Eschweiler - MVA-Chef: Bürger bezahlen für Müll-Wettbewerb

MVA-Chef: Bürger bezahlen für Müll-Wettbewerb

Von: Elke Silberer, dpa
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Nur durch enge Luken können die Arbeiter in den Heizkessel steigen. Bei 40 Grad im oberen Bereich ein schweißtreibender Job.

Eschweiler. Die Müllverbrennungsanlage (MVA) Weisweiler erwartet durch den neuen NRW-Abfallwirtschaftsplan einen ungleichen Wettbewerb mit wachsendem Mülltourismus und instabilen Preisverhältnissen.

Laut neuem Plan soll die Zuweisung zu einer Verbrennungsanlage entfallen, die Kommunen sollen sich die MVA aussuchen können. Dadurch könnten in Weisweiler 18 Prozent der Müllmengen wegbrechen, meinte MVA-Geschäftsführer Ulrich Koch am Montag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Wir müssen uns dann die Mengen woanders beschaffen, was im Moment sehr schwer ist, weil alle die billigste Lösung suchen”, sagte Koch.

Das seien häufig die sogenannten Ersatzbrennstoffkraftwerke, die aus Müll Energie gewinnen. „Die haben erheblich weniger investiert als wir. Wir haben allerhöchste Umweltauflagen.” Der hohe Umweltstandard schlage sich in den Betriebskosten nieder.

Die freie Wahl hätten nur die Kommunen, die nicht Mitbetreiber einer MVA seien. „Das ist das, was bei uns in den Gremien sauer aufstößt: Die, die nicht investiert haben, profitieren jetzt wieder und können woanders hinfahren, während die auf ihren Kosten sitzenbleiben, die auch für die Allgemeinheit in der Region investiert haben”, kritisierte Koch.

Der Vertrag mit dem Kreis Heinsberg, der nicht in die MVA investiert habe, laufe Ende 2010 aus. Mit dem Erftkreis werde es sicher keinen Anschlussvertrag geben, weil das Entsorgungsunternehmen an der MVA Köln beteiligt sei. Folge auch in entfernteren Gegenden werde ein zunehmender Mülltourismus sein. Der Bürger werde diesen neuen Wettbewerb zu spüren bekommen. „Die Preisstabilität, die wir bisher hatten, werden wir nicht halten können. Letztlich bezahlt der Verbraucher das mit.”

Müllverbrennung in NRW:

In den privaten Haushalten in Nordrhein- Westfalen fallen pro Jahr rund 8 Millionen Tonnen Abfall an. Davon sind rund die Hälfte getrennt gesammelte Wertstoffe wie Glas, Papier und Biomüll, die wieder einer Verwertung zugeführt werden können.

Der Rest wird in den 16 Hausmüllverbrennungsanlagen verbrannt. Nach einer Untersuchung des Bunds der Steuerzahler sind die Kosten für die Müllverbrennung sehr unterschiedlich. Im vergangenen Jahr wurden einschließlich Mehrwertsteuer zwischen 138 Euro (Herten) und 219 Euro
(Bonn) verlangt.

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