Mutter stirbt nach Magen-OP: Familie ist außer sich

Von: Rudolf Müller
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13837543.jpg Symbolbild: Patrick Nowicki
Schweren Vorwürfen ausgesetzt sieht sich das St.-Antonius-Hospital, nachdem eine 44-jährige Indestädterin am Wochenende wenige Tage nach einer OP verstorben war. Symbolbild: Patrick Nowicki

Eschweiler. Schweren Vorwürfen ausgesetzt sieht sich das St.-Antonius-Hospital, nachdem eine 44-jährige Indestädterin am Wochenende wenige Tage nach einer OP verstorben war. Die Mutter von drei Kindern hatte sich aufgrund ihres Übergewichts einer Magenband-Operation unterzogen. Im Anschluss kam es zu Komplikationen, die letztlich den Tod der Frau zur Folge hatten.

Während Verwandte der Frau den Ärzten laut Krankenhaus „Pfusch“ vorwerfen, weist Elmar Wagenbach, Geschäftsführender Vorstand des Hospitals, dies ebenso zurück wie Vorwürfe, die Frau habe von der OP Abstand nehmen wollen und sei von den Ärzten dazu um „des Geldes willen“ überredet worden. Der behandelnde Arzt gelte als eher zurückhaltend, kläre seine Patienten umfassend über mögliche Risiken auf und dränge sie allenfalls, sich einen Eingriff gut zu überlegen. Zudem erfolge kein Eingriff ohne das schriftliche Einverständnis des Patienten.

Wagenbach baut darauf, dass die Staatsanwaltschaft, die in der Nacht zum Sonntag vom Hospital selbst von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt worden war und den Leichnam beschlagnahmen ließ, eine Obduktion der Verstorbenen anordnet, um die genaue Ursache des Todes zu klären. „Sollte sich dabei herausstellen, dass wir tatsächlich einen Fehler gemacht haben, werden wir selbstverständlich die Konsequenzen tragen“, betont Wagenbach. „Aber bei allen verständlichen Emotionen, bei aller Trauer der Betroffenen bitten wir darum, nicht vorzuverurteilen, sondern abzuwarten, bis völlig klar ist, was da genau passiert ist.“

Vor dem St.-Antonius-Hospital war es in der Nacht zu Sonntag zu einem Menschenauflauf gekommen, der für Aufsehen gesorgt hatte: Zahlreiche Verwandte der 44-Jährigen, Mitglieder einer weit verzweigten Eschweiler Großfamilie, waren hier zusammengekommen, um zu erfahren, wie es um die um ihr Leben ringende Frau stand. Die Menge der emotional stark aufgeladenen Menschen war so groß, dass Mitarbeiter des Hospitals sich in Gefahr wähnten und die Polizei alarmierten. Die rückte mit mehreren Streifenwagen an und sperrte die Zugänge zum Hospital ab.

Als die 44-Jährige in der Nacht zum Aachener Uniklinikum verlegt werden sollte, rollte zunächst ein Krankentransportwagen an. Der aber musste laut Krankenhaus leer zurückgeschickt werden, weil die Frau, die zu diesem Zeitpunkt künstlich beatmet werden musste, nur mit einem intensivmedizinisch ausgestatteten Rettungswagen hätte transportiert werden können. Angehörige stellen das als „Inszenierung“ seitens des Hospitals dar – in der Annahme, ihre Verwandte befinde sich im Rettungswagen, waren sie mit rund 15 Autos dem RTW gefolgt, ehe sie erfuhren, dass die 44-Jährige gar nicht transportfähig war.

Den Vorwurf, Leertransporte „inszeniert“ zu haben, um die Großfamilie vom Hospital wegzulocken, weist Elmar Wagenbach ebenso weit von sich wie die Behauptung Angehöriger, das St.-Antonius-Hospital habe einen früheren Transport ins Uniklinikum verweigert. „Das ist schlicht falsch“, betont Wagenbach.

Ein ausdrückliches Lob zollt Wagenbach dem Zusammenhalt der Großfamilie gerade in dieser schwierigen Situation. „Ein solcher Familienzusammenhalt kommt in unserer Gesellschaft meist viel zu kurz.“

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