Willms (links) und Peter Wings im Namen der Feuerwehr-Ehrenabteilung. Foto: Irmgard Röhseler
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Großer Bahnhof in der Festhalle Dürwiß: Minutenlang spendeten die rund 400 Gäste dem scheidenden Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Harald Pütz Beifall. Foto: Irmgard Röhseler

Eschweiler. Sie ist rund um die Uhr im Einsatz, um das Leben der Indestädter und deren Umwelt zu schützen. Die Freiwillige Feuerwehr ist die wichtigste Säule des deutschen Notfall- und Katastrophensystems und zählt weltweit zu den besten Sicherheitsstandards. Dass die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Eschweiler hervorragende Arbeit leiste, ist nicht nur innerhalb der Stadtgrenzen bekannt.

Dieser gute Ruf ist auch einem Mann zu verdanken, der 24 Jahre lang als Wehrleiter (26 Jahre in der Wehrleitung) an der Spitze dieser hervorragenden Rettungsmannschaft stand und mit seinen fachlichen Qualitäten und viel Herzblut der Eschweiler Feuerwehr zu hohem Ansehen verhalf.

Das wurde jedenfalls am Freitag bei der Jahreshauptversammlung in der proppenvollen Festhalle Dürwiß ziemlich deutlich, als eine illustre Gästeschar aus Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, Polizei, Bundeswehr, Politik, Verwaltung, Kirche, Familie und Freunden es nicht verpassen wollte, Stadtbrandinspektor und Wehrchef Harald Pütz würdig zu verabschieden. Für die musikalische Gestaltung dabei sorgten der Spielmannszug (unter Leitung von Achim Schuster) und das Orchester (unter Leitung von Thomas Lehnen) der Freiwilligen Feuerwehr.

Großartiges geleistet

Doch bevor der Wehrleiter sein Amt an Brandoberamtsrat Axel Johnen übergab, leitete er seine letzte Jahreshauptversammlung. Er bedankte sich für das große Engagement und die hohe Motivation seiner Mannschaft und erinnerte unter anderem an einige Großeinsätze des vergangenen Jahres, wie beispielsweise an das Großfeuer in einer Hanfplantage nahe des Bergrather Sportplatzes und an das Großfeuer, das in einem Mehrfamilienhaus an der Maasstraße wütete. Hier rettete die Feuerwehr sechs Menschen das Leben. Ebenfalls ging er auf die Unterstützung seiner Leute in der Flüchtlingsarbeit ein. Die Feuerwehr half tatkräftig mit, Erstunterkünfte einzurichten.

Mit herzlichen Worten bedankte sich der Wehrleiter bei den Feuerwehrleuten für ihr stets schnelles und umsichtiges Handeln und bescheinigte ihnen, auch 2015 Großartiges geleistet zu haben. „Mein Dank geht ebenfalls an die Jugendfeuerwehr, die eine hervorragende Nachwuchsarbeit leistet“, lobte Pütz weiter.

Der noch stellvertretende Wehrleiter Axel Johnen legte anschließend den Arbeitsbericht vor und nannte Zahlen und Fakten des vergangenen Einsatzjahres. Die Freiwillige Feuerwehr hat insgesamt 461 Mitglieder. Davon sind 59 von ihnen hauptberuflich (Hauptwache Florianweg) und 202 (in den acht Löschzügen) ehrenamtlich tätig. Macht plus Wehrführung und Fachberater Medizin 265 aktive Einsatzkräfte. Hinzu kommen Sondereinheiten wie die Jugendfeuerwehr, die 80 Mädchen und Jungen zählt, der Musikzug mit 19 Mitgliedern, der Spielmannszug mit 23, die Ehrenabteilung zählt 74 Mitglieder. Insgesamt rückte die Wehr 11091 Mal aus.

Den Löwenanteil machte dabei mit 5252 Einsätzen der Rettungsdienst aus, gefolgt vom Krankentransportdienst (4204). Zum abwehrenden Brandschutz wurden die Retter insgesamt 290 Mal gerufen, für Hilfeleistungen 565 Mal und First Responder 150 Mal. Hinzu kamen 630 Fehleinsätze. Böswillige Alarme gab es nur fünf. „Glücklicherweise kann niemand mehr seine Nummer unterdrücken und so kann ein böswilliger Alarmierer ermittelt werden, und den erwartet dann eine saftige Strafe“, erläuterte Johnen.

Auf einem guten Weg

„Im nächsten Jahr wechseln 27 neue Mitglieder von der Jugendfeuerwehr in die Feuerwehr und eine Kinderfeuerwehr soll ebenfalls in Eschweiler installiert werden!“, freute sich Johnen. Auch der Erweiterungsbau der Hauptwache sei auf einem guten Weg und auch die Erweiterung des Feuerwehrhauses Bohl sei geplant. „Wir werden das Schiff weiter durch die Wellen bringen“, versprach Axel Johnen seinem Vorgänger. „Wir möchten den Kurs, den ich mit Harald Pütz in jahrelanger Zusammenarbeit gefunden habe, weiterfahren.“

Natürlich gab es am Freitagabend auch Beförderungen, Auszeichnungen und Ehrungen.

Kreisbrandmeister Bernd Hollands lobte das Engagement der Eschweiler Feuerwehr: „Es war ein einsatzreiches Jahr mit Einsätzen, die unter die Haut gingen!“ Auch er bedankte sich für den vorbildlichen Einsatz der Rettungskräfte und lobte Wehrleiter Harald Pütz: „Du bist der Wehrführer mit der längsten Dienstzeit in der Städteregion und hast die Eschweiler Feuerwehr deutlich mitgeprägt. Danke für Deine Impulse und danke für manche Anregung! Und da Du ja schon alle Auszeichnungen hast, die die Wehr zu vergeben hat, haben wir eine besondere Ehrung beantragt“, schmunzelte der Kreisbrandmeister und heftete Harald Pütz die Silberne Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes ans Revers.

„Hier geht ein Mann von Bord, dem wir viel zu verdanken haben“, zeigte sich auch Bürgermeister Rudi Bertram sehr emotional. „Du, lieber Harald, bist ein Vorbild für diese Stadt! Du bist und bleibst nach wie vor ein Bestandteil dieser Feuerwehr und unserer Stadt. Menschen zusammenzuführen, zu halten und zu motivieren, das ist Dir als Chef hervorragend gelungen. Es ist bewundernswert, wie Du Dein Unternehmen und die Feuerwehr als Ehrenamtler koordiniert hast. Du warst nie hektisch und hattest immer alles im Griff. Du hast Kameradschaft gezeigt und gelebt! Für mich ist eine Ära zu Ende gegangen“, so Bertram mit bewegter Stimme. „Aber ich bin ja auch bald dran, dann treffen wir uns am Blausteinsee und dann können wir mal rumnörgeln!“

„Ich habe den Eindruck, ich bin im Eurogress und die Hugo-Strasser-Band hat gerade gespielt“, zeigte sich Jürgen Wolf, Leiter der Feuerwehr Aachen, sehr beeindruckt. „Das sind ja Maßstäbe, die ich bei einer Jahreshauptversammlung in Aachen nie erreichen werde!“ „Ich bin überwältigt über die Anerkennung, die mir hier zuteil wurde“, zeigte sich Harald Pütz gerührt. „Mit einer solchen Ehrung habe ich nicht gerechnet“, kämpfte der gestandene Wehrleiter mit den Tränen.

Alle Namen aufzuführen, die Harald Pütz am Freitagabend gebührend feierten, ihn umarmten und ihm die Hände schüttelten, würde an dieser Stelle zu weit führen. Nur so viel: Er ist und bleibt ein Mann, der seine Spuren in den Köpfen und Herzen der Menschen hinterlassen hat. Und vielleicht sieht man ihn ja demnächst doch mal wieder mit dem Feuerwehrhelm auf dem Kopf.

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