MVA Weisweiler darf Quecksilber-Müll verbrennen

Von: cs
Letzte Aktualisierung:

Eschweiler. Eine Woche ist in der Müllverbrennungsanlage in Eschweiler-Weisweiler der Müll nur gestapelt worden. Ab Freitagnachmittag wird er auch wieder verbrannt.

Erhöhte Quecksilberwerte in der Rauchgasanlage - ausgelöst durch Quecksilber im Müll - hatten die Betreiber zu einer Stilllegung der Anlage gezwungen. Jetzt wird die Müllmenge, in der der giftige Stoff gefunden wurde, nach Angaben der MVA mit anderem Müll stark „verdünnt” und dann mit einer Sondergenehmigung der Bezirksregierung Köln in der MVA verbrannt.

Grundlage der Sondergenehmigung sind zahlreiche zusätzliche Maßnahmen. Laut MVA wurde die Rauchgasreinigungsanlage „intensivst” gereinigt, um eventuell anhaftende Quecksilbermengen weitestgehend zu entfernen. Zudem werde in alle drei Heizkessel je eine zusätzliche Reinigungsstufe eingebaut, die die Filterleistung speziell für Quecksilber deutlich erhöhe. „Damit ist die Ausfilterung von im Abfall gegebenenfalls noch enthaltenem Quecksilber gewährleistet”, sagte MVA-Sprecher Michael Uhr.

Sollte dennoch giftiger Dampf entweichen, bestätige ein Gutachten, dass auch bei einer zeitweilig erhöhten Emission keinerlei Gefährdung für die Menschen besteht. Uhr: „Auch wenn wir ein Jahr lang täglich die strengen Grenzwerte für Müllverbrennungsanlagen um das 1000-fache überschritten, lägen die Werte immer noch unter dem Grenzwert, der von einer Bund-Länder-Kommission für die Quecksilberbelastung der Umwelt gesetzt worden ist.” Zudem will der MVA-Betreiber sehr vorsichtig vorgehen: Zunächst soll nur eine Verbrennungslinie wieder in Betrieb genommen werden. „Erst wenn die absolut sauber läuft”, sagt Uhr, „werden wir mit der zweiten Linie starten und so weiter.”

Der Betreiber führt den Anstieg der Quecksilberwerte auf illegale Entsorgung zurück und kündigte Strafanzeige an. Die MVA habe einen Teil des verseuchten Mülls als Beweis gesichert.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert