Mutwillige Zerstörung auf dem Spielplatz am Erlenweg

Von: Vivien Nogaj
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Der Bagger ist ein neues Spielgerät am Erlenweger Spielplatz. Foto: Vivien Nogaj
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Spielplatzpate Günter Gorny-Tillmann sitzt auf der Wiese, wo vorher noch eine Bank gestanden hat. Foto: Vivien Nogaj
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Die Rutsche am Klettergerüst fehlt, Holzbretter verriegeln die Öffnung. Foto: Vivien Nogaj

Eschweiler. Seit acht Jahren gibt es Spielplatzpaten in der Indestadt. Sie helfen bei der Pflege und dem Erhalt eines Spielplatzes in ihrer Nähe. Einer von ihnen ist Günter Gorny-Tillmann. Jetzt ist der Rentner verärgert: Unbekannte haben die Rutsche auf „seinem“ Spielplatz am Erlenweg demoliert. Die Folge: Die Stadt hat sie entfernt.

Günter Gorny-Tillmann ist aufgebracht: Als er seinen Kontrollgang auf dem Spielplatz Erlenweg macht, sieht er, dass die Rutsche fehlt. Sofort ruft er beim Jugendamt an, um nachzuhaken, wie das passieren konnte. „Dort hat man mir erklärt, dass die Rutsche beschädigt worden sei, und die Verletzungsgefahr für Kinder beim Spielen daher zu groß war.“ Deshalb hat der Wirtschaftsbetrieb Eschweiler (WBE) Sofortmaßnahmen eingeleitet: Die Rutsche ist weg. Dort wo vorher der Eingang zur Schlitterbahn war, verriegeln jetzt Bretter die Öffnung.

Paten sorgen für Ordnung

Für den Rentner ist das bereits das zweite Ärgernis seit Beginn seiner Patenschaft: Zuvor wurde die einzige Bank des Spielplatzes abgetragen – auch sie war beschädigt worden. Seitdem gibt es keine Sitzgelegenheit mehr auf dem Spielplatz. „Wo sollen die Mütter sich denn jetzt hinsetzen, während ihre Kinder spielen?“, fragt Gorny-Tillmann. Eigentlich wollte der Rentner sich bei der Stadt noch für einen Tisch einsetzen, jetzt habe erstmal eine neue Sitzgelegenheit Priorität – „und die Rutsche.“

Wer die Schuldigen sind, weiß er nicht genau: „Ich bin auch nicht stündlich auf dem Spielplatz.“ Seinen Job als Pate nimmt er trotzdem ernst. „Dazu gehört, auf die Sauberkeit zu achten und nach dem Rechten zu sehen.“ Die Stadt stellt die dafür nötigen Materialien wie Handschuhe und Müllbeutel zur Verfügung. Auch als Ansprechpartner für Anwohner steht Gorny-Tillmann bereit. „Die haben auch nichts mitbekommen“, sagt er.

Wahrscheinlich sei aber, dass Jugendliche sich auf dem Spielplatz aufhalten. „Ich habe schon des Öfteren deren Beschriftungen von Spielgeräten entfernt“, sagt der Rentner. Auch Zigarettenstummel findet er gelegentlich auf dem Gelände. „Solange sich alle an die Regeln halten, können sie auch gerne den Spielplatz als Treffpunkt nutzen. Aber wenn Jugendliche anfangen, Geräte kaputt zu machen, dann nehmen sie sich doch selbst den Platz zum Chillen.“

Stadtsprecher René Costantini kann Gorny-Tillmanns Verdacht bestätigen: „Allem Anschein nach haben Jugendliche die Rutsche mutwillig beschädigt.“ Costantini weist aber darauf hin, dass solche Einzelfälle kein Grund zur Sorge seien: „Wir sind von hohem Vandalismus weit entfernt“, sagt er.

Maßnahmen, um blinder Zerstörungswut entgegenzutreten, sieht Costantini in direkter Konfrontation: „Anwohner sollten Leute ansprechen, die sich unbefugt oder nach Einbruch der Dunkelheit noch auf dem Spielgelände befinden.“ Möglicherweise kann man so größere Schäden verhindern. Das würde auch Gorny-Tillmann freuen: „Ich will die Jugend nicht vergraulen, nur zum Nachdenken anregen.“

Der Rentner möchte den Spielplatz noch weiter als einen lebendigen Ort für Kinder erhalten. Dafür hat er sich gemeinsam mit dem Jugendamt auch um die Anschaffung eines neuen Spielgeräts gekümmert: Seit drei Monaten steht ein Sandbagger auf dem Gelände: „Der stammt aus einem alten Spielplatzbestand. Auf dem Bauhof wurde der Bagger neu angestrichen, wieder hergerichtet und dann hier am Erlenweg anmontiert.“

Neue Rutsche ist bereits bestellt

Gorny-Tillmann hat für die Zukunft noch weitere Wünsche: „Ich habe die Besucher gefragt, ob sie eine Federwippe benutzen würden. Da fürchten Eltern aber Verletzungsgefahr.“ Stattdessen sei eine weitere Rutsche für Kleinkinder gewünscht, sagt der Spielplatzpate. Eine Bitte wird ihm bald erfüllt, weiß Stadtsprecher Costantini: „Die neue Rutsche ist schon bestellt und vorrätig. Nach der Lieferfrist wird sie so schnell wie möglich montiert“, sagt er. Dann gibt es eine neue Schlitterbahn am Erlenweg und für den Spielplatzpaten einen Grund zur Freude.

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