MVG: Anhängerkupplung als Geschäftszweig

Von: Paul Santosi
Letzte Aktualisierung:
13029542.jpg
Technischer Leiter Christoph Noppen, Prokurist Michael Pütz und geschäftsführender Gesellschafter Harald Pütz mit den typischen Kugelstangen einer MVG-Anhängerkupplung. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Bereits seit den 50er Jahren betrieb der Eschweiler Unternehmer Franz Pütz ein Geschäft in der Elektronik-Branche. Allerdings entschied er sich damals schon, sich nicht nur auf einen Geschäftszweig zu beschränken.

Er diversifizierte frühzeitig und übernahm 1972 ein Metall- und Maschinenbau-Unternehmen aus Süddeutschland, das sich mit der Fertigung von Anhängerkupplungen beschäftigte. So kam es zur Gründung der Metallverarbeitungsgesellschaft MVG, die heute mit ihrem über 50 Mitarbeiter starken Team an der Wasserwiese einen Standort gefunden hat.

„Die Anhängerkupplung für Kraftfahrzeuge“, so Harald Pütz, geschäftsführender Gesellschafter der MVG, „ist alles andere als ein einfaches Produkt. Bevor sie in den Handel beziehungsweise an das Fahrzeug gelangt, durchläuft sie eine komplexe Entwicklungs-Kette, angefangen von der Auswahl der Materialien über das Design über strenge Qualitätskontrollen bis hin zum europaweiten und globalen Vertrieb.“

MVG wurde bereits in den Neunzigern als erster deutscher Hersteller für Anhängerkupplungen ISO-9001-zertifiziert. Es ist heute das einzig verbliebene ausschließlich familiengeführte Unternehmen dieser Branche in Deutschland.

Kein Low-Tech-Produkt

Ungefähr 4500 Anhängerkupplungen verlassen monatlich das MVG-Werk an der Wasserwiese. Was aber macht eine Anhängerkupplung zu einem besonderen Produkt? „Es geht um die möglichst clevere Kombination mechanischer und elektrischer Komponenten und damit um ein verlässliches Verbindungssystem zwischen Fahrzeug und Anhänger“, erläutert Harald Pütz.

„Vorrangig geht es bei unserer Produktion natürlich um Sicherheitsaspekte. Alle unsere Unternehmensbereiche und Mitarbeiter werden ständig mit einem enorm hohen Aufwand intern und extern qualitätsgeprüft, vom Designer bis zum Logistiker. Technische Fehler haben in unserem Arbeitsfeld schlimme Folgen. Die gilt es, zu vermeiden.“

Für Selbsteinbau geeignet

MVG-Anhängerkupplungen sind für den Selbsteinbau geeignet, wobei Harald Pütz den Facheinbau allein schon wegen der Elektronik-Komponenten empfiehlt: „Dennoch zeichnen sich unsere Produkte unter anderem dadurch aus, dass eine gesonderte TÜV-Abnahme nicht notwendig ist.“

MVG verfügt über ein Netzwerk von rund 1500 Montagepartnern deutschlandweit. Das Nachrüsten ist daher recht einfach. Gemäß dem Motto „Aussuchen, anbauen, losfahren“ gelangt man in drei Schritten flott zum Ausflug mit dem Caravan oder zur Fahrradtour ins Grüne.

„Es gibt starre Lösungen, abnehmbare Systeme und als neuesten Trend auch mechanisch schwenkbare Kugelstangen, die das äußere Gesamtbild des Fahrzeuges nicht beeinträchtigen“, ergänzt Prokurist Michael Pütz. „Funktionalität und Design sollen sich ergänzen, nicht ausschließen.“ Wer um die Vielfalt der allein in Deutschland angebotenen Auto- und Modelltypen weiß, kann sich in etwa vorstellen, wie groß die Produktbandbreite bei MVG ist.

„Wir bieten dem Markt bis zu 1500 verschiedene Produkte an“, erklärt Harald Pütz. Und die Aussichten für erweiterte Märkte sowie Einsatzmöglichkeiten der Anhängerkupplung sind gut. Das Auto spiele eine wichtige Rolle, in Handel und Gewerbe wie im Freizeitverhalten. Wo man früher Dachträger oder Skiboxen einsetzte, erwarten Kunden aus Gründen von Energieeinsparung und Praktikabilität heute neue Ideen, für die ein Anhänger geradezu prädestiniert sei.

„Dazu gehören auch der immer beliebter werdende Fahrradträger oder Lösungen für E-Bikes, den Reit- und Segelsport“, weiß Michael Pütz. Auch moderner Datenaustausch und Vernetzung zwischen Fahrzeug und Anhänger sei eine Entwicklung, die im Hause MVG kontinuierlich in die Konstruktionsarbeit integriert werde.

Für die Zukunft sieht Harald Pütz daher genügend Herausforderungen. Dem Unternehmer sind nicht nur die faszinierenden Aspekte der Technik wichtig: „Der europäische und globale Konkurrenzdruck nimmt zu. Standort- und Arbeitsplatz-Sicherung hier in Eschweiler sind ein wesentlicher Bestandteil unserer Ziele.“

Deshalb investiere die MVG auch laufend in ihre Wettbewerbsfähigkeit und in ein motiviertes Team, das sich mit dem lokal und regional verwurzelten Unternehmen identifizieren kann. „Wir setzen lieber Trends, als ihnen zu folgen. Wir möchten planvoll und gesichert wachsen, wir bilden aus und sind ständig auf der Suche nach Fachkräften, die uns unterstützen können.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert