Mutters Krankheit wirft fünfköpfige Familie aus der Bahn

Von: Patrick Nowicki
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Diagnose Multiple Sklerose: Die 31-jährige Frau G. ist seit Monaten auf fremde Hilfe angewiesen. Der SkF bittet um Spenden. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Frau G. lächelt, lässt sich von ihrer fünf Jahre alten Tochter in den Arm nehmen. Und sie erzählt, als würde sie von ihrem Urlaub berichten. Voller Lebensfreude, voller Zuversicht. Dabei schildert sie eine Krankengeschichte, an der die meisten Menschen wohl zerbrechen würden.

Am 23. März dieses Jahres veränderte sich das Leben der Eschweiler Familie G. schlagartig. Die 31-jährige Frau erwartete ihr drittes Kind, als sie plötzlich starke Kopfschmerzen bekam.

Sie rechnet mit einem Migräne-Anfall, doch die Mediziner stecken sie in die Röhre und erstellen mit Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) ein genaues Bild ihres Gehirns. Das Ergebnis ist erschreckend: Zwei Drittel des Gehirns sind durch Multiple Sklerose angegriffen.

Inzwischen ist sie an den Rollstuhl gebunden, muss starke Medikamente nehmen, um die Schmerzen einigermaßen zu ertragen und erhält regelmäßig Infusionen. Das Präparat befindet sich in der Erprobungsphase. Eine Heilung gibt es nicht. Und ob das Medikament anschlägt, wird die Zeit zeigen.

Seit der Diagnose ist das Leben der jungen Frau stark eingeschränkt. Zeitweise war sie halbseitig gelähmt, ist an den Rollstuhl gefesselt. Die Sprache musste sie neu lernen. „Bis zu zwölf Stunden am Tag habe ich geübt”, erzählt die Kämpfernatur.

Obwohl bereits die Hilfsmaschinerie der Stadt angelaufen ist, stößt die Familie G. an ihre Grenzen. Claudia Blau, Sozialpädagogin des Sozialdienstes katholischer Frauen, half dabei, die entsprechenden Stellen zu informieren. Schließlich müssen die drei Kinder (fünf Monate, drei und fünf Jahre alt) versorgt werden.

Das Jugendamt stellt eine Betreuerin zur Verfügung, die Krankenkasse übernimmt die Kosten für einen Pflegedienst, der Frau G. zwei Mal am Tag besucht. Auch die Familie hilft, wie sie kann. Der Familienvater der Kinder leistet Überstunden, arbeitet an den Wochenenden, um finanziell einigermaßen über die Runden zu kommen. 1300 Euro netto erhält er dafür. Zudem muss er sich immer wieder unbezahlten Sonderurlaub nehmen, wenn seine Frau einen erneuten Schub bekommt.

Zwar werden inzwischen die Medikamente vollständig übernommen, aber die Drei-Zimmer-Wohnung besitzt gerade einmal ein Badezimmer von vier Quadratmetern. Um es behindertengerecht umzubauen, müssten tausende Euro in die Hand genommen werden. Ein Umzug in eine andere Wohnung ist zu kostspielig. Was also tun?

Claudia Blau vom SkF begleitet Frau G. weiterhin und bittet nun um finanzielle Hilfe für die Familie. Frau G. hört zu, während die SkF-Mitarbeiterin dies sagt und lächelt: „Ich habe in der Intensivstation so viel Elend gesehen, da geht es mir doch gut.”
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